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Enge Zusammenarbeit zwischen Stadtbibliothek Zossen und EAE-Helferkreis

Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtung können sich nun Bücher und Spiele ausleihen

Eine in den vom Helferkreis für Flüchtlinge genutzten Räumen im Bürgerhaus  Wünsdorf geplante kleine Bibliothek  für die Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) hat inzwischen mit Hilfe der Mitarbeiter der Zossener Stadtbibliothek ihre Arbeit aufgenommen. Seit mehreren Monaten  sind die aus der Bevölkerung stammenden zahlreichen Buchspenden gesammelt, sortiert und  gestempelt worden. „Die Resonanz auf unseren Aufruf im Dezember 2015 war überwältigend“, sagt Claudia Leszczinski, Leiterin der Stadtbibliothek. Es wurden jede Menge Bücher aller Genre, vor allem Bilderbücher für Kinder, Bildbände, Atlanten,  Romane und Wörterbücher, aber auch Spiele aller Art  in den beiden Bibliotheken in Zossen und Wünsdorf abgegeben. Letztere wurden nach und nach auch auf Vollständigkeit kontrolliert. „Nur bei Puzzles mit mehr als 500 Teilen haben wir kapituliert“, erzählt Claudia Leszczinski. Eine große Hilfe war ihr nicht zuletzt der derzeit in der Stadtbibliothek im ersten Lehrjahr Auszubildende Oleksandr Ponomarzow. Er soll auch künftig die Verbindung zwischen den beiden Bibliotheken und den Mitgliedern des Helferkreises halten. Zum einen muss der Bestand immer wieder aufgefüllt werden, denn es gibt wesentlich mehr Bücher und Spiele als sie auf dem begrenzten Platz angeboten werden können. Zum anderen wird dafür gesorgt, dass keine beschädigten oder unvollständigen Medien in die Ausleihe kommen. „Wir haben inzwischen für die spezielle kleine Bibliothek einen Bestand von rund 200 Spielen - von Würfelspielen über Puzzle bis zu Memory – und gut 1000 Bücher“, schätzt Claudia Leszczinski. Während die Stadt Zossen ein großes, rondellähnliches  Regal spendierte, stellte die Bibliothek noch zwei weitere kleine Regale zur Verfügung. „Wir glauben, dass die Bibliothek ebenso wie unser regelmäßig stattfindender Basar von den Flüchtlingen gut angenommen wird“, so  Christa Senberg vom EAE-Helferkreis. Deren Mitglieder sind immer montags und mittwochs  im Bürgerhaus erreichbar. Natürlich werde sich die Ausleihe etwas schwieriger gestalten als in einer  üblichen Bibliothek, da manche Flüchtlinge oft von einem Tag zum anderen  Wünsdorf auch wieder verlassen müssen.

Unterdessen werden auch Lesepaten für Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtung in Wünsdorf gesucht. Wer Interesse  an einer solchen ehrenamtlichen Tätigkeit hat, kann sich per E-Mail unter VL-EAW@SVZossen.Brandenburg.de melden.

Gebackene Friedenstauben fürs Sommerfest

Ehrenamtlicher Helferkreis in Wünsdorf ist auch in der Urlaubszeit aktiv

Den 3. August 2016  hatten sich die ehrenamtlichen Helfer der Stadt Zossen, die sich seit Monaten unermüdlich und engagiert um die Bewohner der Flüchtlingserstaufnahmeeinrichtung Wünsdorf  kümmern, besonders vorgemerkt. An diesem Tag fand auf dem Gelände ein Sommerfest statt,  zu dem auch der im und vor dem Bürgerhaus aktive Helferkreis um Christa Senberg eingeladen wurde. Spontan verabredeten sich die Helfer mit  Frauen aus der Einrichtung, einen gemeinsamen Beitrag zum Gelingen des Festes beizuzusteuern. Und so war erstmals gemeinsames Backen und Brutzeln in der Küche des Bürgerhauses angesagt. Etliche leckere Kuchen wurden bereits von den Helfern mitgebracht, andere entstanden nach eigenen Rezepten vor Ort,  dazu die eine oder andere Spezialität aus den Herkunftsländern der  Flüchtlinge. Nach kurzer Absprache, wer was macht und kurzer Besichtigung der Küche (wo ist der Herd, wo der Kühlschrank), arbeitete man zügig Hand in Hand. Unter dem Backkommando der  Flüchtlingsfrauen wurde schließlich auch leckerer Plätzchenteig ausgerollt,  aus dem jede Menge Friedenstauben produziert worden sind. Und als ob die Heinzelmännchen gerufen worden sind, ging es nach getaner Arbeit ans Saubermachen, wurden der Besen geschwungen, der Abwasch erledigt und die Tische abgewischt. Pünktlich um 15 Uhr standen alle  Kuchen - inklusive der Friedenstauben - in der Erstaufnahmeeinrichtung bereit zum Verzehr und das  Sommerfest konnte beginnen. . .

Für den Helferkreis steht fest: Die  Backpremiere im Bürgerhaus soll keine Eintagsfliege gewesen sein. Ähnlich wie der inzwischen etablierte Basar vor dem Bürgerhaus, der sich bei den Bewohnern der EAE  zunehmender Beliebtheit erfreut,  will man künftig im Rahmen der vom Helferkreis initiierten Familienbetreuung im Bürgerhaus Wünsdorf regelmäßig gemeinsam backen. Obwohl nun bis zum 5. September  2016 Sommerpause im Bürgerhaus angesagt ist, gibt es für die Helfer kein Ausruhen. Immer mittwochs wird  auch in der  Urlaubszeit  der Basar stattfinden, der sich inzwischen zu einem Treffpunkt von Menschen verschiedener Herkunft und Alters gemausert hat – ob aus Afrika, Syrien oder Tschetschenien, aus Afghanistan, dem Iran oder Mazedonien. Man kommt ins Gespräch, hat Spaß beim Aussuchen und Anprobieren.  Inzwischen sind die von den Helfern, ihren Familien, Freunden und Bekannten, aber auch von Rathausmitarbeitern  gespendeten Textilien und andere Sachen  ordentlich sortiert. Sie stammen nicht aus DRK- oder anderen organisieren Kleidersammlungen.  Und so gibt es unter anderem einen  „Taschenbaum“,  einen „Hosenbaum“  und auch einen „Hemdenbaum“.  Über  regelmäßigen Warennachschub -  ob Handtaschen oder Rucksäcke,  Kopftücher oder Damenschuhe, ob T-Shirts, Jeans oder andere Männerbekleidung  - freut sich das  ehrenamtliche Marktteam natürlich immer.  Inzwischen wird der Basar in mehreren Sprachen angekündigt.

Bevor es in wenigen Tagen wieder mit der bewährten Familienbetreuung im Bürgerhaus einschließlich Deutschkurse, Nähstunden und Kinderbeschäftigung weitergeht, wollen die Mitglieder des Helferkreises auch gemeinsame Picknick-Treffen am Wünsdorfer Strand organisieren. Und wenn es das Wetter zulässt, ist ja so ein erfrischendes Bad im  See auch nicht zu verachten.      

Wer nach dem Lesen dieses Beitrags Lust bekommen hat, sich in irgendeiner Form zu engagieren, kann das gern tun. Der „Helferkreis EAE Wünsdorf“ sucht weiter ehrenamtliche Mitstreiter, die den Bewohnern der Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) helfen wollen. Interessenten können sich per Mail unter VL-EAW@SVZossen.Brandenburg.de melden. 

Dezentrale Unterbringung wird favorisiert

Keine Konzentration von Tschetschenen in Wünsdorf                

Bürgermeisterin Michaela Schreiber hat die Entscheidung des brandenburgischen Innenministeriums begrüßt, die dem Land Brandenburg zugewiesenen Asylbewerber nach der Registrierung unabhängig von ihrer jeweiligen Herkunft auch weiterhin dezentral in den verschiedenen Standorten der Erstaufnahmeeinrichtung unterzubringen. Damit seien ursprüngliche Überlegungen, wonach am Standort Wünsdorf bis zu 1000 Tschetschenen untergebracht werden sollten, zum Glück vom Tisch. Wie Schreiber betonte, sei sie froh, dass ihre im Vorfeld schriftlich geäußerten Bedenken gegen eine solche Konzentration von Flüchtlingen einer Nationalität in Potsdam aufgegriffen und ernst genommen wurden. Unter anderem hatte sie darauf verwiesen, dass in Wünsdorf mehrere hundert aus Russland stammende Menschen leben und es  daher mehr als unsensibel sei, in ihrer Nachbarschaft eine so große Anzahl Tschetschenen unterzubringen. Konflikte wären vorprogrammiert. Innenstaatssekretärin Katrin Lange hatte unter anderem erklärt, dass „zwischenzeitliche Überlegungen, Asylbewerber aus einzelnen Herkunftsländern gemeinsam an einem Ort unterzubringen, vom Innenministerium aus verschiedenen Gründen verworfen worden.“ Zur Begründung hieß es: „Bei einer Zentralisierung besteht die Gefahr der Abschottung, der Bildung von Subkulturen sowie in der Folge der Verschlechterung der Integrationsbedingungen.“ Auch Sicherheitsgründe sprechen nach Auffassung von Polizei und Verfassungsschutz gegen die Konzentration bestimmter Nationalitäten an einzelnen Standorten. Deswegen scheide diese Option aus. Es bleibe bei der bewährten dezentralen Verteilung, so die Staatssekretärin.

Hintergrund: Die Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Brandenburg befindet sich in Eisenhüttenstadt. Neben der dortigen Hauptstelle verfügt sie derzeit über neun Außenstellen in verschiedenen Orten des Landes. Insgesamt stehen an den Standorten knapp 5500 belegbare Plätze zur Verfügung. Aktuell sind dort 1627 Asylbewerber untergebracht. In den ersten fünf Monaten des Jahres wurden in Brandenburg 6347 Asylbewerber neu aufgenommen.

 

Bunter Basar vor dem Bürgerhaus

Auf große Resonanz bei den Bewohnern der Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) für Asylbewerber in Wünsdorf ist der erste, kürzlich von der ehrenamtlichen Helfergruppe der Stadt Zossen initiierte und organisierte kleine Basar vor dem Bürgerhaus gestoßen. Für einen geringfügigen Obolus - zwischen 50 Cent und einem Euro - wurden diverse Sachen angeboten, die für die Menschen in der EAE gespendet worden sind, darunter Kleidung, Schuhe, Taschen, Rucksäcke und  Spielzeug.  „Außerdem war vom Radiowecker bis zur Haarschleife fast alles dabei“, so Christa Senberg.  Das eingenommene Geld fließt in die gemeinsame Kasse, aus der wiederum Häkelnadeln, Strickliesel etc. finanziert werden sollen. Kurzfristig war der Basar angekündigt worden und schon bald kamen auch die ersten Neugierigen - viele Frauen, einige Kinder, weniger Männer. „Alle waren freundlich und höflich und freuten sich, dass sie auf dem kleinen Basar etwas kaufen konnten“,  so Christa Senberg.

Künftig monatlich einmal wollen die von der Stadt Zossen unterstützten ehrenamtlichen Helfer einen solchen Markt veranstalten. Inzwischen haben Wünsdorfer Bürger, die das bunte Markttreiben vorm Bürgerhaus beobachtet hatten,  angekündigt, für den Basar spenden zu wollen.

Ein Armband für die gute Freundin

„Derzeit befinden sich zirka 300 Flüchtlinge in der Erstaufnahmeeinrichtung. Es steht bereits eine Kapazität von zirka 900 Plätzen zur Verfügung.  Die Arbeit unserer ehrenamtlichen Helfer im Bürgerhaus Wünsdorf funktioniert hervorragend.“ Bürgermeisterin Michaela Schreiber im Bericht aus der Verwaltung

Christa Senberg und ihre Mitstreiter engagieren sich unermüdlich in der Betreuung von Bewohnern der Erstaufnahmeeinrichtung  

An manchen Tagen, vor allem montags, so erzählt Christa Senberg, geht es im Bürgerhaus Wünsdorf seit Wochen  zu wie in einem Ameisenhaufen.   Bis zu 30 Kinder flitzen dann wie aufgedreht durch die Räume, die die Stadt Zossen für die ehrenamtliche Betreuung  der Flüchtlinge zur Verfügung gestellt und entsprechend eingerichtet hat. „Da haben wir schon manchmal Mühe, die quirligen Steppkes für ein paar Minuten an den Tisch zu bringen, um mit ihnen zu malen, basteln  oder Deutsch zu lernen“, sagt die 72-Jährige.   „Wenn man bedenkt, was die Kinder alles durchgemacht haben, Krieg, Zerstörung  und Flucht, dann verwundert es nicht, dass zirka 30 Prozent der Flüchtlingskinder als traumatisiert gelten“, so Christa Senberg, die von manchen Mädchen sogar schon als  Oma oder Mama betitelt wurde. Ja, Zuwendung bekommen die Flüchtlinge so viel sie wollen. „Aber das mit Oma oder Mama rücken wir jedes Mal ins richtige Licht. Ich habe mir angewöhnt, ihnen zu sagen, dass ich ihre Freundin bin.“ 

Aber nicht immer ist alles „Friede, Freude, Eierkuchen“, wie es die Friedensaktivistin ausdrückt. „Wenn manche Kinder ihren Emotionen freien Lauf lassen, hat man gar nicht so viele Hände, um helfend einzugreifen“, sagt Christa Senberg.     Natürlich gab es dann auch schon mal diesen Moment, wo sich die engagierte Seniorin gefragt hat, warum sie sich das eigentlich noch antut, jeden Montag und Mittwoch von 10 bis 12 Uhr   ins Bürgerhaus zu kommen, wo sie und ihre ebenso uneigennützigen  Mitstreiter vor Ort Kinderbetreuer, Familienberater, Streitschlichter, Deutschlehrer, Kummerkasten, Näherin und anders mehr in einer Person sind. „An manchen Tagen haben wir mehr als 50 Schützlinge zu betreuen – alle mit unterschiedlichen Interessen, Absichten und Vorstellungen“, so Christa Senberg. Doch mögliche Zweifel werden schnell zerstreut angesichts der leuchtenden Kinderaugen und der dankbaren Gesten der Frauen, die mit Begeisterung dabei sind, Taschen zu nähen, Armbänder aus Schmuckperlen zu basteln, Freundschaftsbänder zu knüpfen oder sogenannte Mandalas zu malen. Sie sind froh, einfach mal aus dem Alltagstrott in der Erstaufnahmeeinrichtung zu kommen. „Wir sind auch immer dankbar über Materialspenden, ob Utensilien zum Malen, zum Nähen oder Schneidern, ob Wolle, Tücher, Stoffe oder auch Handtaschen“, so Christa Senberg, die sich sehr über ein geschenktes Perlenarmband freute.

