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Veranstaltungsreihe: "2014 - Zossen erinnert an das Jahrhundert im Umbruch von 1914 bis 1989

 

Datum, Uhrzeit

Titel der Veranstaltung / Veranst.-Format

Veranstalter o. ä. Info

 

 

21. Juni , 17 Uhr

Gemeindesaal der Evangelischen Kirchengemeinde Zossen, Kirchplatz 4

Eröffnungsveranstaltung zur Veranstaltungsreihe „2014 – Zossen erinnert“

Vortrag Dr. Lipp „Die Friedensbewegung vor dem ersten Weltkrieg“; Musik: Konrad Furian

Veranstalter: Ev. Kirchengemeinde Zossen

 

 

21. Juni bis 25. Juni

(während der Öffnungszeiten der Stadt Zossen)

Rathaus Zossen

„DDR: Mythos und Wirklichkeit“ / Wanderausstellung

In der Ausstellung werden Mythen über das Leben unter der SED-Diktatur aufgegriffen und der Realität gegenübergestellt.

Veranstalter: Stadt Zossen in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung e. V. und dem Verband der Geschichtslehrer Deutschlands e. V.

(Info: Die Ausstellung ist bereits ab 05.06.2014 für Interessierte im Rathaus Zossen zugänglich)

 

 

21. Juni bis 17. November

Do. 15:30 bis 18:30 Uhr

Sa. 10 bis 13

Zossen, Fischerstraße 26

„Zossen 33“ / Ausstellung

Veranstalter: BI Zossen zeigt Gesicht

(ab 1. Juni mit gesonderter Terminvereinbarung für Schulprojekte)

 

 

3. Juli, 10 bis 13 Uhr

Marktplatz Zossen

„100 Jahre Krieg und Frieden in Zossen“

Veranstalter: Stadt Zossen und alle Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung

 

 

3. Juli, 10 bis 13 Uhr

Marktplatz Zossen

 

„Nie wieder Krieg“ / Ausstellung von Frau Christa Senberg

Die Ausstellung zeigt klassische Friedensplakate, Plakate mit Gedichten von Brecht, Tucholsky u. a. und allgemeine Plakate zum Thema Frieden (Kinderzeichnungen, Fotos etc.)

 

 

3. Juli, 14 Uhr

Bibliothek Zossen, Kirchplatz 2

 

Vortrag zum Thema „100 Jahre Krieg und Frieden“

1914/1918. Der Weg nach Versailles“ - Bevor das Deutsche Reich in den Ersten Weltkrieg eintrat, hatte es den Neid der Völker auf sich gezogen - als wirtschaftlich boomende, kulturell und wissenschaftlich strahlende, sozial fortschrittliche, militärisch brillante Nation. Nach vier Jahren Krieg galt es als aggressiv, reaktionär, rechtsverachtend, schuldbeladen. Wie wurde es vom Musterschüler zum Paria Europas?

Jörg Friedrich, bekannt für unorthodoxe Fragen an die Geschichte, wirft einen neuen, unverstellten Blick auf die Weltkriegsjahre 1914 bis 1918.
Veranstalter: Bibliothek Zossen-Wünsdorf

Eintritt frei!

 

 

13. Juli, 14 Uhr

Bürgerhaus Wünsdorf

„Ein Zeitreise durch 90 Jahre Zossen-Wünsdorf / Vortrag

Veranstalter: Förderverein Garnisonsmuseum Wünsdorf e. V.

 

 

17. Juli bis 29. Juli Eröffnung 15 Uhr

(ansonsten während der Öffnungszeiten der Stadt Zossen)

Rathaus Zossen

Diktatur und Demokratie im Zeitalter der Extreme / Ausstellung

Die Schau präsentiert 190 Fotos aus zahlreichen europäischen Archiven und erzählt  Europas 20. Jahrhundert als dramatische Geschichte zwischen Freiheit und Tyrannei, zwischen Demokratie und Diktatur. Sie lädt zu einer historischen Ortsbestimmung ein, zu der das Jahr 2014 herausfordert.

