Bürgerinformationssystem
Das Bürgerinformationssystem informiert Sie über geplante Projekte, wichtige Notrufnummern bzw. Telefonnummern von Ämtern und Behörden und geplante Informationsveranstaltungen. Zu Ihrer Information haben Sie die Möglichkeit, aktuell gültige Satzungen der Stadt Zossen oder Formulare als PDF-Datei herunterzuladen.
Chronologie der Widerständigkeit
Was die Zossener Stadtverwaltung gegen Rechtsextremismus in der Stadt tun konnte und – getan hat
Bekannte und weniger bekannte Initiativen der Stadtverwaltung Zossen gegen Rechtsextremistische Aktivitäten, Fremdenfeindlichkeit und zur Stärkung der Demokratie und interkulturellen Offenheit in Zossen seit Sommer 2008*
(*Im Sommer 2008 erscheint auf einer Seite des Internet-Auftritts der Autonomen Antifa-TF ein Bericht über ein vermeintliches „Nationales Fußball-Turnier“, dass auf einem städtischen Fußballplatz im Zossener Ortsteil Dabendorf stattgefunden habe, wie gleichzeitig ein Artikel im Internet-Auftritt der Antifa TF und der – heute verbotenen – Freien Kräfte TF behaupten. Im Dezember 2008 kommt es in Zossen zum Eklat, als der bis dahin politisch unauffällige und nicht in Zossen rechtsextremistisch aktive Hauseigentümer Rainer Link (verstorben Dezember 2009) versucht, die Stolpersteinsetzung zu verhindern und sich damit und fortan mehrfach als Holocaust-Leugner zu erkennen gibt.
Diese kleine Auswahl von länger zurück liegenden Ereignissen soll helfen, ergänzend zu den in den Medien gewürdigten Initiativen zivilgesellschaftlichen Engagements Zossener Bürgerinnen und Bürger auch die Initiativen der Stadtverwaltung nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Die Zusammenstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Alleingültigkeit.
Initiativen der Stadtverwaltung – sei es durch die Bürgermeisterin oder durch Verwaltungs-Mitarbeiter - fanden teils in Kooperation, teils in gegenseitiger Ergänzung mit der BI statt, zeitweise auch durch Entsendung eines Mitarbeiters der Stadtverwaltung in die montäglichen Treffen des Kreises von engagierten Bürgern, aus dem später die BI „Zossen zeigt Gesicht“ hervorging. Den Namensvorschlag für die BI macht der Pressesprecher der Stadt, in Anlehnung an die bundesweite Initiative mit dem - auffordernden Charakter tragenden - Namen "Gesicht zeigen!"
Außerdem wird Zivilcourage von unabhängig agierenden Bürgern unterstützt, wie etwa mit begleitenden administrativen Initiativen, die Verdeckung der Stolpersteine zu verhindern. Mutig-entschlossene Bürger machen diese - bis die einziehung der dafür missbrauchten Gegenstände durchgesetzt ist - immer wieder sichtbar durch Beiseite-Räumen der Gegenstände, die den freien Blick auf die Stolpersteine verstellen sollten.
BI-interne Befindlichkeiten, auch zwischen darin mitarbeitenden Stadtverordneten, politische Unterschiede in Analyse und Bewertung der Situation, so wie – je nach Standpunkt als notwendig oder hinderlich eingeschätzte - thematische Verquickungen mit lokalpolitisch strittigen Themen führen in der Folge dazu, dass einige bis zum Sommer 2009 teilnehmende Stadtverordnete die BI verlassen, ohne sich damit von der Bekämfung des rechtsextremismus abzukehren.
Namentlich die Stadtverordnete Susanne Michler initiiert in Kooperation mit der Stadtverwaltung und thematisch relevanten Körperschaften, sowie teilweise in Abstimmung mit Vertretern der BI 'Zosen zeigt Gesicht' in den Folgejahren thematische Angebote zur Entstehung und Bekämfung von Rechtsextremismus, und zwar nicht nur auf die jüngste vergangenheit bezogen, sondern auch im Hinblick auf historische Wurzeln, die aus zurückliegenden geschichtlichen Epochen stammen, einschließlich der 40 Jahre des Bestehens der 'DDR'.