Wie sie sagt spüre man auch den Stolz der Flüchtlinge, die in den von den ehrenamtlichen Helfern im Bürgerhaus angebotenen Deutschkursen    gelernten Wörter und Wendungen wie „Guten Tag und Wie geht es Ihnen?“ anzuwenden.  Manchmal reichen die Stühle gar nicht aus, um alle  Lernwilligen in einem Raum unterzukriegen. Wichtig ist es den Helfern, ihren Schützlingen zu vermitteln, dass Frauen und Männer in Deutschland gleichberechtigt sind, und dass auch Frauen von Männern im Beruf, bei Behörden oder sonst wo per Hand begrüßt werden.

Inzwischen sind die Betreuungs- und Beschäftigungsangebote im Bürgerhaus  bei den Flüchtlingen so beliebt, dass es traurige Augen gibt, wenn mal der Deutschunterricht ausfällt oder die Nähmaschine nicht genutzt werden kann. „Da hilft dann auch kein Flehen und kein Fluchen, umso größer ist die Wiedersehensfreunde, wenn die verantwortlichen Helfer dann wieder da sind“, meint Christa Senberg. Insgesamt  kann sie sich auf einen Stamm von knapp zwei Dutzend  Helfern stützen, ein Teil davon kommt regelmäßig an den beiden Betreuungstagen, andere bei Bedarf und auf Nachfrage. „Man darf ja nicht vergessen, dass viele der ehrenamtlichen Helfer noch berufstätig sind und sich dann in ihrer Freizeit engagieren“, sagt Rentnerin Christa Senberg, für die das Bürgerhaus fast so was wie ein zweites Zuhause geworden ist. Umso trauriger ist die „gute Seele“ der Flüchtlingshilfe, wenn von heute auf morgen viele der ihr lieb gewordene „Stammgäste“ plötzlich nicht mehr kommen, weil sie im Zuge ihres Asylverfahrens in anderen Orten des Landes untergebracht werden.  „Es ist schon ein beklemmendes Gefühl, den mir so vertraut gewordenen Menschen keine guten Wünsche mehr mit auf den Weg geben zu können und sie nicht noch einmal umarmen zu können“, betont Christa Senberg und zitiert aus „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry: „Du bist zeitlebens verantwortlich für das, was du dir vertraut gemacht hast.“ 

Helferkreis im Bürgerhaus sucht weitere Mitstreiter in der Flüchtlingshilfe

Der „Helferkreis EAE Wünsdorf“ sucht noch weitere ehrenamtliche Mitstreiter, die sich aktiv in der Flüchtlingshilfe engagieren wollen.  Die Arbeit im Bürgerhaus Wünsdorf, wo die Stadt Zossen mehrere Räume zur Verfügung stellt, die als Kontakt-,   Begegnungs- und Schulungsstätte dienen, ist erfolgreich angelaufen. Dabei hat sich herauskristallisiert, dass vor allem weitere Helfer gebraucht werden, die sich zutrauen, Deutschunterricht für Anfänger zu geben. Es hat sich herausgestellt, dass die Neuankömmlinge sehr wissbegierig und willens sind, so schnell wie möglich Deutsch zu lernen, um sich besser in ihrer neuen Heimat zurechtzufinden. Aus einem Deutschkurs zu Beginn sind inzwischen bereits drei Kurse entstanden, die gut angenommen werden. Aber auch für die vom Helferkreis angebotenen und von den Bewohnern der Erstaufnahmeeinrichtung gern angenommenen Stadtspaziergänge, auf denen die Flüchtlinge ihre neue nähere Umgebung sowie Verhaltensregeln im deutschen Alltag kennenlernen sollen, werden noch ehrenamtliche Bürger gesucht. Ein dritter Schwerpunkt ist die Betreuung von Flüchtlingsfamilien im Bürgerhaus an bestimmten Tagen, wenn der Helferkreis vor Ort ist. 

Wer sich in irgendeiner Form in der Flüchtlingshilfe engagieren möchte, kann sich per Mail unter VL-EAW@SVZossen.Brandenburg.de melden.

Angebote werden dem Bedarf angepasst

Bürgerhaus  ist Treffpunkt für ehrenamtliche Helfer und Flüchtlinge

Bürgermeisterin Michaela Schreiber hat den Mitgliedern des städtischen Bildungs- und Sozialausschusses auf deren jüngster Sitzung am 18. Februar 2016 im Bürgerhaus Wünsdorf die neuen,  funktional gestalteten Räume vorgestellt, in denen der ehrenamtliche Helferkreis für die Erstaufnahmeeinrichtung Wünsdorf  seine vielfältigen Angebote  für die Flüchtlinge umsetzen wird. Die Räume waren bislang ungenutzt und sind nun Treffpunkt für die ehrenamtlichen Helfer und die in Wünsdorf während der Erstaufnahme untergebrachten Flüchtlinge. Die Palette der Angebote reicht von Deutschkursen und Familienbetreuung (stricken, spielen, singen, basteln u.a.m.) über gemeinsames Kochen und Backen im Mehrzweckraum des Bürgerhauses bis hin zu Filmvorführungen im Saal des Bürgerhauses, sowohl für Kinder als auch Erwachsene. Inzwischen sind die ersten Angebots- und Raumpläne in mehreren Sprachen und mit Piktogrammen illustriert erstellt worden, aus denen ersichtlich ist, wann was wo stattfindet. „Die Angebote“, so Michaela Schreiber, „werden dem Bedarf angepasst. Da sind wir flexibel.“ Spielzeug, Malutensilien, Bücher und anderes mehr stammen aus den vielen Spenden von Bürgern. 

Wie Michaela Schreiber sagte, erhalten alle Flüchtlinge nach ihrer Ankunft auch einen Plan mit Bildern und Piktogrammen, um ihnen die erste Orientierung in der für sie fremden Umgebung zu erleichtern. Geplant sind nach einer ersten Eingewöhnungsphase auch, Stadtspaziergänge  mit den Neuankömmlingen zu unternehmen und ihnen in diesem Zusammenhang unter anderem Alltagsgepflogenheiten zu erklären. Dazu gehört auch Verkehrserziehung. So sei es wichtig, dass nicht nur die Kinder wissen, wie man sich an Ampeln verhält und was die einzelnen Verkehrszeichen  bedeuten, so die Bürgermeisterin.  Wie sie betont, ist die Stadtverwaltung  Koordinator  aller Aktivitäten des ehrenamtlichen Helferkreises. Die Stadt habe zudem wie angekündigt einen Teil des Preisgeldes (4000 Euro)  für den Titel „Familien- und kinderfreundliche Gemeinde des Landes Brandenburg 2015“ sowie einen von den Stadtverordneten beschlossenen finanziellen Zuschuss in Höhe von 3000 Euro für die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer, vor allem Sachleistungen,  zur Verfügung gestellt.  Diese wiederum haben bereits etliche kleine Begrüßungstaschen hergestellt, die  mit sogenannten Tröstepuppen, Buntstiften und Spielzeug gefüllt werden.

Bürgermeisterin Schreiber unterstrich ihre Aussage, wonach es durch die zusätzlichen Angebote und Treffen im Bürgerhaus keine Überschneidung mit den bisherigen Terminen der hier aktiven Vereine und Interessengruppen gibt.“  Man verstehe sich nicht zuletzt als Schnittstelle  zwischen Erstaufnahmeeinrichtung und Stadt und wolle diese dank der zusätzlichen Angebote mit Leben erfüllen.   

Wer sich in irgendeiner Form in der Flüchtlingshilfe engagieren möchte, kann sich per Mail unter VL-EAW@SVZossen.Brandenburg.de melden.

Wünsdorf: Tag der offenen Tür stieß auf großes Interesse

Rund 1000 interessierte und neugierige Bürger folgten am Donnerstag, dem 28. Januar 2016, der Einladung  des brandenburgischen Innenministeriums zum Tag der offenen Tür in der neuen Außenstelle der Zentralen Ausländerbehörde  im Behördenzentrum B in Wünsdorf. In der kommenden Woche  sollen laut Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) die ersten Asylbewerber ankommen. In drei neu hergerichteten Häusern und einer Wohncontainer-Anlage können nach Angaben des Ministeriums knapp 1000 Flüchtlinge Platz finden.

Auch Zossens Bürgermeisterin Michaela Schreiber, der Vorsitzende der Zossener Stadtverordnetenversammlung, Olaf Manthey, sowie Stadtverordnete verschiedener Fraktionen nahmen die Gelegenheit wahr, sich ein Bild von der künftigen Unterbringung der Asylbewerber am Standort Wünsdorf zu machen. Untere anderem Mitarbeiter des DRK führten die Bürger nacheinander in Gruppen durch die bereits fertiggestellten Einrichtungen. Angesichts des großen Interesses der Bevölkerung kam es zeitweise zu Wartezeiten.

Zum ersten, nun fertiggestellten Bauabschnitt gehört auch die Einrichtung einer provisorischen Kantine für die Versorgung der Flüchtlinge. Dort gab es nach dem Rundgang für die Besucher auch einen kleinen Imbiss. Eines der jetzt umgebauten Häuser ist laut Innenministerium speziell für die Unterbringung von Familien, Frauen mit Kindern und allein reisenden Frauen vorgesehen. „Durch den neuen Standort steigt die Zahl der belegbaren Erstaufnahmeplätze in Brandenburg auf rund 6400. Vorgesehen ist der Ausbau auf insgesamt 10 000 Plätze“, heißt es in einer Pressemitteilung des Innenministeriums. Betreiberin der Außenstelle Wünsdorf ist das Deutsche Rote Kreuz (DRK), dessen  Kreisvorsitzender Harald-Albert Swik ebenfalls vor Ort war. Die Bewachung der Liegenschaft erfolgt durch die Firma City Schutz GmbH. Wie während des Rundgangs zu erfahren war, durchlaufen Flüchtlinge, die in Wünsdorf untergebracht werden, zuvor  in Eisenhüttenstadt das Registrierverfahren. Die medizinische Erstuntersuchung der Flüchtlinge erfolgt durch die Krankenhäuser in Königs Wusterhausen und Lübben. „Außerdem  soll auf dem Gelände ein Röntgencontainer aufgestellt werden, in dem Röntgenaufnahmen der Lunge vorgenommen werden können“, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

In einem zweiten Bauabschnitt sollen in Wünsdorf dann bis zum Jahresende weitere 411 Plätze sowie zwei Speisesäle entstehen. Der dritte Bauabschnitt, der im April 2017 abgeschlossen sein soll, umfasst die Schaffung von zusätzlich 277 Unterbringungsplätzen sowie die  Erweiterung der Kantine um einen dritten Speisesaal. Ferner werden noch ein Kinderspielplatz und ein Sportplatz  auf dem Außengelände gebaut. „Nach Abschluss des kompletten Umbaus soll die Außenstelle Wünsdorf eine Kapazität von rund 1700 Plätzen haben. Die Kosten der Herrichtung der Liegenschaft  sind nach Angaben des Innenministeriums mit rund 35 Millionen Euro veranschlagt.

Tag der offenen Tür in der Erstaufnahmeeinrichtung Wünsdorf

Ein Tag der offenen Tür findet am Donnerstag, dem 28. Januar , in der Zeit von 15 bis 18 Uhr in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge und Asylbewerber in Wünsdorf, Hauptallee 116, statt. Diesen Termin hat das zuständige  Innenministerium des Landes Brandenburg auf Nachfrage der Stadt Zossen bestätigt. Bürger der Stadt haben in dieser Zeit die Gelegenheit, sich in dem ehemaligen Landesbehördenzentrum B  selbst ein Bild von dem in den vergangenen Monaten um- und ausgebauten Gebäudekomplex zu machen, in dem perspektivisch bis zu 1700 Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten der Welt vorübergehend untergebracht werden sollen. Interessierte Bürger sollten für etwaige Einlasskontrollen ihren Personalausweis vorzeigen können.

Eine Belegung mit den ersten Flüchtlingen war ursprünglich für den Dezember 2015 vorgesehen. Auf einer Info-Veranstaltung im November 2015 in Wünsdorf war Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter davon ausgegangen, dass eine Belegung der vom DRK betriebenen Einrichtung mit Beginn des neuen Jahres erfolgen werde. Laut Schröter sollen von Januar bis März etwa 1000 Flüchtlinge aufgenommen werden. In einem zweiten Schritt solle die Kapazität dann sogar auf 1400 Plätze und im dritten Schritt möglicherweise im Jahr 2017  noch auf 1700 Plätze erhöht werden.  Wann konkret die ersten Flüchtlinge in Wünsdorf eintreffen werden, stehe angesichts der noch nicht beendeten Bauarbeiten noch nicht genau fest, hieß es aus dem Innenministerium. Wie der Innenminister auf der jüngsten Info-Veranstaltung ankündigte, werde erwartet, dass nach Wünsdorf vor allem allein reisende Frauen, Frauen mit Kindern, aber auch Familien kommen werden, da sich die Unterbringungsmöglichkeiten dafür besonders eignen.

 (Pressemitteilung vom 20. Januar 2016)

Ins Wünsdorfer Bürgerhaus kommt mehr Leben

Ins Bürgerhaus soll noch mehr Leben kommen

Zahlreiche gemeinsame Angebote für Einheimische und Flüchtlinge geplant

Wünsdorfs Bürgerhaus wird  im Jahr 2016 zum Mittelpunkt aller Aktivitäten und Initiativen, die nach einem erneuten Treffen ehrenamtlicher Helfer, zu dem Zossens Bürgermeisterin Michaela Schreiber ins Rathaus eingeladen hatte, weiter Gestalt annehmen. Konkret geht es dabei um  diverse praktische Angebote für die in der Erstaufnahmeeinrichtung erwarteten Flüchtlinge, die aber, so die grundsätzliche Überlegung der Stadt, auch uneingeschränkt von den Bürgern der Stadt  genutzt werden können. Derzeit, so Schreiber, werde an einem detaillierten Termin- und Angebotsplan gearbeitet. Das Bürgerhaus eigne sich bestens als Begegnungsstätte, in der man seinen Interessen nachgehen könne. Zurückgegriffen werde solle auch auf die bereits vorhandenen Einrichtungen wie Bibliothek und Kreismusikschule. „Wir werden den Kontakt suchen, um  gemeinsam zu überlegen, welche Synergieeffekte mit anderen Angeboten erreicht werden können“, so die Bürgermeisterin.