Herausgeber: Münchner Institut für Zeitgeschichte, Deutschlandradio Kultur und die Bundesstiftung zur Aufbereitung der SED-Diktatur in Berlin

Veranstalter: Barbara Kaulen

 

 

20. Juli, 10 Uhr

Bücher- und Bunkerstadt Wünsdorf

Kranzniederlegung und Gedenkrede

Für die  Widerständler des 20. Juli 1944 beim Oberkommando des Heeres in Zossen, am Denkmal „Zivilcourage“

 

 

1. August , 18 Uhr

Ehrenfriedhof Zehrensdorf

Friedensandacht: 100 Jahre Beginn Erster Weltkrieg

Musik: Ralf Lämmchen, Dudelsack

Mitwirkende: Hindu-Priester Dhiraj Roy, Superintendentin K. Furian, Bürgermeisterin M. Schreiber

 

 

5. August bis 5. September

(während der Öffnungszeiten der Stadt Zossen)

Rathaus Zossen

„Die Arbeit am Feind …“ / Wanderausstellung der Behörde des BStU

Die Ausstellung gibt Einblicke in das Wirken der Staatssicherheit in den beiden ehemaligen Bezirken Frankfurt (Oder) und Cottbus. Es wird z. B. über politische Prozesse in der Ära Ulbrichts, über Post- und Paketkontrolle und über verweigerte Spitzeldienste informiert.

Veranstalter: Stadt Zossen in Kooperation mit Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (BStU)

 

 

7. August, 16 Uhr

Rathaus Zossen

„Meine Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg und danach“ / Lesung

Frau Siekierka erzählt aus ihrem Leben

 

 

21. August , 14 bis 18 Uhr

Rathaus Zossen

Informationstag des BStU / Beratungen für Bürger

die Zugang zu Stasi-Unterlagen begehren (persönliche Antragstellung auf Akteneinsicht).

Seit 1992 hat jeder das Recht, jene Unterlagen einzusehen, die das Ministerium für Staatssicherheit über seine Person angefertigt hat. Mehr als eine Million Menschen haben seitdem einen ‚Antrag auf persönliche Akteneinsicht gestellt. Entsprechende Antragsformulare erhalten die Bürger in allen Dienststellen der BStU, per Post oder über das Internet. Viele haben aus verschiedenen Gründen von der Möglichkeit der Antragstellung noch nicht gebrauch gemacht, u. a. aus Zeitmangel, wegen der weiten Wege oder weil sie einfach nicht wissen, wie und wo es Antragsformulare gibt.

Veranstalter: Stadt Zossen in Kooperation mit Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (BStU)

 

 

30. August , 15 Uhr

Treffpunkt vor dem Rathaus Zossen

Stadtspaziergang „Juden in Zossen“

Veranstalter: BAZ e.V., Kurt Liebau

 

 

1. September , 18 Uhr

Zossen, Kirchplatz

„Anti-Kriegs-Tag“ in Zossen

Veranstalter: Aktionskreis, vertreten durch Herrn Baranowski und Frau Senberg

 

 

25. September bis 9. November

(Öffnungszeiten der Stadt Zossen)

Rathaus Zossen

„Stasi Ohn(e) Macht“ – Die Auflösung der DDR-Geheimpolizei / Wanderausstellung der Behörde des BStU

Fotoausstellung, die mit wenigen, aber prägnanten Worten beschrieben ist. Die Ausstellung dokumentiert anhand zeitgenössischer Fotodokumente den erfolgreichen Widerstand der DDR-Bevölkerung gegen das SED-Regime und seine Geheimpolizei. Sie richtet die Aufmerksamkeit insbesondere auf die Ereignisse vor Ort: In verschiedenen regionalspezifischen Ausgaben vermittelt die Ausstellung einen lebendigen Ausdruck von dem Geschehen in der DDR im Herbst 1989.

Veranstalter: Stadt Zossen in Kooperation mit Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (BStU)

 

 

18. Oktober , 15 Uhr

Gemeindesaal der Evangelischen Kirchengemeinde Zossen, Kirchplatz 4

„Kriegsgefangen in Zossen“ / Vortrag Heike Liebau

Veranstalter: BAZ e.V.

 

 

30. Oktober, 14 Uhr

Rathaus Zossen

Spuren hundertjähriger Geschichte 1914 – 2014 / Präsentation der neuen Broschüre

Ein historischer Streifzug durch die ehemalige Militärstadt Wünsdorf.

Herausgeber/Veranstalter: Stadt Zossen in Zusammenarbeit mit den Förderverein Garnisonsmuseum Wünsdorf e. V.

 

 

1. November , 15 Uhr

Gemeindesaal der Evangelischen Kirchengemeinde Zossen, Kirchplatz 4

„Zossen und Weimar“ / Vortrag Kurt Liebau

Veranstalter: BAZ e.V.

