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Sonderausstellung „Kinder- und Jugendliteratur im Wandel der Zeit“

Nach der Zwangspause - bedingt durch die Corona-Pandemie - öffnet das Schulmuseum im Haus Kirchplatz 7 in Zossen ab 2. Juli 2020 wieder seine Räume für Besucher. Geöffnet ist donnerstags und sonnabends von 10 bis 12 Uhr. „Wir freuen uns alle, dass wir wieder loslegen können“, so Karola Andrae, Vorsitzende des Heimatvereins „Alter Krug“, der Träger des Schulmuseums ist. Wie sie sagt, werde das Museum in diesem Jahr auch in den Sommerferien geöffnet sein. Gruppenführungen seien nach  telefonischer  Absprache unter 03377 / 33 43 46 möglich, natürlich unter Einhaltung der noch bestehenden Einschränkungs- und Hygienebestimmungen.

Zu sehen ist weiterhin die im März eröffnete Sonderausstellung „Kinder- und Jugendliteratur im Wandel der Zeit“. Wie Gudrun Haase, Leiterin des Schulmuseums, bei der Eröffnung sagte, konnte dank vieler Bücherspenden und Leihgaben der Mitglieder des Heimatvereins „Alter Krug“ eine ebenso anschauliche wie umfangreiche Ausstellung zusammengestellt werden, die ein breites Spektrum der Kinder- und Jugendbücher über mehrere Jahrhunderte hinweg zeigt. So sind auch Klassiker wie Daniel Defoes „Robinson Crusoe“ oder Astrid Lindgrens „Pippi Langstrumpf“ vertreten. Auch „Struwwelpeter“  und Grimms Märchen dürfen freilich nicht fehlen.

Gudrun Haase erinnerte daran, dass schon der 12-jährige Goethe die Abenteuer des Robinson Crusoe gelesen haben soll. „Gerade in der Gegenwart wird wieder auf die Bedeutung des Vorlesens für die Entwicklung des Kindes hingewiesen“, so die Museumsleiterin. Viele interessante Kinderbücher wie die des Lehrerehepaares Ingeborg und Günther Feustel oder die Bücher von Fred Rodrian, illustriert von Künstler Werner Klemke, würden noch heute im Nachdruck das Lesevergnügen der Kinder anregen, so Gudrun Haase.
Die Ausstellung ist in verschiedene Themenbereiche gegliedert, ein Teil ist beispielsweise der Schulliteratur gewidmet. Er wurde von Rosi Awdoschin gestaltet, die hier ihr umfangreiches Wissen und ihre Erfahrungen als Deutschlehrerin hat einfließen lassen und auf die Vielfalt der Literatur hinweist, die Schulkindern über Jahrzehnte nahebracht wurde. Tatsächlich schwelgten die älteren Besucher der Ausstellung schnell in Erinnerungen über ihre unterschiedlichen persönlichen Erfahrungen mit Goethes „Faust“, Shakespeares „Hamlet“,  Sokrates‘ „Antigone“ oder Dieter Nolls „Die Abenteuer des Werner Holt“.

Stolz ist das Zossener Schulmuseum auf die Sammlung sehr alter Märchenbücher, die zum Teil schon aus der Zeit um 1900 stammen. Zu dem beträchtlichen Bestand gehören aber auch Lesebücher aus dem 19. Jahrhundert und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. „Mit ihrer Sammlung der Märchen legten die Gebrüder Grimm den Grundstock der Kinderliteratur“, so Gudrun Haase. Sie erinnert an so bekannte, die Kinderzeit vieler Mädchen und Jungen prägende Bücher wie den von Heinrich Hofmann verfassten „Struwwelpeter“, die Bildergeschichten von Wilhelm Busch - unter anderem Max und Moritz -  sowie die „Heinzelmännchen“ von August Kopisch. Viele dieser Bücher seien einst ein beliebtes Weihnachtsgeschenk gewesen.

Die Aufzählung ließe sich beliebig fortsetzen. Wer kennt sie nicht,  „Die Heiden von Kummerow“ von Ehm Welk, den braven Schüler Ottokar von Ottokar Domma, Erwin Strittmatters „Tinko“ oder „Timurs Trupp“ von Arkadi Gaidar? Zu den beliebtesten Werken klassischer Jugendliteratur gehörten dagegen neben „Robinson Crusoe“ von Daniel Defoe auch Jonathan Swifts „Gullivers Reisen“ sowie die „Lederstrumpf-Erzählungen“ von James Fenimore Cooper. Nicht zu vergessen „Emil und die Detektive“ von Erich Kästner oder „Onkel Toms Hütte“.

Komplettiert wird die  Ausstellung von thematisch passenden Sprüchen - aufgeschrieben und gestaltet von Jutta Graumann. So ist unter anderem Astrid Lindgren zitiert: „Wie die Welt von morgen aussehen wird, hängt in großem Maße von der Einbildungskraft jener ab, die gerade jetzt lesen lernen.“ Auch Hermann Hesses Einschätzung „Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seine Böden und kostbare Bilder die Wände bedecken“ findet sich wieder.

Folgende Regeln gelten ab 2. Juli 2020 wegen der Corona-Pandemie bei einem Besuch im Schulmuseum:

1. Betreten des Museums mit Mund-Nasenschutz
2. Eintritt nur nach Aufforderung
3. Verweildauer maximal 30 Minuten
4. maximal 5 Personen gleichzeitig
5. Berühren der Exponate verboten
6. Gruppenführungen zur Zeit wegen der Einschränkungen nicht möglich
7. Besucher tragen sich bitte in eine Liste ein mit folgendnen Angaben: Name, Anschrift, Telefonnummer, Verweilzeit 

  

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