Vorgesehen ist unter anderem, den Mehrzweckraum samt Küche   des Bürgerhauses für gemeinsames Kochen und Backen zu nutzen. Im großen  Saal - so ist geplant - werden Filmvorführungen - ob Zeichentrick-, Kinder- oder andere Filme - mit  Beamer und Leinwand stattfinden, sowohl für Kinder wie auch Erwachsene.  Im Keller des Hauses wird eine Fahrradwerkstatt eingerichtet. Das Atelier ist bestens geeignet für musikalische und andere künstlerische Aktivitäten. Dank der inzwischen auf fast 30 Aktive angestiegenen ehrenamtlichen Helfergruppe können zahlreiche Angebote von den Helfern abgesichert werden, darunter auch Sprachkurse, Spielenachmittage, Handarbeitsstunden und anders mehr. „Wichtig ist uns“, so Schreiber, „dass es durch die zusätzlichen Angebote und Treffen im Bürgerhaus keine Überschneidung mit den bisherigen Terminen der hier aktiven Vereine und Interessengruppen gibt.“  Man freue sich, dass nun noch „mehr Leben in die Bude kommt.“

Wie Bürgermeisterin Schreiber weiter informiert, wird es für die Ehrenamtlichen auch ein kleines Büro im Bürgerhaus geben, wohin sie sich zurückziehen können, um erforderlichen Schreibkram und andere organisatorische Dinge zu erledigen. Zudem ist derzeit ein Familienzentrum in Vorbereitung, das im Bürgerhaus sein Domizil erhalten soll.

Wie von den Stadtverordneten kürzlich beschlossen, werden von der  Stadt Zossen für Sachleistungen rund 3000  Euro zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus  wird auch ein Teil (4000 Euro) des Preisgeldes, das die Stadt  für ihren 2. Platz im Landeswettbewerb  „Familien- und kinderfreundliche Gemeinde“ erhielt, für die Unterstützung der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe verwendet. Wer sich ebenfalls in irgendeiner Form engagieren möchte, kann sich per Mail unter VL-EAW@SVZossen.Brandenburg.de melden.

Zur aktuellen Flüchtlingssituation im Landkreis TF

Auch zum Ende des Jahres arbeitet die Kreisverwaltung Teltow-Fläming intensiv daran, die Unterbringung und Versorgung asylsuchender Menschen abzusichern, heißt es in einer Pressemitteilung vom 22. Dezember 2015. "Welche Anstrengungen damit in diesem Jahr verbunden waren, zeigt unter anderem ein Vergleich zum Vorjahr. So gab es per 1. Dezember 2014 im Landkreis insgesamt vier Einrichtungen mit 450 Plätzen. Eine fünfte Einrichtung – das Übergangswohnheim in der Luckenwalder Anhaltstraße – musste geschlossen werden, dadurch entfielen zunächst 180 Plätze. Der 'rechnerische Überhang' an unterzubringenden Personen aus dem Jahr 2014 – es handelte sich um 117 Menschen – wurde erst im Laufe der ersten vier Monate des 2015 abgebaut. Schaut man auf die Entwicklung der Zahlen, entspricht diese Größenordnung heute fast dem Wochensoll an unterzubringenden Asylsuchenden", heißt es weiter.

Laut Kreisverwaltung existierten am 1. Dezember 2015 im Landkreis zwölf Übergangswohnheime und zwei Verbundwohnungs-Lösungen mit 1670 Plätzen, davon 700 Notunterkünfte. Im Laufe des Monats Dezember konnten weitere 500 Regelplätze und 60 Notplätze in Betrieb genommen werden. Mit Hochdruck arbeitet die Kreisverwaltung nach eigenen Angaben derzeit daran, die Unterbringung allein reisender minderjähriger Flüchtlinge abzusichern. Momentan, so heißt es, seien 50 Plätze belegt, weitere 27 Zuweisungen werden in den nächsten Tagen erwartet. Die Erstversorgung  dieser Kinder und Jugendlichen ist in Hennickendorf und Kemlitz geplant.

Winterbedingt, so heißt es in der Pressemitteilung weiter, verzeichnet die Zentrale Aufnahmebehörde Eisenhüttenstadt eine Verringerung der Zahl der Neuankömmlinge. Es werde jedoch erwartet, dass im Frühjahr 2016 die Zahlen wieder ansteigen werden. Vor diesem Hintergrund werde der Landkreis weitere Unterbringungsmöglichkeiten schaffen müssen.

 

Buchspenden für Flüchtlinge

Um Flüchtlingen die Ankunft in der Stadt Zossen zu erleichtern, plant die Stadt Zossen eine Bibliothek  in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Wünsdorf einzurichten.  Die Mitarbeiter der städtischen Bibliothek werden den Aufbau der Bibliothek fachlich begleiten. In beiden Bibliothekstandorten der Stadt Zossen (Kirchplatz in Zossen und Am Bürgerhaus in Wünsdorf) können Buchspenden abgegeben werden. Die Mitarbeiter  der Bibliotheken nehmen gern folgende Bücher in gutem Zustand entgegen: Bildbände, Atlanten, Deutschlern- und Wörterbücher. Ebenso können gern Gesellschaftsspiele und Puzzle vollständig und in gutem Zustand abgegeben werden. Die Bücher und Spiele  bleiben als Dauerleihgabe in der Einrichtung, wo sie von den Bewohnern möglichst unbürokratisch und ohne Bibliotheksausweis genutzt werden können. 

Bürgermeisterin Schreiber zum Thema Flüchtlinge

Zossens Bürgermeisterin Michaela Schreiber

Auf der ersten Infoveranstaltung des Innenministeriums zur geplanten Erstaufnahmeeinrichtung im Juni dieses Jahres hatte Innenminister Karl-Heinz Schröter von 1200 Flüchtlingen und Asylbewerbern gesprochen, die im bisherigen Verwaltungszentrum B untergebracht werden sollen. Am 26. November sprach er nun auf der zweiten Veranstaltung in der Wünsdorfer Paul-Schumann-Halle schon von 1700 Menschen, erteilte aber gleichzeitig Befürchtungen, es könnten bis zu 5000  Flüchtlinge nach Wünsdorf kommen eine Abfuhr. Was halten Sie für realistischer? Dass mit der Zahl 1700 das Ende der Fahnenstange erreicht ist oder dass der anhaltende Flüchtlingsstrom das Land zwingen wird, die Pläne erneut zu korrigieren und weitaus mehr Menschen in Wünsdorf einzuquartieren?

Michaela Schreiber :  Ich habe ja bereits im September dieses Jahres öffentlich darauf hingewiesen, dass ich es für dringend erforderlich halte, angesichts der weiter steigenden Flüchtlingszahlen in Deutschland die Bürger nach wie vor rechtzeitig offen und ehrlich über das zu informieren, was in der kommenden Zeit auf sie zukommen wird. Persönlich ging ich schon seit längerem davon aus, dass es in Wünsdorf nicht bei einer Aufnahmekapazität von 1200 Menschen bleibt, wie vom Land zunächst geplant, sondern dass weitaus mehr Flüchtlinge aufgenommen werden müssen. Und tatsächlich tauchte dann ja plötzlich in den Medien die Zahl 1700 auf, genannt vom Finanzminister, die jetzt vom Innenminister öffentlich bestätigt wurde. Ich würde mich also nicht wundern, wenn demnächst eine neue, wesentlich höhere Zahl genannt wird, halte aber diese Art von Salamitaktik für gefährlich. Die Bürger lassen sich nicht für dumm verkaufen. Wer das Objekt in Wünsdorf kennt, weiß auch, dass es dort durchaus Kapazitäten für die Unterbringung von mehr als 3000 Menschen  gibt.

Nun wurde ja auch die berechtigte Frage gestellt, weshalb der KMS Wasser- und Abwasserleitungen neu gelegt hat, die für 5000 Menschen ausreichen, obwohl gar nicht so viele Personen dort untergebracht werden sollen.

Michaela Schreiber:  Ich habe es ja auf der Veranstaltung in Wünsdorf schon gesagt: Fakt ist, dass die vorhandenen alten Anschlüsse definitiv nicht für die neue Bestimmung des Gebäudekomplexes ausgereicht hätten, sprich, die Kapazität wäre für die ursprünglich erwarteten 1200 Menschen zu klein gewesen. Im KMS ist daher entschieden worden, komplett neue Wasser- und Abwasserleitungen  zu verlegen und diese gleich so zu dimensionieren,  dass nicht nur das ehemalige Verwaltungszentrum versorgt werden kann, sondern auch perspektivisch benachbarte, derzeit noch leerstehende Gebäude, sollten diese einmal einer wie auch immer gearteten Nutzung zugeführt werden. Zudem sind an der Moscheestraße noch diverse Brachflächen vorhanden, die auf diese Art und Weise gleich mit erschlossen werden können, um nicht irgendwann später noch einmal buddeln zu müssen. Wie sich jetzt gezeigt hat, war die Entscheidung, gleich größer zu bauen, goldrichtig. Sonst hätten wir  jetzt ein echtes Problem.

Glauben Sie, dass Anfang Januar 2016, wie vom Innenminister angekündigt, die ersten Flüchtlinge in der Erstaufnahmeeinrichtung Wünsdorf eintreffen werden?

Michaela Schreiber: Es wäre für mich auch keine Überraschung, wenn sie schon im Dezember kommen würden. Derzeit ist wohl nichts unmöglich. Allerdings hätte ich mir von der Veranstaltung am 26. November gewünscht, dass nicht nur ausführlich über den Ist-Zustand berichtet und argumentiert wird. Mir fehlt einfach ein ehrliches, offenes, klares Wort vom Land, wie ein mögliches Flüchtlingsszenario im schlimmsten Fall aussehen könnte, wenn die Zahlen wie bislang immer wieder  nach oben korrigiert werden müssen. Die Bürger sollten bloß nicht für dumm verkauft werden, sie können eins und eins zusammenzählen. Mir ist lieber, wir könnten irgendwann sagen,  es werden deutlich weniger Flüchtlinge und Asylbewerber  kommen als befürchtet, statt  das Gefühl zu haben, falsche Zahlen als Beruhigungspillen für die Bürger zu verteilen. Mir braucht keiner hinterher zu kommen und zu behaupten, er habe es nicht besser wissen können. Und wie mir geht es sicher vielen Menschen so.

Zweite Informationsveranstaltung zur geplanten Erstaufnahmeeinrichtung in Wünsdorf

Blick in die Paul-Schumann-Halle

Innenminister Karl-Heinz Schröter stellte sich den Fragen der Bürger 

Wünsdorf. Knapp 500 Bürger aus der Stadt Zossen und ihren Ortsteilen waren am Donnerstag, dem 26. November 2015, in die Wünsdorfer Paul-Schumann-Halle zur zweiten Informationsveranstaltung des brandenburgischen Innenministeriums zur geplanten Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge und Asylbewerber in Wünsdorf-Waldstadt  gekommen.  Außer Innenminister Karl-Heinz Schröter hatten im Podium auch Oliver Bürgel vom DRK-Landesverband, Landrätin Kornelia Wehlan, Zossens Bürgermeisterin Michaela Schreiber, Solveig Bohn als Vertreterin der Polizei sowie Frank Nürnberger, Leiter der Zentralen Ausländerbehörde und der Erstaufnahmeeinrichtung in Eisenhüttenstadt, Platz genommen, um sich den überwiegend kritischen und skeptischen, teils provokanten Fragen der Bürger zu stellen. Moderiert wurde die mehr als zweistündige Info-Veranstaltung von Ingo Decker, Sprecher des Innenministeriums.

Ursprünglich sahen die Pläne des Landes vor, bis zu 1200 Menschen im inzwischen um- und ausgebauten Veranstaltungszentrum B des Landes Brandenburg unterzubringen. Eine Belegung mit den ersten Flüchtlingen war für den Dezember vorgesehen. Schröter sagte, dass eine Belegung der vom DRK betriebenen Einrichtung erst mit Beginn des neuen Jahres erfolgen werde und man zunächst zum Teil noch mit Provisorien leben müsse, zum Beispiel bei der Essensausgabe. Laut Schröter sollen von Januar bis März etwa 1000 Flüchtlinge aufgenommen werden. In einem zweiten Schritt solle die Kapazität dann sogar auf 1400 Plätze und im dritten Schritt möglicherweise im Jahr 2017  noch auf 1700 Plätze erhöht werden.  Noch wisse man allerdings nicht, ob diese Ausbaustufe erforderlich sei.

Wie der Innenminister ankündigte, werde erwartet, dass nach Wünsdorf vor allem allein reisende Frauen, Frauen mit Kindern, aber auch Familien kommen werden, da sich die Unterbringungsmöglichkeiten dafür besonders eignen.

Etliche Fragen drehten sich auch um Themen wie angeblich geschönte Kriminalitätsstatistiken, um den Umgang der Polizei mit möglicherweise kriminell gewordenen Flüchtlingen, die Höhe des Taschengeldes, die Kosten der Flüchtlingsunterbringung,  die medizinische Versorgung, Fragen der Staatsbürgerschaft, Personalprobleme bei Lehrern, Dolmetschern und Sozialarbeitern etc..

Aus den Antworten:
-  Das Polizeirevier in Zossen bleibt bestehen. Die Personalstärke wird der jeweiligen Lage angepasst,
- Ein in Deutschland geborenes Kind einer Flüchtlingsmutter erhält nicht automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft. Die erhält es erst, wenn die Eltern sich rechtmäßig acht Jahre lang im Land aufgehalten haben.
- Die ankommenden Flüchtlinge werden gründlich medizinisch untersucht und bei Feststellung von Krankheiten entsprechend behandelt.
- Mögliche Delikte sollten von Betroffenen direkt bei der Polizei zur  Anzeige gebracht werden.
-  Ein Familienvorstand erhält im Höchstfall 143 Euro, wofür das Geld ausgegeben wird, ist Privatsache. Vieles wird zudem als Sachleistungen ausgereicht.
-  Den Flüchtlingen wird kein „Rundum-Sorglos-Paket“ zur Verfügung gestellt. Sie werden in die anfallenden Arbeiten in der Einrichtung mit einbezogen, nicht zuletzt, um ihren Tagesablauf zu strukturieren.  
- Zunächst werden 40 bis 50 qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen, langfristig sogar bis zu 150.
- Die Polizei hat bislang sehr wenig mit den Flüchtlingen zu tun. Sie ist mehr mit Schutzmaßnahmen für die Übergangswohnheime und Demonstrationen beschäftigt.

Innenminister Schröter betonte mehrfach während der Veranstaltung in der Paul-Schumann-Halle, die Sorgen der Bürger ernst zu nehmen. Deshalb sei er hier und werde, wenn nötig, auch wiederkommen. Sein Ziel sei es, die Bürger mit einzubeziehen und sie über die nächsten Schritte auf dem Laufenden zu halten. Wer mit seiner Arbeit nicht einverstanden sei, könne ja bei der nächsten Wahl das Kreuz woanders machen, stellte aber zugleich klar, nicht von jedem gewählt zu werden. Er kündigte für Anfang des Jahres einen Tag der offenen Tür in der dann fertigen Erstaufnahmeeinrichtung an, bei dem sich Anwohner ein davon Bild machen können, wie die Flüchtlinge untergebracht sind. 