 

 

9. November , 17 Uhr

Gemeindesaal der Evangelischen Kirchengemeinde Zossen, Kirchplatz 4 / Dreifaltigkeitskirche

Abschlussveranstaltung der Veranstaltungsreihe „2014 – Zossen erinnert“ mit Gedenken an den Mauerfall vor 25 Jahren

Musik: Duo Acuerdo

Veranstalter: Ev. Kirchengemeinde Zossen

 

 

 

Friedensbewegung kontra Kriegstreiber

Mit einem Vortrag des Historikers Karlheinz Lipp wurde die  Veranstaltungsreihe „2014 –  Zossen erinnert“  eröffnet

 

Zossen.   Mit einem Vortrag des Historikers Karlheinz Lipp  ist  am 21. Juni im Gemeindesaal der Evangelischen Kirche Zossen die Veranstaltungsreihe „2014 - Zossen erinnert  - an das Jahrhundert im Umbruch von 1914 bis 1989“ eröffnet worden. Sie ist eine Fortsetzung der im vergangenen Jahr  erfolgreich durchgeführten Reihe „2013 – Zossen erinnert – an 1933 und die Folgen“, die mit dem  von der Stadt Oranienburg, der Gedenkstätte und dem  Museum Sachsenhausen  verliehenen Franz-Bobzien-Preis (ehemals Oranienburger Toleranzpreis). ausgezeichnet worden war.

 

Superintendentin Katharina Furian, eine der  Initiatoren der Veranstaltungsreihe, war es gelungen, mit  dem Historiker Karlheinz Lipp zum Auftakt der Veranstaltungsreihe  einen Experten in Fragen der historischen Friedensforschung zu gewinnen. Lipp ist unter anderem für seine Bücher „Berliner Friedenspfarrer und der Erste Weltkrieg“  und „Der Thüringer Friedenspfarrer Ernst Böhme (1862 – 1941) bekannt. Böhme hatte von 1894 bis 1920 konsequent Stellung gegen den Krieg bezogen und sich  dadurch von vielen seiner Kollegen unterschieden. Er organisierte den 1. Deutschen Friedenskongress in Jena 1908, entwickelte interessante friedenspädagogische Positionen und warnte vor dem Ersten Weltkrieg. Nach 1918 zog der Friedenspfarrer eine kritische Bilanz einer militarisierten Kirche des Kaiserreiches.

 

„Wir  haben bewusst den Friedensgedanken in den Vordergrund der  Eröffnungsveranstaltung  gestellt“, so Katharina Furian. Der sei 100 Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs aktueller denn je.  Ihr Sohn Konrad hatte mit Brahms Rhapsodie g-Moll die Veranstaltung musikalisch umrahmt .Wer an diesem Tag den Weg in den Kirchengemeindesaal gefunden hatte – außer den Initiatoren der Veranstaltungsreihe (Bürgermeisterin Michaela Schreiber, Superintendentin Katharina Furian und  Georg von Eichborn als Vertreter der Bürgerschaft zahlreiche Zossener -  erfuhr  viel Wissenswertes über die protestantische Friedensbewegung gegen den Ersten Weltkrieg. Zwar unterstützten auch viele Pfarrer und Theologen hemmungslos das deutsche Militär und den Kriegskurs des imperialistischen Kaiserreiches, aber eben nicht alle. So umfasste die Deutsche Friedensgesellschaft (DFG), die 1892 von Bertha von Suttner  und Alfred Hermann Fried in Berlin gegründet wurde, bis 1914  zirka 10000 Menschen, die laut dem Historiker in 98 Ortsgruppen organisiert waren.

 

Friedensforscher Lipp erinnerte zudem an den Friedensaufruf „An die Geistlichen und theologischen Hochschullehrer der evangelischen deutschen Landeskirchen“, in dem mit deutlichen Worten die Aufrüstung und die daraus resultierende Kriegsgefahr kritisiert wurden. Insgesamt, so haben die Recherchen des Historikers ergeben, schlossen sich damals zirka 400 evangelische Theologen dieser Friedensresolution an. In Preußen arbeiteten  zu dieser Zeit etwa  18 000 Pfarrer.

 

Gedenkstein für die Tartaren hat seine vier Turbane wieder

Die Inschrift des Gedenksteins lautet: „Grabstätte der kriegsgefangenen mohammedanischen Kasan Tartaren die unter der Regierung Wilhelm des II während des Welt-Krieges starben“.
Steinmetz Dennis Tiefert bei letzten Arbeiten An den vergoldeten Turbanen.