Spätestens vom Zeitpunkt der Aufkündigung der Mitarbeit durch die Mehrzahl in der BI 'Zossen zeigt Gesicht' aktiven Stadtverordneten an, ist die ursprünglich angestrebte Überparteilichkeit der Bürgerinitiative für die Stadtverwaltung nicht mehr erkennbar und damit die Geschäftsgrundlage für diese semi-formelle Zusammenarbeit entfallen.
Das hindert nicht weitere, punktuelle Kooperationen zu besonderen Anlässen, wie etwa dem Internationalen Holocaust-Gedenktag, der auf Initiative der Stadtverwaltung am 27. Januar 2009 erstmals mit einem akustischen Holocaust-Mahnzeichen (einminütiger Sirenen-Dauerton um 10.00h in Anlehnung an das akustische Shoah-Mahnzeichen in Israel) begangen wird.
Nachfolgend sind also nicht alle, aber beispielhaft markante Ereignisse in der Beschäftigung der Stadt Zossen und ihrer Bürger genannt, soweit diese nicht auf anderen Internetauftritten schon ausführlich dokumentiert sind, wie etwa auf zossen-zeigt-gesicht.de. Verschiedene Zeiträume tauchen in der Zusammenstellung mehrfach auf, zum Beispiel wegen der zeitweise besonders häufigen und widerlichen Provokationen des inzwischen verstorbenen Betreibers (s)eines zwischenzeitlich geschlossenen so genannten Internet-Cafés.
Inzwischen gibt es in der Stadt Zossen in jedem Jahr Veranstaltungen und Gedenkinitiativen zum Internationalen Holocaust-Gedenktag (mit und ohne, mit direkter und indirekter Beteiligung oder Unterstützung durch die Stadtverwaltung) so wie zahlreiche städtische und private Initiativen um in der Stadt, aber auch nach außen – zumal rechtsextremen Aktivisten – deutlich zu machen, dass Zossen ein Ort ist, an dem solche Bestrebungen nicht willkommen sind und auch stillschweigend akzeptiert würden. Dieser Konsens hatte und hat Bestand - auch in Debatten darüber, welches jeweils geeignete Instrumente und Kooperationspartner sein können und sollen.
Initiativen Stadtverwaltung (und eine Auswahl begleitender Geschehnisse)
Sommer 2008:
Auf die Anfragen von Agenturen und Redaktionen, ob es zutreffe, dass die Stadt sich nicht für rechtsextreme Fußballturniere in ihrem Stadtgebiet interessiere oder diesen gar städtische Sportanlagen zur Verfügung stelle, bemüht sich die Stadtverwaltung um Klärung des Sachverhalts, von dem sie bis dahin keine Kenntnis hatte, da die Mitarbeiter der Stadtverwaltung nicht ständig auf den Internet-Seiten der Neonazis und der Autonomen Antifa surfen.
Die Stadtverwaltung versucht, mögliche Zeugen des beschriebenen Geschehens aufzufinden und zu befragen.
Recherche-Ergebnisse des gleichen Tages: Platzwart und Anwohner sind sich sicher, dass die beschriebenen Fußballspiele nicht auf den von der Stadt vergebenen und vom Verein SV Zossen betreuten Sportanlagen stattgefunden haben. Einzelne Zeugen erinnern sich, Fußballspieler zur angegebenen Zeit auf dem benachbarten Bolzplatz gesehen zu haben. Allerdings sein nichts turniertypisches (Mannschaftstrikots, Wimpel- oder Pokalübergaben o.ä.) zu sehen gewesen und die Bolzer seien auch nicht äußerlich einer bestimmten politischen Gruppierung oder Gesinnung zuzuordnen gewesen. Das Ergebnis wird den - zum Teil parallel recherchierenden Redaktionen – durch die Stadtverwaltung mitgeteilt, die die Einschätzung teilen und/oder als glaubwürdig einstufen und übernehmen.
Ein als Leserbrief formulierter und veröffentlichter Vorwurf an die Stadtverwaltung wegen angeblichen Desinteresses und mangelnder Sensibilität, wird später ebenso öffentlich zurückgenommen, nachdem in einem klärenden Gespräch mit einem Mitarbeiter der Stadtverwaltung dessen nach außen nicht sichtbaren Recherchen bekannt werden.
Die Stadtverwaltung nimmt den Vorfall zum Anlass, alle Beteiligten um erhöhte Aufmerksamkeit zu bitten und um erhöhte Aufmerksamkeit, ob Anfragen zu Platz- und Hallenvergaben auf Anhaltspunkte aufweisen, die auf einen rechtsextremen Hintergrund der Anfrage vermuten lassen.