Die Liste mit Hilfsangeboten ist lang

Konstruktive Gesprächsrunden mit ehrenamtlichen Helfern 

Nach den ersten Gesprächsrunden, die Bürgermeisterin Michaela Schreiber in den vergangenen Tagen mit vielen ehrenamtlichen Helfern geführt hat, zeigt sich die Verwaltungschefin sehr zufrieden über das große Engagement, die kreative Ideenvielfalt und die zahlreichen Hilfsangebote von Bürgern der Stadt im Hinblick auf die in Wünsdorf  geplante Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge und Asylbewerber. „Es sind viele sehr nützliche und sinnvolle Hilfsangebote gemacht worden, die wir gesammelt  haben“, so die Bürgermeisterin. „Dafür ein herzliches Dankeschön.“ Die Liste der Angebote und sei sehr lang geworden. Sie reicht von Sprachkursen in Deutsch und Englisch, Hilfe bei Behördengängen und Antragstellungen über diverse Beschäftigungsmöglichkeiten für die Kinder (Puppentheater, Märchenstunde, Basteln, Filmvorführungen usw.) bis hin  zu Alltagskursen, gemeinsamen Touren und Stadtführungen, aber auch Handarbeiten.

 „Die Idee mit den Stadtführungen bzw. Stadtspaziergängen ist von mehreren Helfern vorgeschlagen worden, die auch sofort ihre aktive Unterstützung zugesagt haben“, so Michaela Schreiber. Ziel dieser Stadtführungen ist es nicht zuletzt, die Flüchtlinge und Asylbewerber mit Themen der Verkehrserziehung, mit Alltagsverhalten (zum Beispiel Mülltrennung) und anderen hiesigen Gepflogenheiten vertraut zu machen. Möglich sei in diesem Zusammenhang auch das Erstellen von speziellen Stadtplänen mit Piktogrammen, um den vorübergehend in Wünsdorf lebenden Menschen aus verschiedenen Ländern die Orientierung in ihrer neuen Umgebung  zu erleichtern. „Ich freue mich über die tolle Resonanz auf unseren Aufruf, sich persönlich oder unter einer im Rathaus speziell eingerichteten E-Mail-Adresse mit konkreten Hilfsangeboten  an uns zu wenden“, so Bürgermeisterin Schreiber. Es sei nicht hoch genug einzuschätzen, wenn Zossener Bürger anbieten, während der Zeit, in denen die Flüchtlinge in der Erstaufnahmeeinrichtung in Wünsdorf untergebracht sind,  Patenschaften zu übernehmen, Koch- und Backkurse organisieren wollen und anbieten, Familien mit Kindern zu sich nach Hause einzuladen, damit diese sich für ein paar Stunden in entspannter Atmosphäre von den Strapazen der vergangenen Monate erholen können.

Geplant ist seitens der Stadt auch, kurze Videos drehen zu lassen, in denen Asylbewerber und Flüchtlinge, die schon seit längerem in Zossen leben und inzwischen auch die deutsche Sprache erlernt und sich im Alltag schon gut zurechtfinden,  ihren Landsleuten praktische Tipps und Verhaltensregeln mit auf den Weg geben. „Das soll nicht mit dem erhobenen Zeigefinger geschehen, sondern locker und überzeugend  rüberkommen“, erhofft sich Michaela Schreiber.

Wer ebenfalls helfen möchte oder in diesem Zusammenhang Fragen oder Anregungen hat, kann sich per E-Mail unter VL-EAW@SVZossen.Brandenburg.de melden.

Das Innenministerium lädt zur zweiten Infoveranstaltung ein

Innenminister Schröter (r.) und Frank Nürnberger

Das Innenministerium des Landes Brandenburg lädt für Donnerstag, den 26. November 2015, 18 Uhr , zu einer zweiten Informationsveranstaltung zur geplanten Einrichtung einer Außenstelle der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylsuchende des Landes Brandenburg in Wünsdorf, ein. Wie bereits bekannt ist, beabsichtigt die Zentrale Ausländerbehörde des Landes Brandenburg, das Landesbehördenzentrum,   Hauptallee 116 in Wünsdorf, zu nutzen, um dort Asylbewerber unterzubringen. Grund hierfür ist, dass die Kapazität der Erstaufnahmeeinrichtung in Eisenhüttenstadt für Asylsuchende aus den Kriegs- und Krisengebieten der Welt nicht mehr ausreicht. Karl-Heinz Schröter, Minister des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg, möchte die Bürger gemeinsam mit dem Leiter der Zentralen Ausländerbehörde, Frank Nürnberger, auf einer weiteren Informationsveranstaltung so umfassend wie möglich über den aktuellen Stand ins Bild setzen. Man wolle mit den Bürgern im Gespräch bleiben, um deren Fragen und Hinweise aufzunehmen und darauf zu antworten. Die Informationsveranstaltung findet  in der Paul-Schumann-Sporthalle, Martin-Luther-Straße 3, in Wünsdorf  statt. Es wird seitens des Innenministeriums um Verständnis gebeten, dass es aufgrund des begrenzten Platzangebotes und aus Sicherheitsgründen eine Einlasskontrolle geben wird. Der Personalausweis sei daher mitzubringen, heißt es. Möglicherweise könnte nicht allen interessierten Bürgern ein Platz angeboten werden.

DRK richtet Kleiderannahmestelle in Zossen ein

Pressemitteilung vom 23. September 2015

Bürgermeisterin sagt dem Betreiber der geplanten Erstaufnahmeeinrichtung Unterstützung der Stadt zu

Zossen. Nachdem feststeht, dass der DRK-Kreisverband Fläming-Spreewald  die vom Land geplante Flüchtlingserstaufnahmeeinrichtung  in Wünsdorf  betreiben wird,  hat Zossens  Bürgermeisterin Michaela Schreiber in dieser Woche erste Gespräche mit Vertretern des DRK geführt. Dabei ging es vor allem um die Frage, wie Stadt und Betreiber gemeinsam die zahlreichen Hilfsangebote von Bürgern, Vereinen und Institutionen  effektiv koordinieren können. Die Stadt habe dem Betreiber jedwede Unterstützung zugesagt. Bereits unmittelbar nach Bekanntwerden der Pläne des Landes Brandenburg, in Wünsdorf eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge zu schaffen, hatte die Verwaltung eine Kontaktmail für potenzielle Helfer und konkrete Hilfsangebote (VL-EAW@SVZossen.Brandenburg.de )  eingerichtet und seit dem Dutzende Hilfsangebote erhalten. „Die Palette reicht von diversen Sachleistungen bis hin zu Angeboten, sich in irgendeiner Weise  zum Wohl der Flüchtlinge zu engagieren“, so  Schreiber.

Im Ergebnis des konstruktiven Gesprächs mit dem DRK wurde nun vereinbart, dass in der Tagesstätte Breite 5 in Zossen (ehemalige Förderschule)  eine Annahmestelle für Kleider eingerichtet wird.  Gefragt sind ab sofort vor allem Herrenbekleidung in kleinen Größen, aber auch Kindersachen und  Spielzeug sowie Kinderwagen, Roller, und anderes mehr.  „Es versteht sich von selbst, dass die Sachen in einem ordentlichen Zustand sein müssen“,  so  Bürgermeisterin  Schreiber. Wie sie sagt, werde darum gebeten, von Plüschtierspenden Abstand zu nehmen, stattdessen seien besonders Brettspiele, Bälle, Bausteine, Bastelmaterial  etc. gefragt.  Das besagen auch die Erfahrungen, die sie bei einem Besuch  in der Erstaufnahmeeinrichtung Eisenhüttenstadt  sammeln konnte. Die Verwaltungschefin hatte die Flüchtlingsproblematik in der Stadt von Beginn an zur Chefsache erklärt.

Ende Oktober, so kündigte Schreiber inzwischen an, wird sie erste Gesprächsrunden mit den Helfern einberufen, in denen thematisch geordnet bereits konkrete Aufgaben verteilt werden sollen. „Es geht mir darum, dass jeder nach einem solchen konstruktiven Treffen weiß, was wirklich an Hilfe notwendig ist und erwartet wird, was jeder Helfer konkret tun kann und dass wir die einzelnen Angebote koordinieren werden“, betont Schreiber. Sie sieht das Rathaus in der Pflicht und in der Verantwortung, Flüchtlingshilfe vor Ort gut und effektiv zu organisieren. Nach wie vor hält sie es für dringend erforderlich, angesichts der weiter steigenden Flüchtlingszahlen in Deutschland, die Bürger weiterhin rechtzeitig offen und ehrlich über das zu informieren, was in der kommenden Zeit auf sie zukommen wird.  Sie geht davon aus, dass es in Wünsdorf nicht bei der ursprünglich vom Land geplanten Aufnahmekapazität bleiben wird. Schon jetzt sei von 1700 Menschen die Rede, aber auch das sei noch nicht das Ende der Fahnenstange. Zudem  glaubt sie, dass Wünsdorf nach wie vor in den Überlegungen des Lands eine Rolle spielt, neben Eisenhüttenstadt eine zweite, komplett autarke Erstaufnahmeeinrichtung im Land Brandenburg zu schaffen. Die endgültige Entscheidung müsse man abwarten.

Wer sich an der Flüchtlingshilfe beteiligen möchte, kann sich per E-Mail unter VL-EAW@SVZossen.Brandenburg.de melden. Kleider- und Spielzeugspenden können in der DRK-Tagesstätte in Zossen, Breite 5, (ehemalige Förderschule) abgegeben werden (Kontakt:  03377/ 3 30 03 90).       

Zahlen und Fakten zum Thema Flüchtlinge im Landkreis Teltow-Fläming

Unter dem Link www.teltow-flaeming.de/asyl veröffentlicht der Landkreis Teltow-Fläming Zahlen und Fakten zum Thema Asyl in TF. Das sind Zahlen und Fakten, aber auch Dokumente im PDF-Format und Links zu Institutionen, die ihrerseits Angebote für Flüchtlinge (auch mehrsprachig) unterhalten. Ebenfalls gibt es Hinweise zu Ansprechpartnern und ehrenamtlichem Engagement.

Zudem ist auf der Startseite ein Dossier zum Thema Flüchtlinge zu finden, das auch aktuelle Meldungen aus dem Landkreis enthält.

Bereits Dutzende konkrete Hilfsangebote

Pressemitteilung vom 10. September 2015

Für Bürgermeisterin Schreiber ist und bleibt die Flüchtlingsproblematik Chefsache

Zossen. Die von der Stadt Zossen unmittelbar nach Bekanntwerden der Pläne des Landes Brandenburg, in Wünsdorf eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge für mindestens 1200 Menschen zu schaffen, eingerichtete Kontaktmail für potenzielle Helfer und konkrete Hilfsangebote (VL-EAW@SVZossen.Brandenburg.de ) hat sich schon jetzt bewährt. Das Gleiche gilt für die persönlichen Sprechstunden, die Bürgermeisterin Michaela Schreiber seit April 2015 anbietet, um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen, sich mit deren Fragen und Bedenken auseinanderzusetzen und nach jeweiligem Erkenntnisstand transparent Informationen zur aktuellen Situation weiterzugeben. Wie Michaela Schreiber, die die Flüchtlingsproblematik in der Stadt von Beginn an als Chefsache betrachtet und sich persönlich schon vor längerem in der Erstaufnahmeeinrichtung Eisenhüttenstadt ein Bild von der Situation vor Ort machte,  sagt, seien bereits Dutzende Hilfsangebote im Rathaus eingegangen. „Die Palette reicht von diversen Sachleistungen bis hin zu Angeboten, sich in irgendeiner Weise  zum Wohl der Flüchtlinge zu engagieren“, so die Verwaltungschefin. Ende Oktober, so kündigt Schreiber an, wird sie erste Gesprächsrunden mit den Helfern einberufen, in denen thematisch geordnet bereits konkrete Aufgaben verteilt werden sollen. „Es geht mir darum, dass jeder nach einem solchen konstruktiven Treffen weiß, was wirklich an Hilfe notwendig ist und erwartet wird, was jeder Helfer konkret tun kann und dass wir die einzelnen Angebote koordinieren werden“, betont Schreiber. Sie sieht das Rathaus in der Pflicht und in der Verantwortung. Es dürfe nicht nur von allen Seiten über Flüchtlingshilfe geredet werden, sondern diese müsse vor Ort gut und effektiv organisiert werden. Sie sieht in Zossen jedenfalls keine Lücke, die jemand  ausfüllen müsste.

Sie hält es für dringend erforderlich, angesichts der weiter steigenden Flüchtlingszahlen in Deutschland, die Bürger nach wie vor rechtzeitig offen und ehrlich über das zu informieren, was in der kommenden Zeit auf sie zukommen wird. „Ich persönlich gehe inzwischen davon aus, dass es in Wünsdorf nicht bei einer Aufnahmekapazität von 1200 Menschen bleibt, wie vom Land zunächst geplant, sondern weitaus mehr Flüchtlinge aufgenommen werden müssen “, so Michaela Schreiber. Zudem glaube sie, dass die Landesregierung nicht - wie derzeit ohnehin schon geprüft -  umhin kommen wird, für Eisenhüttenstadt nicht nur eine Außenstelle, sondern  eine zweite, komplett autarke Erstaufnahmeeinrichtung im Land Brandenburg zu schaffen. Für sie wäre es keine Überraschung, wenn diese Entscheidung für Wünsdorf ausfallen würde. „Wer zwei und zwei zusammenzählen kann, muss zu dieser Einschätzung kommen.“

Die nächste Sprechstunde von Zossens Bürgermeisterin Michaela Schreiber findet am Montag, dem 21. September 2015, von 17 bis 19 Uhr im Bürgerhaus Wünsdorf, Raum 115, statt.   Wer sich an der Flüchtlingshilfe beteiligen möchte, kann sich per E-Mail unter VL-EAW@SVZossen.Brandenburg.de melden.      

Bürgermeisterin bietet weitere Sprechstunden an

Bürgermeisterin Schreiber

Bürgermeisterin Michaela Schreiber setzt am Montag, dem  31. August 2015,  in der Zeit von 16 bis 18 Uhr im Bürgerhaus Wünsdorf die Reihe ihrer persönlichen Sprechstunden im Zusammenhang mit der geplanten Einrichtung einer Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge und Asylbewerber fort. Nach jüngsten, inzwischen vom Innenministerium dementierten und richtig gestellten Medienberichten, wonach das Land Brandenburg vorübergehend auch in Wünsdorf Zelte für Flüchtlinge aufbauen lassen will, sei es zu einer unnötigen Verunsicherung der Bürger gekommen, so Schreiber.  Wie schon bei den Sprechstunden zuvor, will sich die Bürgermeisterin die Zeit nehmen, mit interessierten Bürgern ins Gespräch zu kommen, auf ihre Fragen zu antworten und ihre speziellen Sorgen und mögliche Ängste im Zusammenhang mit der geplanten Erstaufnahmestelle kennenzulernen. In diesem Zusammenhang verweist sie nochmals auf die extra in der Stadtverwaltung eingerichtete E-Mail-Adresse VL-EAW@SVZossen.Brandenburg.de

an die sich alle Bürger wenden können, die sich in irgendeiner Weise für die zu erwartenden Flüchtlinge engagieren möchten. Zudem stehen  sie und Ordnungsamtsleiterin Stefanie Wegner weiterhin für die Fragen der Bürger, ihre Vorschläge und Hinweise zur Verfügung.