Wünsdorf. Die Grabstätte für die kriegsgefangenen  mohammedanischen Kasan-Tartaren, die unter der Regierung Wilhelm II. während des Ersten Weltkrieges starben, ist seit dem 25. Juni wieder komplett. Steinmetzmeister Andreas Knurbien aus Wünsdorf und sein Kollege Dennis Tiefert setzten dem Gedenksteinstein, der auf dem Ehrenfriedhof Zehrensdorf steht,  die fehlenden vier Turbane auf. In rund vierwöchiger Arbeit  waren die aus Sandstein gefertigten Nachbildungen erstellt worden. Sie sind zudem mit Blattgold veredelt.  Lediglich ein  aus Stein gehauener Original-Turban befindet sich laut Steinmetz Knurbien  im Wünsdorfer Garnisionsmuseum. Die anderen gelten als verschollen.

 

Die Initiative, den außergewöhnlichen Gedenkstein  komplettieren zu lassen, kam vom  Förderverein „Garnisionsmuseum Wünsdorf“. „Die Finanzierung  hat die Stadt Zossen übernommen“, sagt Bürgermeisterin Schreiber. Sie verweist in diesem Zusammenhang auf die aktuelle Veranstaltungsreihe „2014 - Zossen erinnert – an das Jahrhundert im Umbruch von 1914 bis 1989 “, in deren Rahmen am 1. August um 18 Uhr eine Friedensandacht auf dem Zehrensdorfer Ehrenfriedhof stattfindet. Veranstalter sind die Stadt Zossen und die evangelische Kirchengemeinde.

 

Das nun wieder vollständige Tatarendenkmal, entworfen vom Architekten Otto Stiehl, war 1916  eingeweiht worden. Stiehl war stellvertretender Kommandant der Wünsdorfer Sonderlager. Die Inschrift  ist in Deutsch und Turko-Tatarisch  zu lesen. Seit 1995  steht der einzigartige interkonfessionelle Friedhof, auf dem neben Muslime auch Christen, Hindus und Sikhs bestattet worden sind  unter Denkmalschutz. 

 

 

100 Jahre Krieg und Frieden

Unter dem Motto "100 Jahre Krieg und Frieden in Zossen" fand am 3. Juli 2014 eine fraktionsübergreifende Veranstaltung auf dem Marktplatz statt, auf der auch die Ausstellung "Nie wieder Krieg" von Christa Senberg zu sehen war.

Beeindruckende Zeremonie

Friedensandacht  auf dem Zehrensdorfer Ehrenfriedhof mit mehr als 100 Teilnehmern

Wünsdorf. Mit einer Friedensandacht auf dem Ehrenfriedhof Zehrensdorf  bei Wünsdorf  haben die Stadt Zossen, die evangelische Kirchengemeinde Zossen und mehr als 100 Bürger der Stadt an den 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges erinnert. Am 1. August  1914 hatte das deutsche Kaiserreich Russland den Krieg erklärt. Dies war der Beginn eines verheerenden Massenkrieges, der etwa zehn Millionen Tote und doppelt soviel Verwundete und Verstümmelte forderte. Die Friedensandacht ist Teil der Reihe „2014 – Zossen erinnert – an das Jahrhundert im Umbruch von 1914 bis 1989“. Eröffnet wurde sie von Zossens Bürgermeisterin Michaela Schreiber.  "Wir haben als Ort für unserer Friedensandacht den Ehrenfriedhof Zehrensdorf ausgewählt, weil hier an dieser Stelle die im Ersten Weltkrieg in unserer Region zu Tode gekommenen Angehörigen vieler verschiedener Staaten und fast aller Religionsgemeinschaften gemeinsam zur Ruhe gebettet wurden", sagte Michaela Schreiber.  Superintendentin Katharina Furian betonte in ihren Worten, dass der Frieden im Kern jeder Religion zu finden sei. Sie erinnerte an die zahlreichen aktuellen Krisenherde auf der Welt. Der Zehrensdorfer Friedhof, so Katharina Furian, sei ein Ort, an dem die Menschen wahrnehmen können, dass Menschen aus aller Welt  an einem Krieg in Europa teilnehmen  mussten und dort nicht nur durch Waffen, sondern auch an Heimweh starben. Auf dem Ehrenfriedhof sind 206 indische Soldaten begraben, die die Zeit der Gefangenschaft in dem Lager nicht überlebt hatten. Hindu-Priester Dhiray Roy zelebrierte unter anderem ein 270 Jahre altes religiös-philosophisches Lied in bengalischer Sprache. Ehrengäste aus Großbritannien waren  Martin S. G. Thomson, Adolphus Lawington und Ivor Tredgette von der Royal British Legion sowie Vertreter der  Berliner Pipe Company.

