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Nachhaltige Entwicklung durch Konversion

Auch die Organisatoren des diesjährigen Konversionssommers wurden durch die  Corona-Pandemie gezwungen, flexibel auf die neuen Bedingungen zu reagieren. So konnte die geplante Wanderausstellung „25 Jahre Truppenabzug - Konversion in den FOKUS- Gemeinden“ nicht wie geplant aufgebaut werden. Markus Hennen präsentierte stattdessen die Inhalte der Ausstellung am 18. September 2020 im Bürgerhaus Wünsdorf als Vortrag.  An der Veranstaltung nahm auch Zossens Bürgermeisterin Wiebke Schwarzweller teil. Seit dem Abschluss des Abzugs der sowjetisch-russischen Truppen im Jahr 1994 aus  Deutschland mit 340 000 Soldaten, 208 000 Angehörigen und Zivilangestellten sowie rund drei Millionen Tonnen an Gepäck und Ausrüstung steht der Begriff Konversion für die zivile Nachnutzung vormals militärisch genutzter Areale. Die Konversion dieser Flächen wurde von der Landesregierung als „zentrale landespolitische Gestaltungsaufgabe . . . und vorrangiges Problem der strukturellen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung in Brandenburg definiert“. Markus Hennen stellte Beispiele erfolgreicher Konversion in den 17 FOKUS-Gemeinden vor, zu denen auch Wünsdorf gehört. Der geschichtsträchtige Standort, der schon zu Kaiserzeiten, später von der deutschen Wehrmacht und der Roten Armee militärisch genutzt worden ist, gehört zu den besonders stark von Konversion  betroffenen Orten im Land Brandenburg. Das Land hatte 1000 000 Hektar an Flächen, einschließlich aller Rechte und Pflichten des Eigentums übernommen. Dazu zählten 83 Kasernenkomplexe, 89 Wohngebiete, 19 Flugplätze und 45 Truppenübungsplätze.

Für Wünsdorf begann mit dem Abzug der sowjetisch-russischen Truppen ein völlig neuer Abschnitt seiner Geschichte. Mit den Jahren gelang es erfolgreich, der einst „verbotenen Stadt“ nach und nach ein ziviles Antlitz zu verleihen. Bereits 2016 hieß es im Zusammenhang mit dem Konversionssommer: „Es gibt kaum einen Ort in Brandenburg, der so deutlich die Herausforderungen, die Möglichkeiten und die Chancen alter Militärflächen aufzeigt, wie Wünsdorf-Waldstadt. Das Netzwerk Fokus hätte sich deshalb keine bessere Kulisse für den Startschuss des Konversionssommers aussuchen können.“

Nachdem der Kurzfilm der beiden Filmhochschulstudentinnen Natalie Kinscher und Daria Wörmann „Passage - 145 Jahre Königliche Preußische Militäreisenbahn“ gezeigt wurde, stellte Hans-Albert Hoffmann sein Buch „Wünsdorf - die sowjetische Hauptstadt in Deutschland“ vor. Dabei bot er neben vielen historischen Fakten auch  unterhaltsame Episoden und präsentierte teils bislang unbekanntes Bildmaterial.

Zossen, den 21. September 2021, 14.55 Uhr

 

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