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Ausstellung "Ansichtssache" bis zum 19. September 2020 verlängert

Galerie-Café  empfängt wieder Gäste und Ausstellungsbesucher

Ab Freitag, dem 15. Mai 2020, erwartet auch das Galerie-Café im Haus Kirchplatz 7  wieder seine Gäste, die in den vergangen Tagen lediglich im Außer-Haus-Verkauf  bedient werden konnten. Mit Öffnung des Cafés zu den gewohnten Zeiten ist auch wieder der Besuch der aktuellen Fotoausstellung „Ansichtssache“ des Journalisten Fred Hasselmann  möglich.  Bis zum 19. September 2020  sind  mehr als 40 Fotos - zum Teil mehr oder weniger stark bearbeitet oder zu phantasievollen Collagen verfremdet - zu sehen.  Sie nehmen den Betrachter mit in verschiedene Länder der Welt (echte Reisen sind ja derzeit noch  nicht möglich) , wobei viele der  Aufnahmen einen ganz speziellen Blick des Fotografen auf die Motivvielfalt erkennen lassen, die ihn stets vor Ort  - ob Indien oder  Myanmar,  Istanbul oder Prag - erwartet hat. So sei es die größte Herausforderung für ihn in Vorbereitung dieser Ausstellung gewesen, unter den Hunderten Lieblingsfotos, die sich im Laufe der Jahre angesammelt haben, jenen Bruchteil an Fotomotiven auszusuchen, der nun nach der Corona bedingten mehrwöchigen Schließung der Öffentlichkeit gezeigt werden kann,  so der inzwischen 62-Jährige.

Die Liebe bzw. die enge Beziehung zum Foto war schon aufgrund seines Berufs immer gegeben. Ein guter Text verlangt nach guter Illustration. In den ersten Monaten, ja Jahren nach Abschluss seines Journalistik-Studiums  sei es ganz normal und üblich gewesen, dass es bei den Zeitungen und Zeitschriften gut ausgebildete, hochmotivierte  Fotografen gab, die gemeinsam mit dem Redakteur oder Reporter unterwegs waren. Beide bildeten meist ein gutes und eingespieltes Team, was besonders während seiner Zeit bei der Neuen Berliner Illustrierten wichtig war, wo gute Bildarbeit im Vordergrund statt. Beispiel: Als  er Anfang der 1990er für eine ihn prägende Reportage fürs extra-Magazin (Nachfolger der NBI) auf Recherchetour für „Elf Länder in zwölf Tagen“ ging, war ein gestandener, sehr erfahrener und engagierter Fotograf an seiner Seite. Auch als er später als Reporter fürs Deutsche Landblatt durchs  Land  fuhr - sogar bis nach England und Dänemark - war selbstverständlich immer ein Fotograf mit dabei. Gleiches galt in seiner Zeit als Polizeireporter in Berlin und zunächst auch als Redaktionsleiter der Märkischen Allgemeinen in Bad Belzig.  Er hatte also nie Grund, selbst zum Fotoapparat zu greifen, von einigen privaten Urlaubs- und Familienfotos einmal abgesehen.

Bis die Digitalisierung Einzug hielt. Damit wurde alles anders. Plötzlich erhielten die Lokalredaktionen eigene Kameras, die Redakteure sollten - zusätzlich zu ihrer eigentlichen Arbeit - selbst fotografieren, ob sie es konnten, wollten oder nicht. Die vertraglichen Konditionen für echte Fotografen verschlechterten sich, es kam zu Kündigungen, Dunkelkammern wurden – weil nicht mehr gebraucht – abgeschafft.  Nachdem er sich schließlich privat eine Digitalkamera zugelegt hatte, kam er nach und nach auf den Geschmack. Schließlich brauchte man kein Fotolabor mehr zu bemühen, keine Filme mehr zu kaufen, man konnte Bilder einfach löschen, konnte experimentieren, soviel man wollte. Das alles habe er eigentlich zur geplanten Vernissage am 21. März sagen wollen, so Hasselmann. Die fiel aber leider der Corona-Krise zum Opfer. Wie so vieles in dieser Zeit.

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