Herbst 2008:
Die Stadtverwaltung unterstützt die Initiative des Zossener Bürgers und Vorsitzenden des Vereins BAZ, vor den Häusern Berliner Straße 11 und Marktplatz 16 mehrere Stolpersteine durch den Ideengeber Gunter Demnig setzen zu lassen und gibt die entsprechenden Genehmigungen.
Dezember 2008:
Zu der kleinen Zeremonie zur Setzung der Stolpersteine durch den Projekt-Initiator Gunter Demnig entsendet sie einen Mitarbeiter, der diese gleichzeitig für das Amtsblatt der Stadt Zossen dokumentieren soll.
In der Medien-/Presseberichterstattung zum Eklat positionieren sich die Bürgermeisterin und ihre Stadtverwaltung aktiv, klar gegen die Provokation, die geäußerte Gesinnung und die Schmähungen der ehemaligen jüdischen Bewohner des Hauses durch den aktuellen Hauseigentümers.
Die besonders widerliche Schmähung des Hauseigentümers, in der er angibt er würde das Haus niemals von der Stadt gekauft haben, wenn er gewusst hätte, dass es einmal Juden gehört hatte, beantwortet die Stadtverwaltung durch die Bürgermeisterin öffentlich mit dem Hinweis, man kaufe ihm das Haus gerne zum gleichen Preis wieder ab, wenn man dadurch einen bekennenden Holocaust-Leugner als Einwohner loswerde.
Das Ordnungsamt der Stadt Zossen macht den Hauseigentümer wiederholt darauf aufmerksam, dass man die Verdeckung der Stolpersteine nicht dulden werde und fordert ihn zunächst mündlich, dann schriftlich auf, die Behinderung der freien Sicht auf die Steine mittels eines Zeitungsaufstellers zu unterlassen. Parallel kontaktiert die Stadtverwaltung zunächst den Verlag, dem der Aufsteller gehört und veranlasst, dass dieser den Aufsteller durch seine Vertriebsagentur wegen unberechtigter Nutzung einziehen lässt.
Danach wird ein Leergut-Kasten für Mehrweg-Bierflaschen so platziert, dass die Stolpersteine nicht oder nur schlecht sichtbar sind. In der Folge kontaktiert die Stadtverwaltung die Brauerei, die den Bierkasten in den Mehrwegverkehr gebracht hat, der vom Hauseigentümer zum Verdecken der Stolpersteine missbraucht wird. Anders als beim Aufsteller, kann die Brauerei als Eigentümerin des Kastens wegen der unterschiedlichen Rechtslage den Kasten nicht einfach einziehen, sichert der Stadt jedoch zu, durch ihr Justitiariat dem Hauseigentümer hohe Schadensersatzforderungen für den Wiederholungsfall anzudrohen. Das geschieht offenbar erfolgreich, denn der Leergut-Kasten verschwindet kurz darauf vom öffentlichen Straßenland.
Als der Hauseigentümer in der Folge - er hat nun offenbar verstanden, dass die Stadtverwaltung jede Eingriffsmöglichkeit auch über Dritte nutzen wird - einen privat 'eingetopften' Tannenbaum zum Verdecken der Stolpersteine verwendet, schickt die Stadtverwaltung täglich, manchmal mehrmals täglich Ordnungsamtsmitarbeiter vorbei, die - wie auch einzelne Bürger - den Topf beiseite setzen, soweit die Stolpersteine verdeckt sind und die den Hauseigentümer (bzw. bei seiner Abwesenheit im Internet-Café dessen Vertrauensperson darauf hinweisen) dass die Steine freizuhalten sind . Für den Wiederholungsfall werden dem Hauseigentümer/Internetcafébetreiber Ordnungsstrafen angedroht.
Auf dessen Einlassung, es handle sich um „weihnachtliche Werbung“ für sein Café, die angeblich von anderen, ihm nicht bekannten Personen versetzt würden, ohne dass er es immer gleich bemerke, werden dem Hauseigentümer/Internetcafé-Betreiber Antragsformulare zur Genehmigung von Geschäftswerbung auf öffentlichem Straßenland ausgehändigt und Fristen für die Beantragung gesetzt, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass er im Genehmigungsfalle dafür Sorge zu tragen habe, dass die Werbung nicht die Stolpersteine verdecke..