Eine weitere Sprechstunde findet am Montag, dem 21. September 2015, von 17 bis 19 Uhr im Bürgerhaus Wünsdorf, Raum 115, statt.

 

 

Die wichtigsten Fakten zur geplanten EAE-Außenstelle

1.                   Allgemeine Informationen zur Unterbringung von Asylsuchenden

 1.1.             Erstaufnahme der Asylsuchenden

Asylsuchende, die nach Deutschland eingereist sind, können bei den Ausländerbehörden oder jeder  Polizeidienststelle um  Asyl nachsuchen. Sie werden  dann zunächst in eine von den jeweiligen Bundesländern betriebene Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) weitergeleitet.

In welches Bundesland ein Asylsuchender letztlich kommt, bestimmt sich nach einem speziellen Verteilungsschlüssel, der Einwohnerzahl und Steueraufkommen berücksichtigt, (dem sogenannten Königsteiner Schlüssel). Knapp 3,1 Prozent aller Asylbewerber kommen gegenwärtig nach Brandenburg.

In der EAE werden die Asylsuchenden registriert und können in  der dort ansässigen Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ihren Asylantrag stellen. Im weiteren Lauf des Verfahrens wird der zuständige EU-Mitgliedsstaat ermittelt und bei einer Zuständigkeit Deutschlands die Befragung zu den Fluchtgründen vorgenommen. Asylsuchende, die noch keinen Asylantrag in einem anderen Mitgliedsstaat der EU gestellt haben und deren Asylantrag nicht offensichtlich unbegründet ist, erhalten eine Aufenthaltsgestattung, die ihnen erlaubt, vorerst in Deutschland zu bleiben, bis über den Asylantrag entschieden ist.

Nach spätestens drei Monaten in der EAE werden die Asylbewerber – nach einer gesetzlich normierten Verteilungsquote – einer bestimmten kreisfreien Stadt oder einem Landkreis im Land Brandenburg zugewiesen. Soweit der Asylantrag bereits während des Aufenthaltes in der EAE rechtskräftig abgelehnt wird, erfolgt von dort aus die freiwillige Ausreise oder die Abschiebung in das Herkunftsland oder das zuständige EU-Mitgliedsland.

1.2.             EAE des Landes Brandenburg

Die Erstaufnahme der Asylsuchenden und ihre Verteilung obliegt der Zentralen Ausländerbehörde (ZABH) in Eisenhüttenstadt, die Trägerin der EAE ist und auch die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erbringt.

1.3.             EAE-Außenstellen

Die Länder sind verpflichtet, für die Unterbringung der Asylsuchenden die dazu erforderlichen Aufnahmeeinrichtungen zu schaffen und zu unterhalten sowie entsprechend ihrer Aufnahmequote die in den Aufnahmeeinrichtungen notwendige Zahl von Unterbringungsplätzen zu schaffen.

Die Zugänge in der EAE des Landes Brandenburg sind seit Mitte 2012 kontinuierlich gestiegen. Lagen die Zugänge im Dezember 2013 noch bei 300 Personen, beliefen sich die Zugänge im Dezember 2014 auf 941 Personen und im März 2015 sogar bei 1237 Personen.

Bereits jetzt bestehen neben der EAE in der ZABH Außenstellen in Eisenhüttenstadt, Frankfurt (Oder) und Ferch/Schwielowsee. Damit verfügt die EAE derzeit über eine Kapazität von ca. 1.578 Betten sowie 290 Notbetten. Bis zum Jahresende 2015 wird aufgrund der steigenden Flüchtlingszahlen eine Gesamtkapazität von etwa 3.000 Plätzen angestrebt, die durch die Einrichtung weiterer EAE-Außenstellen erreicht werden soll. Der Ausbau soll auch im Jahr 2016 weitergehen.

Für die Auswahl von Objekten als EAE-Außenstelle sind u. a. folgende Kriterien zu beachten:

·     Zeitaufwand für die bauliche Planung und Wiederherrichtung bis zum Nutzungsbeginn
·     Eigentumsverhältnisse und bauplanungs- und bauordnungsrechtliche Genehmigungsfähigkeit
·     Bauzustand, Sanierungskosten
·     Ausreichende Größe (möglichst ab 500 Plätze) und Möglichkeit der Einrichtung von
       Gemeinschafts- und   Versorgungseinrichtungen
·     Infrastrukturelle Voraussetzungen (z.B. ÖPNV-Anbindung, Einkaufsmöglichkeiten)

2.                   Einrichtung einer EAE-Außenstelle in der Stadt Zossen, OT Wünsdorf

2.1.             Information der Bürger

Nachdem am 18. Juni 2015 die Anwohner-Informationsveranstaltung stattgefunden hat, sollen mit der Veröffentlichung dieser Informationen alle interessierten Bürger, Unternehmer und Gewerbetreibende der Stadt Zossen erreicht werden. Unmittelbar vor dem Nutzungsbeginn wird es einen Tag der offenen Tür geben, zu dem alle Interessierten eingeladen werden.

  2.2.             Entscheidung für den Standort

Die Entscheidung zur Nutzung dieses Objektes als EAE-Außenstelle ist im Ergebnis einer sorgfältigen Prüfung mit einer Abwägung der Vor- und Nachteile dieses Standortes erfolgt.

Die Unterkünfte mit Wohnheimcharakter haben bereits ein gutes Erschließungsniveau. Mit relativ geringem baulichem Aufwand kann die geplante Kapazität in relativ kurzer Zeit sichergestellt werden. Gebäude für die Sicherstellung der Versorgung der Bewohner (Mensa, Ambulanz) sowie für Schul- und Freizeitbetreuung sind vorhanden. Es besteht eine gute Anbindung an den ÖPNV, zudem gibt es Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe.

Bezüglich der vorhandenen Kläranlage in Wünsdorf gab es bereits eine Abstimmung mit dem Zweckverband KMS Zossen. Selbstverständlich wird das durch die Umnutzung zusätzlich anfallende Abwasser in den Planungen berücksichtigt. Das Konzept für die bauliche Herrichtung sowie die Antragsunterlagen für die Genehmigung der Umnutzung sind erstellt und wurden der zuständigen Bauaufsichtsbehörde zugeleitet.

  2.3.             Geplante Belegung und Nutzungsbeginn

Es ist geplant, die Außenstelle in drei Phasen um- und auszubauen. So sollen ab Januar 2016 ca. 500 Personen untergebracht werden. Die zweite Phase soll bis Ende 2016 für ca. 900 Personen erreicht sein. Die komplette Fertigstellung der Außenstelle soll bis Mitte 2017 erfolgen und Platz für bis zu 1200 Asylsuchenden bieten. Aber auch darüber hinaus werden, z. B. für Außenanlagen, Sport- und Kinderspielplatz, noch abschließende Arbeiten notwendig sein.
In der Endstufe werden sowohl allein reisende Männer als auch – überwiegend – Familien untergebracht werden.

Die Registrierung und medizinische Erstuntersuchung aller Asylsuchenden erfolgt vor einer Verlegung der Bewohner nach Wünsdorf am Stammsitz der EAE in Eisenhüttenstadt.

2.4.             Arbeitsplätze

Mit der Inbetriebnahme der EAE-Außenstelle in der Stadt Zossen, OT Wünsdorf, sollen Arbeitsplätze für 3-5 Landesbedienstete vor Ort besetzt werden. Bei den Betreibern des Objektes werden rund 100 Arbeitsplätze (Wachschutz, Küche, Hausmeister, Sozialbetreuer) zu besetzen sein. Darüber hinaus sind im Rahmen des Vergaberechts Aufträge auch für regionale Firmen und Privatpersonen (Handwerk, Versorgung, soziale Betreuung, Netzwerkmanagement Ehrenamt) zu erwarten. Gegenwärtig läuft das Vergabeverfahren für den Betrieb der Wohnheime in der Region Südwest-Brandenburg. Die hierbei ausgewählten  Dienstleister (Wohnheimbetrieb und Küche, Wachschutz, Sozialdienst und Medizinischer Dienst) erhalten sodann auch den Zuschlag für die Bewirtschaftung der Außenstelle Wünsdorf.

  3.                   Informationen zur Unterbringung, Betreuung und Versorgung der Asylsuchenden

  3.1.             Betreiber, Versorgung

Die Gewährleistung der Versorgung, Betreuung, Ordnung und Sicherheit in der EAE Eisenhüttenstadt und den Außenstellen erfolgt durch private Betreiber im Auftrag des Landes. Die Dienstleister erhalten den Betreiber-Auftrag im Ergebnis eines gesetzlich vorgeschriebenen Vergabeverfahrens.
Es ist gesichert, dass auch geeignetes Wachpersonal eingesetzt wird.

Innerhalb des Objekts wird es eine gesicherte Grundversorgung für die Asylsuchenden geben. Hierzu gehört auch die Ausgabe von Hygieneartikeln sowie im Bedarfsfall von Bekleidung. Außerdem erhalten diese nach dem Asylbewerberleistungsgesetz eine kleine Geldleistung für sich und ihre Kinder.

Darüber hinaus haben die Bewohner der EAE die Möglichkeit, die Angebote der Stadt Zossen zum Einkauf und zur Freizeitgestaltung zu nutzen. Die Asylsuchenden können sich in der Stadt und im Landkreis uneingeschränkt frei bewegen.

  3.2.             Gesundheitliche Betreuung

Die ZABH ist der Sozialleistungsträger für die Asylsuchenden in der EAE und fungiert somit auch als deren „Krankenkasse“. Ärztliche Leistungen sind nicht an eine Zulassung der Kassenärztlichen Vereinigung gebunden. Transporte zur Versorgung in medizinischen Einrichtungen werden durch die ZABH organisiert und bezahlt.

Die medizinische Erstuntersuchung erfolgt grundsätzlich mit der Aufnahme in Eisenhüttenstadt, also vor der Unterbringung in Wünsdorf. Hierzu gehört der Gesundheitscheck zum Ausschluss übertragbarer Krankheiten einschließlich einer Röntgenuntersuchung der Lunge. Eine Verlegung zu einer der Außenstellen findet nur statt, wenn eine Infektionskrankheit ausgeschlossen ist.

Die allgemeinmedizinische Versorgung ist innerhalb der EAE sichergestellt. Das Land Brandenburg stellt auch die notwendige psychologische Betreuung sicher.

3.3.             Schulunterricht und Kinderbetreuung; Deutschkurse und Dolmetscher

Während des Aufenthaltes in einer EAE ruht die Schulpflicht für ausländische Kinder und Jugendliche. Erst wenn die Asylsuchenden mit ihren Familien in die Landkreise und Städte verteilt worden sind, müssen die Kinder auch Schulen besuchen. Durch das Land werden zur Vorbereitung auf den späteren Besuch von Kita und Schule in der EAE die Kinderbetreuung und ein Deutschunterricht organisiert. Geplant sind wöchentlich 20 Stunden Deutschunterricht für alle Kinder in der EAE ab 7 Jahren.

3.4.             ÖPNV

Die Liegenschaft ist an die Buslinie 618, 700 und 770 angeschlossen. Damit haben die Asylsuchenden die Möglichkeit, den nächstgelegenen Bahnhof und so die ZABH in Eisenhüttenstadt zu erreichen. Eine Verdichtung der Buslinien ist vorerst nicht vorgesehen.

3.5.             Auswirkungen auf ansässige Gewerbebetriebe und Landesbehörden

Die Inbetriebnahme der EAE-Außenstelle in Wünsdorf ist nicht mit negativen Auswirkungen auf die ortsansässigen Gewerbetreibenden verbunden. Schon jetzt wird durch kleinteilige Ausschreibungen gewährleistet, das auch regionale Klein- und Mittelstandsbetriebe beauftragt werden können.

Die durch die Umnutzung betroffenen Landesbehörden verbleiben in Zossen und Wünsdorf. Es wird niemand verdrängt.

  3.6.             Sicherheit und Brandschutz

  Zur Sicherstellung der allgemeinen Sicherheit und Ordnung im Objekt wird ein Wachschutz beauftragt (Vergabeverfahren nach den Ausschreibungskriterien des Landes), der 24 Stunden vor Ort sein wird.

Die Wachschutzkräfte üben das Hausrecht aus (z. B. Zutrittskontrolle), erfassen die Anwesenheit der Asylsuchenden, helfen in Notsituationen (z. B. Rufen des Rettungsdienstes), bestreifen das Gelände insbesondere aus Gründen der Brandverhütung und schreiten bei Auseinandersetzungen ein. Der Wachschutz arbeitet eng mit der Polizei zusammen, welche ggf. weitere Schritte veranlasst.

Außerdem wird schon in der ersten Bauphase das gesamte Gelände mit einem Zaun versehen. Alle Gebäude werden mit einer Brandmeldetechnik nach den aktuellen Bestimmungen ausgestattet. 

3.7.             Ehrenamt/Spenden


Die Einrichtung der Unterkünfte erfolgt durch das Land nach einheitlichen Standards (Möbelspenden sind nicht erforderlich); Sachspenden (z.B. Spielzeug) zu besonderen Anlässen sind nach Absprache mit der ZABH gern gesehen. Der von der ZABH beauftragte Dienstleister für die soziale Betreuung erhält auch den Auftrag, ehrenamtliche Mitarbeiter zu gewinnen und zu betreuen sowie den Kontakt zu Vereinen und Initiativen zu pflegen. Aber auch Bürger, die nicht Mitglied eines Netzwerkes sind, erhalten nach Absprache mit der ZABH die Möglichkeit, ehrenamtlich tätig zu werden (basteln, spielen, lernen, sportliche Aktivitäten, Patenschaften usw.). Die ehrenamtliche Arbeit kann unter Berücksichtigung des Tagesablaufs der Bewohner mit den Verantwortlichen der ZABH frei vereinbart werden. Eine Aufwandsentschädigung kann  für die ehrenamtlichen Mitarbeiter nicht gewährt werden. Sachmittel (z. B. für Bastelarbeiten) werden aber von der ZABH im begrenzten Rahmen und nach Absprache  beschafft bzw. erstattet.

4.                   Zukunft des Objektes

Das Objekt ist zunächst für eine Dauer von 5 Jahren zur Nutzung als EAE-Außenstelle vorgesehen.  Es ist dann in Abhängigkeit von der Zahl der nach Brandenburg kommenden Asylsuchenden über eine Fortsetzung oder eine anderweitige Nutzung der Liegenschaft zu entscheiden.

