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Wünsdorf – Zwischen Strandbadidylle und Militärvergangen

Kaum ein Zossener Ortsteil kann auf eine so wechselvolle Geschichte zurückblicken wie Wünsdorf, zu dem seit längerem die beiden bewohnten Gemeindeteile Waldstadt und Neuhof gehören. 1957 wurde der Wohnplatz Gutsbezirk Zehrensdorf zu Wünsdorf eingemeindet. 1970 wurde Neu-Wünsdorf Ortsteil von Wünsdorf. Neuhof gehört seit April 1974 zu Wünsdorf. Die im Februar 1996 auf der Fläche des bis dahin gemeindefreien, militärisch genutzten Gebietes gegründete Waldstadt kam Ende September 1998 zu Wünsdorf hinzu und wird seit dem Abzug der sowjetischen/russischen Truppen im Jahr 1994 zivil genutzt.

Das eigentliche Wünsdorf soll auf slawischen Ursprung zurückgehen, da die Silbe „wun“ oder „wyn“ Wasser bedeutet und zurückzuführen ist auf den Wünsdorfer See. Seit 2010 gehört der 180 Hektar großen See der Stadt Zossen. Es wird immer wieder in das Strandbad mit Steganlage investiert, und die Stellplätze für Wohnmobile werden sehr gern genutzt. An den Ufern des Fließes, das den Kleinen Wünsdorfer See und den Großen Wünsdofer See verbindet, waren einst die Zwillingsdörfer Nächst-Wünsdorf und Fern-Wünsdorf entstanden. Durch königlichen Erlass vom 24. Mai 1874 erfolgte die Vereinigung beider Dörfer. Wünsdorf wurde so zur größten Gemeinde des damaligen Kreises Teltow.Wünsdorf ist heute ein Ortsteil der Stadt Zossen. Im März 2023 hatte er 9.200 Einwohner (5.070 davon männlich und 4129 weiblich). Der Ort selbst hat eine Fläche von 13,8 Quadratkilometern, mit den Gemeindeteilen Neuhof und Waldstadt sind es insgesamt 72,92 Quadratkilometer.

Wünsdorf liegt eingebettet in eine intakte Seen- und Waldlandschaft. Alles ist grün und ruhig, von Großstadthektik ist hier nichts zu spüren. Zuzügler schätzen das. Vor allem auch die verkehrsgünstige Lage und die Bahnanbindung nach Berlin und Dresden seit 1897 machen Wünsdorf attraktiv für Junge und Ältere. Dass Wünsdorf als Ortsteil einiges zu bieten hat, beweisen die verschiedensten Einrichtungen wie das Museum „Neue Galerie“, das „Fontane-Kabinett, das Garnisonsmuseum, das Museum „Roter Stern“, der „Spitzbunker“, das Familien- und Kreativzentrum FaBB. Kulinarisch kann man sich vielfältig verwöhnen lassen, das Angebot reicht zum Beispiel vom Teestübchen in der Bunkerstadt und die Traditionscafés der Familie Lötz über nationale Küche wie die „Märkische Taube“, das „Inselstübchen“, „Zum Hexenstübl und die „Gaststätte zum Tender“ bis hin zu internationalen gastronomischen Angeboten wie den griechischen Restaurants „Akropolis“ und „Taverna Pella“, das türkische „Neco’s Grillhaus“, den chinesischen „Peking Garden“ und die asiatische „Hai Hau Küche“, den amerikanischen „Phils Burger“ und das ungarische Restaurant „Piroschka“ – da ist für jeden Geschmack etwas dabei!

Zossen wird als attraktives Umfeld ebenfalls gern genutzt. Viele Galerien und Museen, Sportstätten, Weiterbildungs- und Volkshochschulangebote und Shoppingmöglichkeiten tragen zur hohen Lebensqualität bei und stärken den Zusammenhalt. Von unschätzbarem Wert für ein gutes Miteinander sind auch hier die ehrenamtlichen Engagements.

 

Historisch ist Wünsdorf untrennbar mit der Militärgeschichte der Region verbunden. Schon Ende des letzten Jahrhunderts wurde das Gebiet als ideales Übungsgelände vom preußischen Militär genutzt. Im Jahr 1906 erfolgte der Aufbau eines Truppenübungsplatzes und die Errichtung einer Infanterieschule, was die Ansiedlung von Beamten und Gewerbetreibenden nach sich zog.