Der darauf hin von ihm eingereichte Antrag für Geschäftswerbung wird - unter Auflagen genehmigt. Zusätzlich zu üblichen Auflagen (maximale Maße etc.) ist explizit die Auflage hinzugefügt, die Stolpersteine vor seinem Schaufenster gut sichtbar zu lassen, bei Androhung von Ordnungsmaßnahmen/rechtlichen Schritten bei Zuwiderhandeln.
Die Stadt Zossen greift die Idee einer Stadtverordneten - Susanne Michler, CDU, im Sommer 2011 verstorben - auf, mit einer kurzen Gedenkveranstaltung unmittelbar vor der Dezembersitzung der Stadtverordneten-Versammlung Zossen ein sichtbares Zeichen zu setzen für die Würdigung des Andenkens an seine ehemaligen jüdischen Bürger und gegen Demokratie-Verächter. In der städtischen Publikation Zossener Stimme wird der Entwurf zu einer „Resolution der Stadtverordneten gegen Rechtsextremismus“ auf einer eigenen Seite veröffentlicht.
Die Stadtverwaltung beschließt, die Vorgänge der zurückliegenden Wochen zum Anlass zu nehmen, das Thema Antisemitismus grundsätzlicher aufzugreifen.
Januar 2009:
Als erste Initiative wird der Internationale Holocaust-Gedenktag den Bürgern der Stadt inhaltlich vorgestellt, um so Zustimmung für eine öffentliche Mahnung an dieses Datum in der Stadt zu gewinnen:
Am 27. Januar 2009 ertönt erstmals von allen städtischen Sirenen als akustisches Mahnzeichen ein einminütiger Dauerton, in Anlehnung an das erstmals in Israel eingeführte akustische Shoah-Mahnzeichen um 10 Uhr vormittags, in Erinnerung an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 durch Soldaten der gegen Nazideutschland vereinten Alliierten Streitkräfte.
März 2009:
Es wird zwischen der Initiative Zossen zeigt Gesicht und der Stadt Zossen vereinbart, gemeinsam zu dem für den 29. März 2010 geplanten Bürgerfest einen Kindermalwettbewerb zum Thema Toleranz und Vielfalt auszuloben.
Die Stadt wirbt als Träger in ihren Kitas und Horten, sowie in der Öffentlichkeit über die lokalen Medien für den Kindermalwettbewerb. Das von der Stadt vorgeschlagene Motto findet Zustimmung auch in der BI ZzG: „Jeder ist anders – darin sind wir alle gleich“.
März/April 2009:
In ihrer kommunalen „Kleinen Galerie“ zeigt die Stadt Zossen auf Initiative der Pressestelle der Stadtverwaltung die Ausstellung „Hass vernichtet“. Die Ausstellung dokumentiert das couragierte Entfernen von menschenverachtenden, rechtsextremen Parolen und Aufklebern durch die Berlinerin XY. Auf ihren Reisen durch die Republik, die mit den Fotos dokumentiert ist, sind auch einige wenige aufnahmen von durch Irmela Y vernichtete Hass-Schmierereien in Zossen zu sehen.
Ostern 2009:
Gastgeberprogramm „Willkommen in Zossen“: Die Stadt Zossen initiiert in Kooperation mit der deutschen Sektion der internationalen und interkulturellen Organisation Experiment in International Living eine Gastgeber-Initiative für ausländische Studierende an deutschen Universitäten:
Es kommen 9 ausländische Studierende - Herkunftsländer: China, Italien, Tunesien, Iran, Indien – von Hochschulen aus der ganzen Bundesrepublik für zwei Wochen nach Zossen, wo sie in Gastfamilien leben, um so eine andere deutsche Region als ihren Studienort und einen anderen deutschen Alltag als den studentischen kennen zu lernen. Die Zossenerinnen und Zossener sollen durch die Initiative, über die regional breit berichtet wird, nicht nur als Gastgeber sondern auch als Bürger den Wert kultureller Vielfalt in ihrer Stadt an diesem konkreten Beispiel bewusster schätzen lernen .
Die Initiative ist eingebettet in das vom auswärtigen Amt zwischen der Organisation Experiment e.V. und den Akademischen Auslandsämtern der deutschen Hochschulen jährlich zweimal durchgeführte Programm „Familienaufenthalt für ausländische Studierende’.