Sollten sich für Sie noch weitere Fragen ergeben haben oder Sie möchten Ihre Hilfe anbieten, dann können Sie sich jederzeit über die E-Mail-Adresse VL-EAW@SVZossen.Brandenburg.de oder telefonisch unter der Telefon-Nummer 03377 / 3 04 01 11 an die Bürgermeisterin, Frau Schreiber, der Stadt Zossen wenden.

 

Zur Informationsveranstaltung des Innenministeriums am 18. Juni in Wünsdorf-Waldstadt

Blick auf das Podium in der Wünsdorfer Paul-Schumann-Halle.
Nach dem offiziellen Ende der Info-Veranstaltung standen Minister Schröder und die anderen Gäste den Bürgern auch weiterhin noch Rede und Antwort.
Bürgermeisterin Michaela Schreiber zieht nach der Infoveranstaltung gegenüber einer Journalistin der MAZ-Online-Redaktion ein Fazit.
Das Verwaltungszentrum B wird zur Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge.

„Sehr erfolgreich“ – so lautet das Fazit von Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) nach der von seinem Ministerium einberufenen Anwohnerversammlung zur geplanten Erstaufnahmeeinrichtung für bis zu 1200 Flüchtlinge und Asylbewerber in Wünsdorf-Waldstadt. Auch Zossens Bürgermeisterin Michaela Schreiber zeigte sich zufrieden über den konstruktiven Verlauf des Informationsabends am 18. Juni  in der Paul-Schumann-Sporthalle. Sie betonte, dass sie auch weiterhin den Bürgern Sprechstunden anbieten wird, um weitere, möglicherweise noch ungeklärte Fragen zu beantworten.

Da das Bürgerhaus für alle 1200 eingeladenen Anwohner zu klein gewesen wäre, wurden für den Abend mehr als 500 Sitzplätze in der Halle, wo sonst unter anderem der MTV Wünsdorf Handball spielt, zur Verfügung gestellt. Es sei der größtmögliche Raum in ganz Zossen, hieß es auf vereinzelte Kritik, warum nicht alle Bürger eingeladen worden sind. Trotz der großen Nachfrage im Vorfeld blieben etliche Plätze leer, so dass auch noch interessierte Bürger der Stadt  ohne Einladung eingelassen wurden. Der Minister,  Vertreter von Polizei, Feuerwehr und des Landkreises, die Bürgermeisterin und der Leiter der Erstaufnahmeeinrichtung in Eisenhüttenstadt standen den rund 400 Bürgern Rede und Antwort. Einige von ihnen äußerten ihre Befürchtungen, dass es mit der Unterbringung der Flüchtlinge unter anderem zu einem Anstieg der Kriminalität in ihrem Umfeld kommen könnte. Frauen äußerten Furch vor sexuellen Übergriffen, andere  bangen um ihr Hab und Gut, fragten nach Jalousien, um sich besser vor möglichen Einbrechern schützen zu können.    Minister Schröter versuchte mit Fakten, solche Ängste zu nehmen, für die er zwar Verständnis habe, die aber unbegründet seien. Nirgendwo, so erklärte er, habe die Polizei wegen der Existenz von Flüchtlingsunterkünften einen Anstieg von Straftaten festgestellt. Außerdem werde ein Sicherheitskonzept erarbeitet, das auch beinhaltet, die Polizeipräsenz der jeweiligen Lage anzupassen. Frank Nürnberger, Leiter der Zentralen Ausländerbehörde bestätigte Schröters Aussage aus eigener Erfahrung. Die Asylbewerber seien auch nicht straffälliger als Deutsche, die Lage in Eisenhüttenstadt, wo derzeit 1300 Menschen in der Erstaufnahmeeinrichtung untergebracht sind, sei ruhig und entspannt. Lediglich im nahe gelegenen Supermarkt komme es gelegentlich zu Ladendiebstählen. Kirsten Gurske, stellvertretende Landrätin von Teltow Fläming, sprach über positive Erfahrungen, die man im Zusammenleben der Einwohner mit den Bewohnern  von Übergangsheimen gesammelt habe.

In diesem Zusammenhang ging Minister Schröter auch noch einmal auf den Unterschied zwischen einer Erstaufnahmeeinrichtung und einem Übergangsheim ein. Dazu folgende Fakten in der Übersicht:

Auf dem Areal der Erstaufnahmeeinrichtung in Eisenhüttenstadt  leitet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge die Asylverfahren ein. Das Land ist dort für Unterbringung und Versorgung zuständig. Die Flüchtlinge werden registriert und bekommen einen Schlafplatz, Kleidung, Verpflegung, einen Heimausweis usw. Sie durchlaufen die Erstuntersuchung, einen Gesundheitscheck auf übertragbare Krankheiten einschließlich einer Röntgenuntersuchung der Lunge. Eine Verlegung zu einer der Außenstellen beziehungsweise in eine Kommune findet nur statt, wenn eine Infektionskrankheit ausgeschlossen ist. Die Flüchtlinge und Asylbewerber bleiben bis maximal drei Monate in der Erstaufnahmeeinrichtung bis zur landesinternen Verteilung auf die Landkreise. In dieser Zeit werden Sachleistungen, insbesondere Unterkunft, Verpflegung, Kleidung, ärztliche Versorgung und Taschengeld gewährt. Die Schulpflicht ruht in dieser Zeit.

Die bisherigen Planungen des Landes, bis Ende 2015 eine Gesamtkapazität von 3000 Plätzen zu erzielen, sind durch die Prognosen des Bundes infrage gestellt. Tatsächlich können schon die angestrebten 3000 regulären Plätze nur knapp und auch erst zum Jahresende gesichert werden.

Im Land Brandenburg leben nach Angaben des Ministeriums des Innern und für Kommunales mit Stand vom 31. Mai 2015 (letzter verfügbarer statistischer Stand):

104 Asylberechtigte (anerkannte Asylbewerber)
1026 Personen, die nach der Flüchtlingskonvention als Flüchtlinge anerkannt sind
3081 Geduldete (ausreisepflichtige Ausländer, deren Abschiebung vorübergehend ausgesetzt ist
7844 Asylbewerber (Inhaber einer Aufenthaltsgestattung).

 

Während der Infoveranstaltung bestätigte Innenminister Schröter, dass alles Landesbehörden, die bislang im Verwaltungszentrum  B untergebracht waren und nun umziehen müssen, in  der Stadt Zossen bleiben. Sie werden mit einer Ausnahme ihr neues Domizil im Verwaltungszentrum C in Wünsdorf erhalten. Lediglich das Grundbuchamt soll wieder da eingerichtet werden, wo es hingehört, nämlich zum Amtsgericht in Zossen. Es werden also keine Arbeitsplätze verlorengehen, im Gegenteil. Schröter schätzt, dass durch die Errichtung der Flüchtlingsunterkunft  rund 100 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Er hoffe zudem, dass Firmen aus der Region zum Zuge kommen, wenn es um den Umbau der bisherigen Verwaltungsgebäude zu Gemeinschaftsunterkünften geht. Vor allem sanitäre Einrichtungen, eine Großküche, ein entsprechender Speiseraum müssten in die Gebäude eingebaut werden, im Außenbereich sollen auch Spielplatz und Sportgelegenheiten geschaffen werden. Schröter betonte noch einmal, dass sich bei der Suche nach einem geeigneten Standort für die neue Erstaufnahmeeinrichtung Wünsdorf-Waldstadt als der beste herausgestellt habe. Hätte es einen besseren gegeben, würde er heute nicht hier stehen. Da es sich um landeseigene Liegenschaften handelt, entfallen langwierige Verhandlungen um Grundstücke, die Gebäude sind in einem guten Zustand und auch die Außenanlagen bieten genügend Platz. Er wies zudem Kritik an der Größe der geplanten Einrichtung zurück, kündigte aber an, einen Tag der offenen Tür veranstalten zu lassen, wenn die Einrichtung fertig ist. Alle seien herzlich eingeladen, sich dann selbst ein Bild von den für die Flüchtlinge geschaffenen Bedingungen zu machen.

Dazu weitere Fakten:

Brandenburg ist nicht nur gesetzlich, sondern auch menschlich verpflichtet, diesen Menschen, die vor Krieg, Zerstörung, Gewalt und Verfolgung fliehen zu helfen.  Das erfordert, dass das Land einerseits die Kapazitäten seiner Erstaufnahmeeinrichtung fortlaufend erweitern muss und die Kreise und kreisfreien Städte andererseits ausreichend Kapazitäten zur Folgeunterbringung bereitstellen müssen. Diese Aufgabe stellt alle Beteiligten vor erhebliche Herausforderungen.

Die Verteilung in die Landkreise richtet sich nach einem Schlüssel, der sich im Wesentlichen an der Bevölkerungszahl des jeweiligen Landkreises bzw. kreisfreien Stadt orientiert. Aufgrund der ansteigenden Flüchtlingszahlen müssen vom Land (Erstaufnameeinrichtung) und den Landkreisen zeitnah neue und geeignete Unterbringungsplätze zur Verfügung gestellt werden. Schwierigkeiten finden sich hierbei in der Vorlaufzeit, die benötigt wird, um geeignete Objekte zu finden und in Betrieb zu nehmen.  Mit Stand 31. März 2015 gab es in den Landkreisen 66 Gemeinschaftsunterkünfte, von denen 14 durch Privatunternehmen, 22 durch Kommunen sowie 30 durch gemeinnützige Vereine/Sozialträger/Wohlfahrtverbände betrieben werden. Per 31. März 2015 lebten in den Kommunen des Landes Brandenburg 6809 Personen in Gemeinschaftsunterkünften und 2364 Personen in Wohnungen.

Angesichts der Tatsache, dass die Stadt Zossen nun mit dem geplanten Erstaufnahmeheim einen nicht unwesentlichen Beitrag zur Unterbringung der Flüchtlinge und Asylbewerber leistet, sieht der Landkreis derzeit davon ab,  in der Stadt eine Gemeinschaftsunterkunft schaffen zu lassen. Das bestätigte auch Kirsten Gurske während der Infoveranstaltung.

Bürgermeisterin Schreiber versicherte auf die Frage, wie es denn mit der derzeit nicht vorhandenen Straßenbeleuchtung in Teilen von Wünsdorf weitergehen solle - schließlich seien dunkle Straßen auch ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor -, dass die Planungen so weit vorangeschritten sind, dass der Neubau in den ersten der betroffenen Straßen noch vor dem Winter erfolgen solle. Über die geschätzten Anliegerbeiträge für den mehrheitlich beschlossenen Neubau der Straßenbeleuchtung würden die Anwohner rechtzeitig benachrichtigt. Michaela Schreiber teilte zudem mit, dass sich alle Bürger, die sich ehrenamtlich in irgendeiner Weise für die Flüchtlinge engagieren möchten, sich im Rathaus zu melden. Extra dafür wurde eine E-Mail-Adresse eingerichtet. Sie lautet: VL-EAW@SVZossen.Brandenburg.de . Zudem stehe sie persönlich wie auch Ordnungsamtsleiterin Stefanie Wegner für die Fragen der Bürger, ihre Vorschläge und Hinweise zur Verfügung.   

Minister Schröter war nach der Veranstaltung in Wünsdorf „felsenfest überzeugt“, dass die meisten Bürger an diesem Abend mit weniger Sorgen und  Ängsten nach Hause gegangen seien. Nichtsdestotrotz  sei es natürlich nötig, im Gespräch mit den Bürgern zu bleiben und sie mit Informationen weiter auf dem Laufenden zu halten.

 

 

Land kündigt Anwohnerversammlung in Wünsdorf an

Die Entscheidung ist gefallen. Das Land wird im bisherigen Verwaltungszentrum B in Wünsdorf eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge und Asylbewerber schaffen.

Schröter bekräftigt Standortentscheidung nach Beratungen mit Landrätin Wehlan und Bürgermeisterin Schreiber

Innenminister Karl-Heinz Schröter hat die Entscheidung für Wünsdorf (Landkreis Teltow-Fläming) als Standort für eine weitere Außenstelle der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes für Asylbewerber bekräftigt. Darüber informierte er heute Landrätin Kornelia Wehlan und Zossens Bürgermeisterin Michaela Schreiber in einem Gespräch in Potsdam. „Ein deutlicher Ausbau der bestehenden Kapazitäten ist unabweisbar“ , betonte der Minister angesichts der jüngsten Asylbewerberprognosen des Bundes.

 Danach muss sich Brandenburg in diesem Jahr auf die Unterbringung von rund 12 000 Asylerstantragsstellern einstellen, nachdem im vergangenen Jahr 6 315 Asylsuchende aufgenommen wurden. Notwendig seien nun „schnelle Entscheidungen, um kurzfristig Unterkünfte zu schaffen“ , sagte Schröter weiter. Es sei sonst nicht möglich, mit der Lage Schritt zu halten, heißt es in einer Pressemitteilung des Innenministeriums. Schröter sagte, das Gespräch sei „ausgesprochen konstruktiv verlaufen. Die Herausforderung ist sicherlich nicht einfach. Aber ich sehe sehr gute Voraussetzungen dafür, dass Land, Kreis und Stadt hier an einem Strang ziehen. Ich habe auch nichts anderes erwartet.“ Schröter betonte noch einmal, dass für die Errichtung und den Betrieb der geplanten Außenstelle ausschließlich das Land in der Verantwortung stehe. „Es ist völlig klar, dass wir dieser Verantwortung vollständig nachkommen werden und nichts auf den Kreis und die Stadt abwälzen werden.“ Vor diesem Hintergrund halte er an der Einschätzung fest, dass unter Berücksichtigung aller Kriterien das bisherige Landesbehördenzentrum B in Wünsdorf ein geeigneter Standort für eine solche Außenstelle ist.