In Wünsdorf entstand auch in der Zeit des Ersten Weltkriegs die erste Moschee im Deutschen Kaiserreich. Die Wehrmacht hatte von August 1939 bis 1945 in der Bunkeranlage „Maybach I“ den Großteil des Oberkommandos des Heeres (OKH) untergebracht. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die Anlagen von der Roten Armee/Sowjetarmee übernommen, die 1954 dort das Oberkommando der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GSSD) etablierte.

Wünsdorf konnte trotz der militärhistorischen Geschichte bis heute seinen dörflichen Charakter erhalten – mit Bauernhöfen, Fachwerkhäusern und einer stattlichen Kirche auf dem Anger.

Die Sportanlage „Am Burgberg“ in Wünsdorf mit Kunstrasenplatz und Leichtathletikanlage wird ab 2024 zu einer modernen Sportstätte sowie einer Begegnungsstätte saniert. Der Schul- und Vereinssport werden bis 2024 dadurch deutlich verbessert und Jung und Alt finden moderne Freizeitmöglichkeiten.

Im Gespräch berichtet Freiherr von Lützow von mehreren Highlights im letzten Jahr wie zum Beispiel der Einweihung des Spielplatzes in der Siedlung in Wünsdorf (Friedenstraße/Ecke Hildegardstraße) und endlich nach Corona auch wieder der Durchführung des Strandfestes im August sowie dem sehr gut besuchten Adventsmarkt am und im Bürgerhaus Wünsdorf.

Auch die Fertigstellung der neuen Gleisanlagen an der "Dresdner Bahn" (Bahnhof Wünsdorf) sind ein Erfolg, „auch wenn hier noch viel zu tun ist, so zum Beispiel mit dem Bahnhofsumfeld auf der Westseite bzw. Ostseite“, wie Herr von Lützow anmerkt. Die Westseite soll von der Stadt Zossen bis  Ende 2023 mit Fördermittel fertiggestellt sein; die Ostseite soll dann danach fertiggestellt werden, es fehlen noch Bushaltestellen, Fahrradstellplätze, Ladesäulen usw. Hier müsse dann noch geklärt werden, wie die Verkehrsführungen geleitet würden .Eins aber steht für Herrn von Lützow fest: „Es dauert für viele Wünsdorfer einfach alles zu lange.“

Der Ortsbeirat möchte gerne ein Zentrum für Wünsdorf entwickeln, zwischen der "Alten Poststraße" und dem Bahnhof Wünsdorf, mit einem Park, kleinem Spielplatz für die Leute, die auf die Züge warten. Schön fände der Ortstvorsteher auch ein kleines Café.

Es fand eine Ausschreibung für die Neugestaltung des Ortsteilzentrums statt, leider gab es keine entsprechenden Angebote.

Auf die Frage nach dem Tief des letzten Jahres antwortet er: „Man kämpft vergebens für den Bau der Brückenüberführung vom Kreisverkehr Richtung Friedenstraße (Siedlung Wünsdorf), da in nächster Zukunft keine Aussicht auf Bau dieser Brücke besteht.“

In Erinnerung – auch noch in 20 Jahren – wird er die Förderung von rund 1,75 Millionen Euro für das Mehrgenerationenprojekt auf dem "Burgberg" für die Senioren, Sportler und Jugendlichen der Stadt haben.

Freiherr von Lützow erzählte stolz: „Wir sind dabei mit der Stadt, einem Architekten, Herrn Wollgram, Herrn Sloty und meiner Person den Bürgerhauspark am Bürgerhaus in Wünsdorf neu zu gestalten. Startschuss soll dann 2024 sein.“

Ein neuer Spielplatz mit Fitnessgeräten soll in nächster Zeit an der Zehrensdorfer Straße vor dem Wohngebiet "Eichenhain II" entstehen.

Der Ortsvorsteher von Lützow fände es toll, wenn sich am und auf dem Gelände der ehemaligen Heeressportschule (kurz HdO) ein Investor finden würde, der dieses tolle Gelände für das Gemeinwohl entwickelt, ohne neue Wohnungen zu bauen. Ideen hat Freiherr von Lützow dazu viele: „Vorstellbar wäre etwas Kulturelles wie zum Beispiel ein Theater, oder eine Sporteinrichtung wie eine Schwimmhalle oder ähnliches.“

Freiherr Rolf von Lützow wünscht sich für dieses Jahr: „2023 soll ein Jahr der Weichenstellungen sein, für einen zukunftweisenden und lebenswerten Ortsteil Wünsdorf-Waldstadt!“

Die Bürgermeisterin von Zossen, Wiebke Şahin-Schwarzweller sagt über den Ortsvorsteher Freiherr von Lützow: er zeichne sich durch außergewöhnliches Engagement aus: „Ihm gebührt großer Dank, Wertschätzung und Unterstützung.“

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