Es wird optional Programm für Gäste und Gastfamilien angeboten, den Gastfamilien wird mit einem Empfang (zusammen mit den internationalen Gästen) bei der Bürgermeisterin offiziell für die Gastfreundschaft und zweiwöchige Aufnahme der Studierenden gedankt. Beim Bürger- und Familienfest im Zossener E-Werk werden die Gäste und ihre Gastgeber auch den Zossenerinnen und Zossenern offiziell vorgestellt.
23. Mai 2009:
Juli 2009:
Die Stadt Zossen nutzt den Widerstands-Gedenktag, um mit einer Veranstaltung Jugendliche für das Thema Nationalsozialismus und Zivilcourage zu sensibilisieren: In Kooperation mit dem Betreiber des Kinos Scala (Werder/Havel) findet zunächst eine Podiumsdiskussion zum Thema Zivilcourage statt Anschließend wird im großen Saal des Bürgerhauses der Film „Operation Walküre“ mit Tom Cruise als Oberst Graf Stauffenberg in Kinoqualität gezeigt. Moderiert wird die Veranstaltung von einer Auszubildenden der Stadtverwaltung.
Anders als üblicherweise, kommt hier eine größere Zahl von Studenten an den gleichen Ort und die Stadt nimmt neben den Gastfamilien auch offiziell Gastgeberfunktion wahr:
Die Stadt Zossen begeht zum ersten Mal den Verfassungstag um das herausragende Datum unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu betonen. Es ist auch gedacht als ein eigenes Zeichen der Stadt Zossen gegen die für diesen Tag angekündigte Nazi-Kundgebung in Luckenwalde, an dem sich Menschen beteiligen können, die ein persönliches Zeichen setzen möchten, je3doch nicht an der Luckenwalder Gegendemonstration teilnehmen können oder wollen; wie etwa Eltern, die aus Sorge um ihre Kinder nicht nach Luckenwalde fahren.
Vor dem Zossener Rathaus können Parteien, Verbände, Initiativen und sich und ihr Engagement und Eintreten für die Demokratie auf einem „Markt der Möglichkeiten“ vorstellen.
Im Rathaus findet gleichzeitig eine Diskussion statt, in der Justizministerin Blechinger mit zwei Schülern der Dabendorfer Geschwister-Scholl-Gesamtschule aus Zossen-Dabendorf über die Wahrnehmung demokratischer Rechte und Gewaltenteilung diskutiert Nach einer halben Stunde wird das Publikum mit in die Diskussion einbezogen. Außerdem wird im Bürgerbüro des Rathauses der Stadt Zossen ein ‚Public Viewing’ der Bundespräsidentenwahl angeboten, die seit einigen Jahren immer am Verfassungstag stattfindet .
Dezember 2009 - Januar 2010
Auf Initiative der Stadtverwaltung und in Kooperation mit der Amadeu-Antonio-Stiftung wird im Großen Saal der Bürgerhauses Wünsdorf, in dem auch die Stadtverordneten-Verammlung der Stadt Zossen tagt, die Ausstellung 'Das hat es bei uns nicht gegeben - Antisemitismus in der DDR' gezeigt, die versteckten und offenen Antisemitismus, von den staatlichen Organen der 'DDR' gebilligten und begünstigten Antisemismus eindrucksvoll dokumentiert.
Januar 2010:
Am 27. Januar 2010 ertönt im zweiten Jahr von allen städtischen Sirenen als akustisches Mahnzeichen ein einminütiger Dauerton, in Anlehnung an das erstmals in Israel eingeführte akustische Shoah-Mahnzeichen um 10 Uhr vormittags, in Erinnerung an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 durch Soldaten der gegen Nazideutschland vereinten Alliierten Streitkräfte.
Ebenfalls am 27. Januar 2010 findet eine Podiumsdiskussion im Bürgerhaus Wünsdorf zum Thema der Ausstellung der Amadeu-Antonio-Stiftung "Das hat es bei uns nicht gegeben - Antisemitismus in der DDR" statt, in der am unter anderem Beispiel der geduldeten und teilweise sogar von staatlichen Organen der 'DDR' initiierten Schändung jüdischer Friedhöfe in der ehemaligen 'DDR' die Frage erörtert wird, ob und in wieweit die Doktrin des "antifaschistischen Staates DDR" und eine Kontinuität des Totalitarismus nach dem II Weltkrieg, latenten und manifesten Antisemitismus hinnahmen oder gar begünstigten.
