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Freitag, 07. September 2018

Bürgermeisterin: Stadt lässt sich nicht erpressen

Überrascht, verwundert und enttäuscht  hat die Stadtverwaltung Zossen zur Kenntnis genommen, dass der Zossener Verein „Schützende Hand“ den sogenannten Fundtiervertrag mit der Stadt zum Jahresende gekündigt hat. Verwundert nicht zuletzt auch deshalb, weil die Stadt noch vor Posteingang der Kündigung im Rathaus von der Presse mit dieser Tatsache konfrontiert worden ist. Wie Ordnungsamtsleiterin Stefanie Wegner sagte, sei man auch deshalb überrascht, weil man bislang komplikationslos zusammengearbeitet hat, Rechnungen und Aufträge wurden ordentlich bezahlt. Außerdem unterstützte die Stadt zusätzlich zu den anfallenden, vertraglich  vereinbarten Kosten das Tierheim in Zossen mit jährlich 5000 Euro.

Der  seit 1. Januar 2014 gültige Vertrag hat eine Laufzeit von fünf Jahren und hätte sich automatisch verlängert, wenn er nicht zuvor gekündigt wird. Er sieht vor, dass dem vom Verein „Schützende Hand“ betriebenen Tierheim in Zossen für die Aufnahme von Katzen für jeden Tag bis höchstens 58 Tage Aufenthalt im Tierheim 5 Euro, für jeden kleinen Hund 8,50 Euro und für große  Hunde 10,50 Euro pro Tag von der Stadt bezahlt werden. Für Kleintiere wie Hasen, Mäuse und Meerschweinchen sind 3,50  Euro pro Tag vereinbart worden. Zusätzlich übernimmt die Stadt die Kosten auf Nachweis eine mögliche Eingangsuntersuchung (20 Euro) sowie - wenn notwendig - die Grundimpfung (40 Euro) des Tieres. Auch mögliche Kosten, die entstehen, wenn ein Tier eingeschläfert werden muss (60) Euro) bzw. die Tierkörperbeseitigung (nach Rechnung) übernimmt laut Vertrag die Stadt. Auch die Personalkosten pro Helfer, die entstehen, wenn ein Tier eingefangen werden muss, wird von der Stadt pro angefangener Stunde mit 10 Euro vergütet. Dazu kommen anfallende Fahrkosten. So hat die Stadt Zossen im Jahr 2016 laut Fundtiervertrag rund 9100 Euro, 2017 insgesamt 13 600 Euro  und bislang in diesem Jahr 12 500 an das Tierheim gezahlt. Außerdem darf das Tierheim alle Einnahmen behalten, die aus der Vermittlung von aufgenommenen Fundtieren resultieren.  

„Das“, so Bürgermeisterin Michaela Schreiber, „ist dem Verein aber offenbar nicht genug. Er möchte neben diesem  ‚Luxuspaket‘ auch noch das ‚Rundum-sorglos-Paket‘ haben, was im Klartext heißt, die Stadt soll pro Einwohner und Jahr pauschal einen Euro bezahlen, womit wir aktuell auf fast 20 000 Euro kommen würden. Das haben wir aber nicht nur aus Kostengründen abgelehnt.“ Mit einer solchen Pauschale hätte die Stadt keinerlei Überblick mehr über die tatsächlich anfallenden Kosten. So sei es jetzt schon verwunderlich, dass auffallend viele Tiere ausgerechnet nach 58 Tagen vermittelt werden, genau jene Zeit, in der die Tagespauschale bezahlt werden müsse. Zudem sei es auch schon vorgekommen, dass Bürger ihre freilaufende Katze gesucht haben, die von schützenden Händen aufgegriffen und ins Tierheim gebracht wurde. Bürgermeisterin Schreiber betont, dass sich die Stadt nicht erpressen lassen werde. Mit der Tierpension Jagoschitz in Ludwigsfelde habe man seit Jahren einen zweiten zuverlässigen Vertragspartner für die Aufnahme von Fundtieren, den beide Seiten weiterhin erfüllen werden.

                                                                                  Pressemitteilung vom 7. September 2018