Emotionale Erinnerungen

Gerda Siekierka erzählte über  ihre Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg und danach

Zossen . Eine Lesung mit Gerda Siekierka fand am Donnerstag, dem 7. August, im  Rathaus Zossen statt. Unter der Überschrift  „Meine Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg und danach“ erzählte die heute 79-Jährige über die Flucht ihrer Familie  Ende 1945 aus ihrem Heimatdorf in Pommern, über die  spätere Rückkehr und die tagelange Fahrt in einem Viehwaggon, die sie 1947 nach Görlitz, später in die Uckermark verschlug. Noch heute, so sagt die seit 1956 in Zossen lebende Seniorin, habe sie Kontakt zu polnischen Freunden, ohne deren Hilfe sie damals wohl verhungert wäre. Gerda Siekierka hat all ihre Erlebnisse für sich aufgeschrieben und freut sich darüber, dass sich nicht nur ihre Enkeltochter dafür interessiert. 
Die Lesung fand im  Rahmen der Veranstaltungsreihe „2014 – Zossen erinnert – an das Jahrhundert im Umbruch von 1914 bis 1989“ statt. 

 

Treffpunkt Friedenseiche

Zossener erinnerten an den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs  

Zossen .  Zu einem Antikriegstag versammelten sich am 1. September rund 40 Zossener Bürger an der Friedenseiche auf dem Kirchplatz der Stadt.  Aufgerufen dazu hatte ein Aktionskreis, vertreten durch die Organisatoren der Veranstaltung Sven Baranowski und Christa Senberg. Vor einem Transparent der Aktion Aufschrei, die dazu  aufruft, den Waffenhandel zu stoppen, sowie vor dem Hintergrund der Losung der Ökumenischen  Friedensdekade „Es ist Krieg. Entrüstet Euch“ bekam jeder Teilnehmer einen blauen Luftballon mit aufgedruckter Friedenstaube und einen Zettel mit der Aufschrift „Die Bundesregierung handelt nicht in meinem Namen. Ich will Frieden“. Wer wollte, konnte noch persönliche Anmerkungen oder Wünsche darauf schreiben. Anschließend  ließ man die Ballons gemeinsam in den Himmel steigen. In den Gesprächen an diesem Abend kam angesichts der aktuellen internationalen Krisen- und Kriegsherde immer wieder der Wunsch nach Frieden und  nach friedlichen Lösungen der von den Regierenden  angezettelten Konflikte  zum Ausdruck. Aufkleber mit der Aufschrift „Schwerter zu Pflugscharen“ und „Grenzen öffnen für Menschen. Grenzen schließen für Waffen“ bekräftigten diesen Wunsch. Erinnert wurde daran, dass am 1. September  1939, genau vor 75 Jahren, mit dem Überfall Hitler-Deutschlands  auf das Nachbarland Polen der Zweite Weltkrieg begann. Er kostete in sechs Jahren knapp 60 Millionen Menschen das Leben.

Der Antikriegstag fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe „2014 – Zossen erinnert – an das Jahrhundert im Umbruch von 1914 bis 1989“ statt.

 

Geschichte vor der eigenen Haustür

Sonderausstellung in ehemaliger Ratsstube am Marktplatz

Zossen . Die Sonderausstellung  „Vergessene Ansichten und Zeitdokumente – Geschichte vor der eigenen Haustür“  ist derzeit montags und donnerstags jeweils von 9 bis 15 Uhr in der Ratsstube, Marktplatz 18,  zu sehen. Andere Termine können  unter 0177 39 93 99 vereinbart werden. Zusammengetragen worden sind die Fotos und Dokumente seit 2007 von Sven Reimer. Auf insgesamt 16 Tafeln hängen historische Postkarten mit Zossener Motiven, alte Feldpostbriefe und Behördenschreiben, aber auch Flugblätter und Todesanzeigen von gefallenen Soldaten während der Weltkriege. Hunderte interessierte Besucher hatte die Ausstellung allein während des  Zossener Weinfestes am ersten Septemberwochenende, an dem der in Mellensee geborene Unternehmer die Türen der Ausstellung  geöffnet hatte.  Am 1. September, dem Antikriegstag, waren einige der Schautafeln auch während der Veranstaltung an der Friedenseiche zu sehen.