Januar 2011:
Am 27. Januar 2011 ertönt im dritten Jahr von allen städtischen Sirenen als akustisches Mahnzeichen ein einminütiger Dauerton, in Anlehnung an das erstmals in Israel eingeführte akustische Shoah-Mahnzeichen um 10 Uhr vormittags, in Erinnerung an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 durch Soldaten der gegen Nazideutschland vereinten Alliierten Streitkräfte.
Ebenfalls am 27. Januar 2011 findet im Konferenzsaal des Bürgerbüros im Rathaus der Stadt Zossen abends eine Porsiumsdiskussion statt, in der zwei Jugendliche des Berliner Jüdischen Gymnasiums mit zwei Jugendlichen der hiesigen Geschwister-Scholl-Gesamtschule über das Thema "Jüdisch aufwaqchsen in Deutschland diskutieren. Diese in Kooperation zwischen Stadtverwaltung und der Jüdischen Gemeinde zu Berlin entstandenen Veranstaltung zu ebesuchen, empfiehlt in Absprache mit der Stadtverwaltung auch die Bürgerinitiative 'Zossen zeigt Gesicht'.
Zuvor wird in einer beeindruckenden Gedenkveranstaltung auf dem Marktplatz, zu der die Bürgerinitiative 'Zossen zeigt Gesicht' eingeladen hat, nahe den dort von Gunter Demnig verlegten Stolpersteinen, der von den nazis verfolgten, vertriebenen, deportierten und umgebrachten jüdischen BZossenerinnen und Zosenern gedacht. Die Teilnahme an der Gedenkveranstaltung wird, in Absprache mit der BI 'Zossen zeigt Gesicht' auch von der Stadt(-verwaltung) und ihrem gewählten Organ der gemeindlichen Selbstverwaltung, der Stadtverordnetenversammlung empfohlen. Zahlreiche Stadtverordnete nehmen hier, wie auch schon an anderen Gedenk- und Diskussions-Veranstaltungen teil.
Januar 2012:
In Kooperation zwischen der Stadtverwaltung und dem Anne-Frank-Zentrum Berlin findet für Zossener Grundschülerinnen und Grundschüler am Vormittag des 23. Januar 2012 eine Zeitzeugen-Begegnung mit Ruth-Recknagel in der Grundschule Glienick statt, in deren Verlauf Ruth Recknagel den Sechstklässlern eindrücklich von ihren Erfahrungen mit Ausgrenzung und Bedrohung als Kind eines jüdischen Vaters ebenso berichtet wie von den Rettungsmöglichkeiten, die durch den Umstand entstanden, dass ihre Mutter als sehr couragierte Frau auf Grundlage ihres formalen Status' als "arische" Ehefrau in dieser von den Nazis so bezeichneten "Mischehe" auch öffentlich, wie beim Frauenprotest in der Rosenstraße, gegen das Unrecht und die Unterdrückung, so wie die Verhaftung ihres unbescholtenen Ehemanns und, Ruths Vater, aufbegehrte.
Am Abend des gleichen Tages ist in der Aula der Grundschule Glienick für interessierte Eltern, Lehrer und Schüler der Film "Rosenstraße" von Margarethe von Trotta zu sehen, in der die Geschichte des Frauenprotests in der Rosenstraße erzählerisch aufgegriffen wird. Über dramaturgische Abweichungen der filmischen Erzählung von ihren eigenen Erinnerungen des Geschehens hatte die zeitzeugin Ruth Recknagel am Morgen die Grundschüler ebenso informiert wie davon, dass sie darin kein Problem sehe, sondern die Aufmerksamkeit, die der Film auf dieses fast vergessene Geschehen lenke, höher bewerte.
27. Januar 2012:
Am 27. Januar 2012 ertönt im vierten Jahr von allen städtischen Sirenen als akustisches Mahnzeichen ein einminütiger Dauerton, in Anlehnung an das erstmals in Israel eingeführte akustische Shoah-Mahnzeichen um 10 Uhr vormittags, in Erinnerung an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 durch Soldaten der gegen Nazideutschland vereinten Alliierten Streitkräfte.
Ebenfalls am 27. Januar legen Bürger, ein Ortsbeiratsmitglied und die Bürgermeisterin in Anlehnung an die von jüdischen friedhöfen bekannte Erinnerungsgeste, kleine Steine auf die am Marktpaltz 16 und Berliner Straße 11 von Gunter Demnig persönlich verlegten Stolpersteine
…wird fortgesetzt



