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Ausbildung auf hohem Niveau macht sich bei Einsätzen bezahlt

Zossener Ortsfeuerwehr bereitet sich auf ihr 135-jähriges Bestehen vor

Zossen. Ausführlicher Rückblick  aufs zurückliegende Jahr 2018 und Ausblick auf 2019 standen im Mittelpunkt des Rechenschaftsberichts  von Zossens Ortswehrführer Mathias Bleeck. Dabei warf er unter anderem die Frage auf, ob es Dinge gibt, „aus denen wir lernen können, um für die nun vor uns liegenden Zeiten besser gerüstet zu sein.“ Zunächst die Fakten: Die Ortsfeuerwehr Zossen wurde im Jahr 2018 zu insgesamt 233Brand- und Hilfeleistungseinsätzen alarmiert. Im Vergleich zum Jahr 2017 sind das zwar 61Einsätze weniger, dennoch wurden von den Kameradinnen und Kameraden mit insgesamt 4287 Stunden  35 Prozent mehr als 2017  geleistet. „Insgesamt erarbeiteten die Kameradinnen und Kameraden im Jahr 2018 rund 8900 Stunden, das entspricht 370 Tagenehrenamtliche Tätigkeit“, so der Ortswehrführer. Dazu zählten die Teilnahmen an Einsätzen, Ausbildungs- und Wartungsdiensten, Lehrgängen, Öffentlichkeitsarbeit, Wettkämpfen, Dienstsport, Leitungssitzungen und auch die Büro- und Verwaltungstätigkeiten der Fachbereichsleiter und der Ortswehrführung.

Zum 31. Dezember 2018 zählte die Feuerwehr Zossen 80 Mitglieder, davon sind 40Mitglieder in der  Einsatzabteilung aktiv, inklusive der fünf Mitarbeiter der Stadt Zossen in der Tageseinsatzbereitschaft von Montag bis Freitag von 6 bis 18 Uhr  sowie eines Kameraden  der Feuerwehr „Am Mellensee“.  Die Jugendfeuerwehr hat derzeit sieben, die Alters- und Ehrenabteilung 21  Mitglieder. Zudem kommen im Bereich Sonderdienste vier Frauen, die 2017 in die Feuerwehr Zossen aufgenommen wurden und Sonderaufgaben übernommen haben.  Zu diesen Sonderaufgaben zählen laut Bleeck z.B. die Unterstützung bei der Aus- und Fortbildung, die Unterstützung bei der Versorgung sowie bei der Bearbeitung und Dokumentation von Einsatzlagen (Unwetter, Großschadensereignisse etc.).  Sieben Kameraden bestanden 2018 die Prüfung zum Truppmann, Teil 1, bzw. absolvierten erfolgreich die Ausbildung zum Truppmann, Teil 2. „Diese sieben Kameraden sind aktuell und zukünftig für uns eine wertvolle Unterstützung“, betont Mathias Bleeck. Er wünschte ihnen viel Erfolg.

 

Im Verlauf seines Rechenschaftsberichtes  ging der Zossener Ortswehrführer auch auf das Thema Ausbildung ein. „Grundlagen für unsere Tätigkeiten sind die physische und psychische Fitness. Eine umfassende Aus- und Fortbildung im theoretischen als auch im praktischen Bereich sind daher notwendig und werden wöchentlich durchgeführt. Aus diesem Grund nutzten die Kameraden die Lehrgangsangebote auf interner sowie auf externer Ebene“, hebt Matthias Bleeck hervor. Bedingt durch die Zunahme von Aufgaben und Tätigkeiten sei es aber mittlerweile erforderlich, neben den regulär geplanten Ausbildungsdiensten zusätzliche Sonderdienste zu planen um den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden. Diese würden dann erfahrungsgemäß in den Bereich der geplanten Freizeit der Kameradinnen und Kameraden fallen, was dann wiederum zu deutlichen Einschnitten im Privatleben jedes Einzelnen führe. „Allen beteiligten Kameradinnen und Kameraden vielen Dank für ihre Bereitschaft“.

 

Ortswehrführer Bleeck erinnerte in dem Rückblick auch an die „besonderen Einsätze“ im Jahr 2018, zu denen nicht zuletzt der große Gebäudebrand am 31. Juli in der Zossener Gerichtstraße zählt. Für Mathias Bleeck steht fest, „dass die konsequente, auf einem hohen Niveau durchgeführte Ausbildung, und die Motivation jeder beteiligten Kameradin und jedes beteiligten Kameraden hier sehr deutlich zum Einsatzerfolg beigetragen haben.“ Am Beispiel dieses Einsatzes sei deutlich geworden, wie wichtig das Zusammenspiel der verschiedenen Einsatzkräfte sei. Er erinnerte daran, dass zwei Personen  - bedingt durch die Brandausbreitung in den Treppenraum - ihre Wohnungen nicht mehr verlassen konnten. Sie befanden sich in dieser Situation in unmittelbarer Lebensgefahr.