Ausstellung im Zossener Rathaus

Zossen . Eine Wanderausstellung der Stasi-Unterlagenbehörde ist bis zum 9. November im Zossener Rathaus zu sehen. Unter dem Titel „Stasi Ohn(e) Macht“ dokumentiert die Ausstellung anhand zeitgenössischer Fotodokumente den erfolgreichen Widerstand der DDR-Bevölkerung gegen das SED-Regime und seine Geheimpolizei, dem Ministerium für Staatssicherheit. Die Fotoausstellung ist mit wenigen, aber prägnanten Worten beschrieben und richtet die Aufmerksamkeit insbesondere auf die Ereignisse vor Ort. In verschiedenen regional spezifischen Ausgaben wird ein lebendiger Ausdruck von dem Geschehen in der DDR im Herbst 1989 vermittelt, das sich in diesem Jahr zum 25. Mal jährt.
Die Ausstellung ist Bestandteil der Veranstaltungsreihe „2014 - Zossen erinnert – an das Jahrhundert im Umbruch von 1914 bis 1989“ und ist zu den Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen

Erinnerung in Holz

Wünsdorf. Eine prima Idee -  konsequent verfolgt von Wünsdorfs ehemaligem Ortsvorsteher Dieter Jungbluth -  wurde nun umgesetzt. Am 16. September enthüllte Zossens Bürgermeisterin Michaela Schreiber gemeinsam mit Schülern der AG Holzgestaltung der Wünsdorfer Oberschule die Nachbildung eines historischen Wegweisers, wie er einst von russischen Kriegsgefangenen des Ersten Weltkrieg nach dem Vorbild orthodoxen Kirchenschmucks gefertigt wurde. Er steht nun im Wünsdorfer Bürgerhaus und erinnert an die 16 000 muslimischen Gefangenen, die während des Ersten Weltkrieges im Halbmondlager sowie im Weinberglager interniert waren. In Holzgestalter Hagen Ludwig und Tischlermeister Will Voss fand Jungbluth die fachlichen Verbündeten, um sein Projekt zu verwirklichen. Der  74-jährige Voss - von vielen ob seiner Beliebtheit auch Opa Voss genannt – ging in dieser Aufgabe, die er gemeinsam mit den Schülern Nils Busse, Nathalie Weber, Nico Sachs, Lukas Kricke, Lukas Thunert und Philipp Busacker anpackte, voll auf. Nicht nur in der Schule, sondern auch in seiner Werkstatt in Neuhof ging er mit den Schülern ans Werk. Drei von ihnen, so sagt er, werden von der Einweihung aus der Presse erfahren, da sie bei Beginn der Arbeiten schon in der 10. Klasse waren und inzwischen ihren Schulabschluss in der Tasche haben.

Das Holz der Stele stammt von einer etwa 120 Jahre alten Roteiche, die Büste ist aus verleimtem Lindenholz. „Aber ohne die Namenszüge Töpchin und Wünsdorf, die von den Schülern gefertigt wurden, wäre es ja kein Wegweiser“, so Willi Voss während der offiziellen Einweihung. Auch die Fräsarbeiten an der Stele sind von den Schülern mit viel Liebe und Sorgfalt durchgeführt worden.  Manche Fräsarbeiten erfolgten sogar im Freien auf dem Schulhof, da der Transport der Stele in den Arbeitsraum im Keller für die Schüler zu schwer gewesen wäre. Willi Voss hat ausgerechnet, dass die Schüler  gemeinsam mit ihm etwa 50 Stunden an der Stele gearbeitet haben. Das Ergebnis  - da waren sich alle einig – kann sich sehen lassen und ist der Beitrag der Oberschule  Wünsdorf  im Rahmen der Veranstaltungsreihe „2014 - Zossen erinnert“. „Die Schüler können stolz  sein und sich auf die Schulter klopfen“, meint Willi Voss. Das gilt aber auch für ihn als Leiter der Arbeitsgemeinschaft. Sein Wunsch: „Möge uns der Wegweiser lange erhalten bleiben. Unbeschädigt und hoffentlich auch sauber.“