Die derzeitigen Planungen sehen vor, die Liegenschaft in drei Phasen auszubauen. Mit der Herrichtung von drei Gebäuden und zwei mobilen Wohnunterbringungen könnten ab Anfang 2016 die ersten 500 Asylbewerber in Wünsdorf untergebracht werden. Die notwendigen Arbeiten sollen ab Juli 2015 beginnen. Ein zweiter Bauabschnitt soll bis zum November 2016 abgeschlossen sein und damit dann rund 920 Plätze zur Verfügung stehen. Mit der abschließenden dritten Phase soll bis März 2017 die derzeit geplante maximale Kapazität von 1200 Plätzen erreicht werden. „Für die Erstaufnahme brauchen wir größere Einrichtungen“ , erläuterte Schröter. „Asylsuchende werden sich dort längstens drei Monate aufhalten, bevor sie dann auf die Landkreise und kreisfreien Städte verteilt werden. Ich halte auch an der Erwartung fest, dass zugesagte Personalverstärkungen des zuständigen Bundesamtes für Migration dazu führen werden, dass offensichtlich unbegründete Fälle bereits in der Erstaufnahme abschließend bearbeitet werden und es so gar nicht zu einer Verteilung der betreffenden Personen auf die Kreise kommen muss.“

Am 18. Juni sollen vor Ort Veranstaltungen zur Information der Anwohner und Vertreter der Kommunalpolitik, von Vereinen und Verbänden stattfinden. Um 16 Uhr ist zunächst eine Information für Vertreter der Kommunal- und Landespolitik vorgesehen. Ab 18 Uhr findet eine Anwohnerversammlung statt, zu der das Innenministerium noch gesondert schriftlich einladen wird. Neben dem Innenminister und dem Leiter der Zentralen Erstaufnahmeeinrichtung des Landes, Frank Nürnberger , werden daran auch Bürgermeisterin Schreiber, Vertreter des Landkreises, der Polizei und des Brandschutzes teilnehmen und Rede und Antwort stehen. Innenminister Schröter sagte heute zu, die Stärke der Polizei in und um Zossen zu überprüfen. Die  geplante Einrichtung bedeute einen „neuen Aspekt “, der bei der Organisation der Polizei in der Region „selbstverständlich Berücksichtigung finden muss“  Zossens Bürgermeisterin Schreiber plädierte im Zusammenhang mit der Entscheidung für Wünsdorf erneut  für einen verantwortungsbewussten und sensiblen Umgang mit dem Thema Flüchtlinge und Asylbewerber. „Es steht außer Zweifel, dass eine solche Erstaufnahmeeinrichtung in unserer Kommune angesichts der zu erwartenden bis zu 1200  Menschen aus verschiedenen Ländern eine besondere gesellschaftliche und bürgerschaftliche Herausforderung für unsere  Stadt darstellt“ , sagte sie. 

Schreiber verwies in diesem Zusammenhang auf die am 20. Mai 2015 einstimmig verabschiedete Erklärung der Zossener Stadtverordneten, in der diese betonen, dass die Fragen und Bedenken der Bürger in diesem Zusammenhang in jedem Fall ernst genommen werden müssen, wozu eine möglichst transparente Informationspolitik gehört. „Wir werden das uns Mögliche tun, das Innenministerium dabei zu unterstützen“ , sagte Schreiber. Die Flüchtlings- und Asylproblematik, so sieht sich Zossens Verwaltungschefin in Übereinstimmung mit den Stadtverordneten, eigne sich nicht, sich auf  Kosten der Asylsuchenden in irgendeiner Weise profilieren zu wollen. Das gelte für  Parteien ebenso wie für  Bürgerinitiativen  jeglicher Art. „Ich bin gegen jedwede Bestrebung, dieses Thema für eigene Zwecke zu missbrauchen“ , betonte Schreiber. Nicht umsonst würden mit der Erklärung vorsorglich alle Versuche zurückgewiesen, organisiert Stimmung  gegen die Errichtung der geplanten Einrichtung zu machen. „Unsere Stadt mit ihren Bürgern und ihrer Verwaltung hat in der Vergangenheit  gezeigt, dass sie in der Lage ist, solche Herausforderung gemeinsam zu meistern.“ Persönlich werde sie ihre Sprechstunden im Bürgerhaus Wünsdorf fortsetzen und gemeinsam mit der Ordnungsamtsleiterin der Stadtverwaltung als direkte Ansprechpartner für alle Anfragen der Bürger zur Verfügung stehen, kündigte Bürgermeisterin Schreiber an.

 

 

 

 

Neuer Termin für Sprechstunde der Bürgermeisterin

Die von Zossens Bürgermeisterin Michaela Schreiber für den 11. Juni 2015 angekündigte Sprechstunde zur geplanten Flüchtlingserstaufnahmeeinrichtung  in Wünsdorf  muss aus terminlichen Gründen auf Montag, den 15. Juni 2015, verschoben werden. Von 16 bis 18 Uhr haben Einwohner die Möglichkeit, im Bürgerhaus Wünsdorf, Raum 115,  ihre Fragen zu dem Thema zu stellen.

 

Liberal, tolerant und weltoffen

Im landeseigenen Verwaltungszentrum B in Wünsdorf-Waldstadt soll ein Erstaufnahmeheim für Flüchtlinge und Asylbewerber entstehen.

Erklärung der Zossener Stadtverordneten zum geplanten Flüchtlingsheim in Wünsdorf

Zossen. Auf der jüngsten Sitzung der Stadtverordneten am 20. Mai in Wünsdorf wurde einstimmig die folgende gemeinsame Erklärung  zu der vom Land Brandenburg geplanten Errichtung eines zentralen Erstaufnahmeheims für Flüchtlinge und Asylbewerber in Wünsdorf verabschiedet:

Die in der Stadtverordnetenversammlung Zossen vertretenen Fraktionen plädieren im Zusammenhang mit der vom Land Brandenburg geplanten Errichtung eines zentralen Erstaufnahmeheims für Flüchtlinge und Asylbewerber in Wünsdorf  für einen  verantwortungsbewussten und sensiblen Umgang mit dem Thema. Dieses Thema stellt  angesichts der zu erwartenden bis zu  1200  Menschen aus verschiedenen Ländern zweifelsohne eine besondere gesellschaftliche und bürgerschaftliche Herausforderung für unsere Kommune dar. Die Flüchtlings- und Asylproblematik eignet sich aber nicht, sich auf  Kosten der Asyl Suchenden in irgendeiner Weise profilieren zu wollen. Das gilt für  Parteien ebenso wie für  Bürgerinitiativen  jeglicher Art. Wir wenden uns gegen alle Bestrebungen, dieses Thema für eigene Zwecke zu missbrauchen und weisen vorsorglich alle Versuche zurück, organisiert Stimmung  gegen die Errichtung der geplanten Einrichtung zu machen. Die Stadt Zossen mit ihren Bürgern und ihrer Verwaltung haben in der Vergangenheit  gezeigt, dass sie in der Lage sind, gesellschaftliche Herausforderungen dieser Art gemeinsam zu meistern. Ungeachtet dessen müssen die Fragen und Bedenken der Bürger in diesem Zusammenhang in jedem Fall ernst genommen werden, wozu eine möglichst transparente Informationspolitik des Innenministeriums des Landes Brandenburg gehört. Die Stadt Zossen sowie die Stadtverordneten werden das ihr Mögliche tun, dabei zu unterstützen.

Die Stadtverordnetenversammlung verurteilt den in der Nacht zum 16. Mai 2015 verübten Brandanschlag auf die geplante Erstaufnahmeeinrichtung  für Flüchtlinge in Wünsdorf. Fremdenfeindliche Straftaten müssen von der Justiz hart bestraft werden. Zossen ist eine liberale, tolerante und weltoffene Stadt. Wir sagen entschieden Nein zu Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Fundamentalismus und Rechtsextremismus. Wir sehen in Deutschland eine vorhandene humanistische und grundgesetzliche Verpflichtung, Menschen aufzunehmen, die vor Krieg, Hunger und Verfolgung fliehen müssen.   

Unser Appell richtet sich gleichzeitig an die Medien, ihrer  publizistischen Verantwortung durch eine objektive und kompetente Berichterstattung gerecht zu werden. Wer in diesem Zusammenhang zusätzlich Ängste schürt oder Zusammenhänge zu  früheren Vorgängen mit rechtsextremem Hintergrund konstruiert, handelt  verantwortungslos. Wir fordern deshalb alle demokratischen Kräfte auf, sich geschlossen  jedweden  fremdenfeindlichen Aktivitäten entgegenzustellen beziehungsweise diese gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Bürgermeisterin setzt Sprechstunden fort

Bürgermeisterin Schreiber

Zossen. Bürgermeisterin Michaela Schreiber hat wie angekündigt am  Donnerstag, dem 21. Mai, eine weitere Sprechstunde im Bürgerhaus Wünsdorf  durchgeführt, in der sich Bürger  persönlich bei ihr über die Pläne des Innenministeriums informieren konnten, das auf dem Areal des Verwaltungszentrums B  in Wünsdorf-Waldstadt  eine zusätzliche Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge und Asylbewerber mit einer Kapazität bis zu 1200 Menschen errichten will. Auch diesmal war das Interesse  der Bürger wieder groß. „Die Bürger hatten etliche Fragen, ja auch  einzelne Bedenken und Vorbehalte, aber die Gespräche liefen wie bislang sachlich und ruhig ab“ so Schreiber. Sie sei jedenfalls insgesamt zufrieden mit dem  Verlauf der Sprechstunden, die gezeigt haben, dass das Informationsangebot gut angenommen wird. Natürlich habe es sich nicht vermeiden lassen, dass manche auch etwas warten mussten, sagt sie. „Ich habe mir für jeden viel Zeit genommen und hoffe natürlich, dass die Bürger nun auch als Multiplikatoren auftreten“, sagt die Verwaltungschefin. Wichtig sei es ihr auch weiterhin,  mögliche Vorbehalte  oder gar Ängste der Einwohner auszuräumen und  ihnen den Unterschied zwischen einer  Flüchtlingserstaufnahmeeinrichtung und einem Übergangsheim deutlich  zu machen.

 Zur Sprache kam diesmal auch die versuchte Brandstiftung in der Nacht zum 16. Mai  auf dem Gelände des bisherigen Verwaltungszentrums. Dass die beiden Tatverdächtigen von der Polizei unmittelbar nach der Straftat ermittelt werden konnten, lobt die Bürgermeisterin ausdrücklich. Sie hofft zugleich, dass der schnelle Ermittlungserfolg der Polizei und deren erhöhte Präsenz mögliche Nachahmer von solchen und ähnlichen kriminellen Aktivitäten abhält. Schreiber kündigte an, am 11. Juni von 16 bis 18 Uhr eine weitere Sprechzeit im Bürgerhaus Wünsdorf anzubieten. Sie verweist zudem auf die Internetseite der Stadt Zossen, auf der künftig alle aktuellen Informationen rund um das geplante Erstaufnahmeheim für Flüchtlinge zu finden sind. So soll demnächst eine Übersicht mit den meistgestellten Fragen und den dazugehörigen Antworten erstellt werden, so dass sich auch Bürger, die bislang die  Sprechzeiten nicht genutzt haben, informieren können.

Die nächste Sprechstunde findet am 11. Juni, 16 bis 18 Uhr, im Bürgerhaus Wünsdorf , Raum 115, statt. Mehr Infos unter www.zossen.de.

Polizei nimmt Tatverdächtige nach Brandstiftung fest

Fotos: Polizei

Aus der Pressemitteilung der Polizeidirektion West vom 16. Mai 2015:

Polizisten der Polizeiinspektion Teltow-Fläming waren in der Nacht zu Samstag (16. Mai 2015) auf dem Gelände der Hauptallee im Zossener Ortsteil Wünsdorf im Streifeneinsatz. Nachdem die dortigen Gebäude als zusätzliche neue Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge vorgesehen und in der Öffentlichkeit so dargestellt wurden, ist für diesen Bereich eine verstärkte Streifentätigkeit eingerichtet worden. Außerdem ist ein Wachschutz vor Ort tätig.

Im Rahmen dieser Bestreifung stellten die zwei handelnden Polizisten ein Fahrzeug Renault Clio in dem ansonsten in der Nacht wenig freqeuntierten Gebäudekomplex fest. Als die Fahrzeuginsassen einer Kontrolle unterzogen werden sollten, flüchtete das Fahrzeug. Nach nur wenigen Metern der Flucht fuhr sich der Fahrer in einem Sandhaufen fest, stieg aus dem Fahrzeug und lief in ein nahes Waldstück. Trotz sofortiger Verfolgung und Einsatz eines Polizeihubschraubers konnte er nicht mehr festgestellt werden.
Der Beifahrer, ein 23-Jähriger aus dem Landkreis Teltow-Fläming, konnte noch am Ort durch die Polizei festgehalten werden, das Fahrzeug war auf eine Verwandte von ihm zugelassen.
Noch während der Maßnahmen bemerkten hinzugerufene Polizisten einen Feuerschein nahe eines der derzeit leerstehenden, mehrstöckigen Gebäude und nur ca. 100 Meter vom ehemaligen Standort des PKW Renault Clio entfernt. Bei der Nachschau wurden drei große Abfallcontainer (Papier, Restmüll und Wertstoffe) aus Plastik festgestellt, die zu diesem Zeitpunkt bereits in fast voller Ausdehnung brannten. Die Polizisten löschten den Brand mithilfe mehrerer Feuerlöscher. Da die drei Container nahe der Giebelseite standen, wurde die Fassade der Giebelseite mit Ruß verschmutzt. Weitere Schäden am Gebäude waren vorerst nicht sichtbar. Eine genaue Untersuchung wurde jedoch veranlasst.  
Der 23-Jährige wurde nunmehr unter dem Verdacht der versuchten Brandstiftung vorläufig festgenommen. Bei der Durchsuchung des Fahrzeugs (Renault)  wurden verbotene polnische Feuerwehrskörper, Streichhölzer, Brandbeschleuniger und Plakate mit fremdenfeindlichen Sprüchen aufgefunden. Der Mann ist der Polizei weiterhin als Sympathisant der rechtsextremen Szene bekannt. In seiner Beschuldigtenvernehmung ließ er sich zu der aktuellen Brandlegung ein.
Weiterer Ermittlungen ergaben Hinweise auf den zuvor geflüchteten Fahrer, welcher von der Polizei ebenfalls der rechtsextremen Szene zugeordnet wird. Bei ihm handelt es sich um einen 32-Jährigen aus dem Landkreis Teltow-Fläming.
Derzeit werden Durchsuchungen bei den beiden Tatverdächtigen durchgeführt. Die Polizei hat eine BAO (Besondere Aufbauorganisation) unter der Führung des stellvertretenden Direktionsleiters, Leitender Polizeidirektor Michael Scharf, mit Spurensicherungsspezialisten, Kriminalisten und Durchsuchungskräften eingerichtet, um die Tat vollständig aufzuklären.

Bürgermeisterin Schreiber kündigt weitere Sprechstunden an

Auf dem Gelände des Verwaltungszentrums B in Waldstadt soll ein Erstaufnahmeheim für Asylbewerber entstehen.

Bürgermeisterin Michaela Schreiber hat angekündigt, weitere Sprechstunden im Bürgerhaus Wünsdorf  durchzuführen, in denen sich Bürger  persönlich bei ihr über die Pläne des Innenministeriums informieren können, das auf dem Areal des Verwaltungszentrums B  in Wünsdorf- Waldstadt  eine zusätzliche Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge und Asylbewerber mit einer Kapazität bis zu 1200 Menschen errichten will. Am Mittwoch, dem 22. April, hatte sie sich drei Stunden Zeit genommen, um in Einzelgesprächen oder kleineren Gruppen die Fragen von einem Dutzend Einwohnern  ausführlich  zu beantworten. „Die Bürger hatten etliche Fragen, ja auch  einzelne Bedenken und Vorbehalte, aber die Gespräche liefen sachlich und ruhig ab“ so Schreiber. Sie sei jedenfalls zufrieden mit dem Auftakt, der gezeigt habe, dass das Informationsangebot gut angenommen wird. Natürlich habe es sich nicht vermeiden lassen, dass manche auch etwas warten mussten, sagt sie. „Ich habe mir für jeden viel Zeit genommen und hoffe natürlich, dass die Bürger nun auch als Multiplikatoren auftreten“, sagt die Verwaltungschefin. Wichtig sei es ihr, Vorbehalte  oder gar Ängste der Einwohner auszuräumen und den Unterschied zwischen einer Flüchtlingserstaufnahmeeinrichtung und einem Übergangsheim deutlich  zu machen.