Durch die ersteintreffende Führungskraft des Löschzuges Zossen wurde aufgrund der unübersichtlichen Lage eine zweite Drehleiter, ein weiterer Rettungswagen (RTW),  ein Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) sowie der organisatorische Leiter Rettungsdienst nachalarmiert. Mathias Bleeck: „Aufgrund des Lagebildes war nicht ersichtlich, ob sich zu diesem Zeitpunkt noch weitere Personen in den Wohngebäuden befinden bzw. in unmittelbarer Umgebung gefährdet sind. Nach Eintreffen des Löschfahrzeugs Zossen und der Drehleiter aus Wünsdorf konnten beide Personen über die Drehleiter bzw. über eine Steckleiter in Sicherheit gebracht werden. Erst jetzt konnte eine umfangreiche Erkundung der Einsatzstelle erfolgen.“ Wie Bleeck weiter ausführte, sei parallel zur Personenrettung die Brandbekämpfung eingeleitet worden. Dazu sei es erforderlich gewesen,  den Kräfte- und Mittelansatz konsequent zu trennen und jedes Wohngebäude einem eigenen Einsatzabschnitt zuzuordnen.

 „Im Bereich eines Gebäudes war die Brandausbreitung so intensiv, dass der hinter dem Wohngebäude befindliche Innenhof wie ein Kamin wirkte und zur Brandausbreitung in das dahinter befindliche zweigeschossige Nebengebäude beitrug“,  so der Ortswehrführer. Nach Eintreffen weiterer Kräfte, einer konsequenten Abschnittsbildung und der Unterstützung der Drehleiter aus Mittenwalde seien die Löschmaßnahmen intensiviert und stetig durchgeführt worden. Im weiteren Verlauf kam es jedoch zu Problemen, bedingt durch die Dacheindeckung mit Blechplatten. „Nur durch das Entfernen der Platten war es möglich, gezielt die noch vorhandenen Brandnester abzulöschen und letztlich den Einsatzerfolg zu erreichen“, betont Mathias Bleeck.  Der Einsatz sei an diesem Tag zur Mittagszeit beendet worden, „jedoch war allen bewusst, dass uns diese Einsatzstelle noch weiter beschäftigen würde.“ Hinzu kam, dass die zu dieser Zeit herrschenden Außentemperaturen (nachts über 20 Grad und am Tag über 30 Grad Celsius)  den beteiligten Einsatzkräften alles abverlangten. Sie wurden am Nachmittag des 31. Juli sowie am Vormittag des 1. August  nochmals zu Nachlöscharbeiten alarmiert, die wiederum längere Zeit in Anspruch nahmen.

„Ich möchte mich als Einsatzleiter recht herzlich für das dort Geleistete bedanken und sehe zuversichtlich in die Zukunft, weil anhand dieses Einsatzes zu erkennen ist, dass die konsequente und auf einem hohen Niveau stattfindende Ausbildung zielführend ist“, erklärt der Ortswehrführer.

Er verwies während seines Berichts nicht zuletzt auf die Auszeichnungsveranstaltung der Stadt Zossen am 16. November 2018 im Bürgerhaus Wünsdorf statt, wo auch fünf  Kameraden der Zossener Wehr mit der Medaille „Für treue Dienste“ ausgezeichnet wurden. So erhielt Manfred Dornbusch die Medaille in der Sonderstufe Gold (für 60 Jahre),   Gerold Kuhlbars in Gold (für 40 Jahre) sowie Robert Gebuhr, Ronny Marek und Marco Nörenberg in Bronze (für 20 Jahre).

 

Mit Blick auf das 135-jährige Bestehen der Zossener Feuerwehr kündigte Mathias Bleeck an,  dass das Jubiläum am 22. Juni 2019 begangen werden soll. „Wir werden uns als Wehr im Rahmen eines Familientages unseren hoffentlich zahlreich erscheinenden Besuchern präsentieren“, so der Wehrführer. Er erinnerte daran, dass siuch trotz aller Schwierigkeiten immer Frauen und Männer in der Stadt gefunden haben, die bereit waren, bei Bränden und anderen Gefahren der Allgemeinheit Hilfe zu leisten. In diesem Sinne sei es ihm auch wichtig, sich bei allen Mitgliedern der Feuerwehr Zossen für die Unterstützung im vergangenen Jahr zu bedanken. Egal, ob in der Jugendfeuerwehr, der Einsatzabteilung, der Sonderdienste bzw. der Alters- und Ehrenabteilung.  „Mir ist bewusst, dass es nicht immer leicht ist, neben den hauptberuflichen, gesellschaftlichen und vor allem auch familiären Pflichten an allen Ausbildungsdiensten, Einsätzen und sonstigen Terminen der Feuerwehr Zossen teilzunehmen“, betont Bleeck. Dennoch sei die Bereitschaft bei Vielen unverändert. Er wünscht sich  sehr, dass die Kameradinnen und Kameraden auch künftig mit der gleichen Begeisterung und unverändertem Engagement dabei sein werden und sie auch in diesem Jahr trotz manch schwerer und auch ergreifender Einsätze nicht die Freude und den Spaß verlieren. Der Stadtwehrführung wünscht der Zossener Ortswehrführer für alle zukünftig zu treffenden Entscheidungen „eine glückliche Hand und Durchhaltekraft“.  Sein Dank gilt zudem der Stadt als

Träger des Brandschutzes, die es nun ermöglicht, dass das gesamte Feuerwehrgebäude im Innenbereich komplett renoviert wird und im 135. Gründungsjahr in neuem Glanz erstrahlen kann. Ein herzliches Dankeschön gab es aber auch für die engagierten Mitarbeiter der Stadt Zossen, die die Wehr in der Tageseinsatzbereitschaft unterstützen, für die Alters- und Ehrenabteilung, die Jugendfeuerwehr, den Förderverein „Freunde und Förderer des Löschzuges Zossen“ und für alle Ehepartner, Freundinnen, Freunde und Förderer,  „die uns bei unserer Arbeit fördern, fordern und unterstützen“, wie es Mathias Bleeck formuliert.

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