Die Termine im Überblick:

Freitag, 24. April,  13 bis 15.30 Uhr
Mittwoch, 29. April, 16 bis 18 Uhr
Freitag, 8. Mai, 15 bis 17.30 Uhr
Donnerstag, 21. Mai, 16 bis 18 Uhr

Die Sprechstunden finden im Bürgerhaus Wünsdorf, Raum 115, statt.

Bürgermeisterin mahnt Verantwortunsgbewusstsein an

Bürgermeisterin Michaela Schreiber

Aus aktuellem Anlass  fordert  Zossens Bürgermeisterin  Michaela Schreiber  die Medien zu mehr Verantwortungsbewusstsein  und Sensibilität in der Berichterstattung über die Pläne des Landes  Brandenburg auf, ein Erstaufnahmeheim von Flüchtlingen und Asylbewerbern im Zossener Ortsteil Wünsdorf   mit einer Kapazität von bis zu 1200 Menschen zu errichten. „Wer in diesem Zusammenhang noch zusätzlich Ängste schürt oder Zusammenhänge zu Vorgängen mit rechtsextremen Hintergrund konstruiert, handelt  verantwortungslos“, so Schreiber. Man müsse sich die Frage stellen, wem eine solche Berichterstattung nützen solle, heißt es in einer Pressemitteilung, die am Montag, dem 20. April,  herausgegeben wurde. 

Zahlreiche Medien hatten in ersten Berichten über die Pläne des Innenministeriums auch an den aufgeklärten Brandanschlag auf eine von der Bürgerinitiative „Zossen zeigt Gesicht“  genutzte Baracke im Januar 2010  in Zossen erinnert. Bereits zuvor war in einem Interview des Deutschlandradios mit BI-Sprecher Jörg Wanke am 7. April 2015   im Zusammenhang mit dem Brandanschlag in Tröglitz (Sachsen-Anhalt) behauptet  worden,  dass es auch in Zossen „eine starke rechte Szene“ gibt. „Eine klare Lüge“, weist Schreiber diese Aussage zurück.  Auch in den Potsdamer Neuesten Nachrichten  vom 20. April 2015 ist wider besseren Wissens die Rede davon, dass Zossen „als eine Hochburg der rechtsextremen Szene gilt“.   Die PNN lassen sich zudem von Jörg Wanke vor dessen "propagandistischen Karren" spannen, indem sie unkritisch dessen Behauptung  abdruckt, die Diskussion  unter den Bürgern hätte wegen der Gerüchte um das Flüchtlingsheim „einen zunehmend populistischen und fremdenfeindlichen Charakter“ angenommen.  Hier solle etwas - unterstützt von einigen Medien - herbeigeredet werden,  damit sich die BI später wieder öffentlich als Gralshüter der Demokratie und Kämpfer gegen Ausländerfeindlichkeit inszenieren kann.  Dass Wanke - wie in den PNN zu lesen - überzeugt ist, Innenminister Schröter habe seine Pläne auch wegen eines Briefes der Zossener Bürgerinitiative an das Innenministerium  endlich öffentlich gemacht, beweist dessen  permanenten Drang  nach Selbstdarstellung, auf die selbst Journalisten seriöser Medien immer wieder hereinfallen. 

Anders als in anderen brandenburgischen Gemeindevertretungen und Kreistagen  haben Vertreter von rechtsextremen Parteien in Zossen kein Mandat in der SVV. Es habe mangels Personal nicht einmal Kandidaten für die Wahl gegeben, so Bürgermeisterin Schreiber.  Und selbst der als Brandstifter verurteilte Neonazi  wohnt nicht in Zossen, wie immer kolportiert werde. „Seit er seine verdiente Haftstrafe absitzt  herrscht ohnehin Ruhe“, sagt Schreiber. Die zuständigen Ermittlungsbehörden könnten das bestätigen. Von einem Schwerpunkt rechter Gewalt könne man ohnehin nicht sprechen, so die Einschätzung der Polizei.  

Die Bürgermeisterin erinnert in diesem Zusammenhang an die von den Zossener Stadtverordneten im Dezember 2012 mehrheitlich verabschiedete Erklärung,  in der  unter anderem die Erwartung geäußert worden war, dass Berichte über den Umgang mit dem Thema Rechtsextremismus in Zossen künftig nicht wieder mit anderen kommunalpolitischen Diskussionen in der Stadt vermengt werden. Zossen stelle sich seiner Verantwortung bei der Bekämpfung des Rechtsradikalismus,  wende sich aber gleichzeitig gegen unberechtigte Kritik von Medien, wenn diese ihrerseits der eigenen journalistischen Verantwortung einer fairen Berichterstattung nicht gerecht werden, heißt es darin weiter. Dazu gehöre eine sorgfältige Recherche, die auch die journalistische Prüfung von Behauptungen umfasst und diese nicht einfach ungeprüft verbreitet oder gar übernimmt. Eine solche erst kürzlich wieder öffentlich gemachte  Behauptung von Jörg Wanke lautet, so Bürgermeisterin Schreiber, sie habe mit aller Macht verhindert, dass das Haus der Demokratie wieder aufgebaut wird. „Das ist schlichtweg falsch. Erstens“, so die Bürgermeisterin, „war es die Stadt Zossen, die der BI gleich nach dem Brandanschlag Ersatzräume angeboten hat, die abgelehnt wurden. Zweitens hat die Stadt Zossen mit dem Haus der Vereine im Ortsteil Nächst Neuendorf inzwischen geeignete Räume zur Verfügung gestellt, die für eine Nutzung verschiedener  Interessenten ausgeschrieben waren und gut angenommen sind.“ Und drittens, so Schreiber,  sei es schon merkwürdig, wenn die meisten Medien in ihrer Berichterstattung über Zossen und das Thema Rechtsextremismus unisono  auffällig häufig ausnahmslos immer wieder auf eine selbst betroffene Informationsquelle  zurückgreifen, nämlich auf Jörg Wanke.  In einem Artikel  der Berliner Morgenpost  beispielsweise hieß es am 1. Dezember 2011 im Rückblick auf die Brandnacht in Zossen: „Kamerateams  und Journalisten reisten an. Wanke gab Interviews. Die Stadt schwieg.“  „Eine der zahlreichen  falschen Darstellungen aus jener Zeit,  die auch heute noch immer wieder gern wiederholt werden, dadurch aber nicht wahr werden“, so Zossens Verwaltungschefin. Sie selbst gehörte damals zu den Ersten, die  vor Ort waren.  Unter anderem stand sie bereitwillig einem RBB-Mitarbeiter  Rede und Antwort. Die Stellungnahme wurde, anders als die von Wanke,  jedoch nie gesendet.

Bürgermeisterin bietet Sprechstunden vor Ort an

Die Sprechstunden finden im Bürgerhaus Wünsdorf, Zimmer 115, statt.

Nach  Bekanntgabe der Pläne des Innenministeriums des Landes Brandenburg, im Zossener Ortsteil Wünsdorf eine zusätzliche Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge und Asylbewerber mit einer Kapazität bis zu 1200 Menschen errichten zu wollen, hat Zossens Bürgermeisterin Michaela Schreiber in einer Pressemitteilung angekündigt, noch in dieser Woche beginnend persönlich Sprechstunden im Bürgerhaus Wünsdorf durchzuführen (Raum 115), um vor Ort auf Fragen der Anwohner zu antworten, die sich aus der geplanten Einrichtung der Erstaufnahmestelle ergeben. Zudem will sie diese Sprechstunden nutzen, um mögliche Bedenken, Vorbehalte  oder gar Ängste der Einwohner auszuräumen. „Wir müssen nicht zuletzt den Unterschied zwischen einer Flüchtlingserstaufnahmeeinrichtung und einem Übergangsheim deutlich machen“, so Bürgermeisterin Schreiber. In einer Erstaufnahmeeinrichtung werden alle Asylbewerber, die ins Land kommen, als Asylsuchende beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge registriert, einer medizinischen Erstuntersuchung unterzogen und längstens drei Monate untergebracht, bevor sie auf die Landkreise und kreisfreien Städte verteilt werden. Sie werden dort auch betreut und verpflegt. Wegen der relativ kurzen Verweildauer in der Erstaufnahmeeinrichtung besteht für Kinder von Asylbewerbern in dieser Zeit keine Schulpflicht. Die medizinische Versorgung wird durch die Einrichtung selbst sichergestellt.

Zossens Verwaltungschefin, die von Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter  am Donnerstag, dem 16. April,  offiziell in einem Vor-Ort-Gespräch  über die Pläne des Landes informiert worden war, stellt sich im Bürgerhaus Wünsdorf (Raum 115 ) an folgenden Tagen den Bürgern für Gespräche zur Verfügung: Mittwoch, 22. April, 14.30 bis 17.30 Uhr, Freitag, 24. April, 13 bis 15.30 Uhr und Mittwoch, 29. April, 16 bis 18 Uhr. Nach Abschluss der gründlichen Prüfung, ob sich das Areal für die geplante Nutzung als Erstaufnahmestelle eignet, wird es außerdem eine  Informationsveranstaltung für die  Anwohner geben, deren Termin rechtzeitig bekanntgegeben wird.

Michaela Schreiber appelliert in diesem Zusammenhang an das Verantwortungsbewusstsein der Medien,  sensibel und kompetent über diese komplizierte Problematik  zu berichten. Das Flüchtlingsthema eigne sich weder für die eine noch die andere politische Seite, sich auf  Kosten der Asyl Suchenden profilieren zu wollen. Dies gelte insbesondere für Bürgerinitiativen jeglicher Art, die dieses Thema für ihre Zwecke missbrauchen könnten. Die Stadt Zossen habe in der Vergangenheit bereits mehrfach gezeigt, dass sie in der Lage ist, eine solche gemeinsame gesellschaftliche Herausforderung zu meistern.

Innenminister kündigt Anwohnerversammlung an

Das Innenministerium des Landes Brandenburg prüft die Einrichtung einer zusätzlichen Außenstelle für die Erstaufnahme von Asylbewerbern am Zossener Standort Wünsdorf-Waldstadt (Landkreis Teltow-Fläming). Innenminister Karl-Heinz Schröter informierte die Zossener Bürgermeisterin Michaela Schreiber am Donnerstag in einem Gespräch vor Ort über das Interesse des Landes an der Nutzung der landeseigenen Liegenschaft des so genannten „Verwaltungskomplexes B“ an der Wünsdorfer Hauptallee für den betreffenden Zweck.

Wegen der weiterhin steigenden Zahl von Asylbewerbern reichen die bisherigen Kapazitäten des Landes mit der Zentralen Erstaufnahmeeinrichtung in Eisenhüttenstadt und verschiedenen bereits vorhandenen oder geplanten Außenstellen nicht mehr aus. Brandenburg rechnet in diesem Jahr mit rund 9.200 neuen Asylantragstellern. Im Vorjahr kamen 6.315 Asylbewerber nach Brandenburg, im Jahr 2013 wurden rund 3.300 Flüchtlinge gezählt. „Wir müssen auch in absehbarer Zukunft von weiter steigenden Asylbewerberzahlen ausgehen “, erklärte Schröter heute in Potsdam. Seit dem Jahr 2007 haben sich die Asylbewerberzahlen in Deutschland verzehnfacht. 
Nach bisherigem Planungsstand könnte eine Außenstelle der Erstaufnahmeeinrichtung in Wünsdorf stufenweise ab Anfang 2016 mit einer Unterbringung von anfänglich 500 Menschen in Betrieb genommen werden. Mitte 2017 könnte der Ausbau für eine maximale Kapazität von dann etwa 1.200 Plätzen abgeschlossen sein. Änderungen an Zeitplan und Unterbringungskapazität seien wegen des derzeit noch frühen Planungsstandes jedoch möglich, sagte der Minister.

 „Eine solche Einrichtung in Wünsdorf würde dem Land wesentlich helfen bei einer vernünftigen Unterbringung und Betreuung von zu uns kommenden Asylbewerbern. Wir brauchen neue Plätze, um endlich vor die Lage zu kommen. Es geht nicht anders. Wir benötigen für die Erstaufnahme auch größere Einrichtungen, weil sich die notwendigen Abläufe bei der Antragstellung, der medizinischen Untersuchung und der Versorgung der Menschen sonst nicht sinnvoll gestalten lassen “, sagte Schröter. Das Land plant derzeit auch die Einrichtung einer weiteren Außenstelle der Erstaufnahme in der ehemaligen Lausitz-Kaserne bei Doberlug-Kirchhain.

In einer Erstaufnahmeeinrichtung werden alle Asylbewerber, die ins Land kommen, als Asylsuchende beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge registriert, einer medizinischen Erstuntersuchung unterzogen und längstens drei Monate untergebracht, bevor sie auf die Landkreise und kreisfreien Städte verteilt werden. Sie werden dort auch betreut und verpflegt. Wegen der relativ kurzen Verweildauer in der Erstaufnahmeeinrichtung besteht für Kinder von Asylbewerbern in dieser Zeit keine Schulpflicht. Die medizinische Versorgung wird durch die Einrichtung selbst sichergestellt.

Schröter sagte, das Land sei nun gegen über der Stadt und den Bürgerinnen und Bürgern „in der Bringepflicht “. Er wolle sich daher zeitnah zunächst mit Landrätin Kornelia Wehlan, Bürgermeisterin Michaela Schreiber und weiteren Kommunalvertretern treffen, um die Planungen des Landes zu erörtern und die berechtigten Anliegen von Kreis und Kommune bei den weiteren Überlegungen bestmöglich berücksichtigen zu können. Nach Abschluss weiterer Prüfungen, ob sich das Areal für die geplante Nutzung als Erstaufnahmestelle eignet, werde es eine Anwohnerversammlung vor Ort geben, deren Termin rechtzeitig bekanntgegeben wird. Damit sei voraussichtlich in einigen Wochen zu rechnen, so das Innenministerium. Sofern eine Nutzung der Liegenschaft in Frage kommt, müssten noch Um- und Ausbaumaßnahmen erfolgen. Die bislang noch dort ansässigen Behörden und Einrichtungen würden dann an einen anderen Standort umziehen. Sie blieben jedoch in Zossen.