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Infoveranstaltung der DB am 2. August 2016 in Wünsdorf

Der aktuelle Stand aller Bahnquerungen im Überblick

Alle bisherigen Bahnübergänge müssen in den nächsten Jahren umgebaut werden

Zossens Bürgermeisterin Michaela Schreiber hat Stadtverordnete und Bürger auf der Sitzung am 11. Mai 2016 ausführlich über den aktuellen Stand (Mai 2016) aller Bahnquerungen in der Stadt Zossen informiert. Hintergrund: Durch den vorgesehenen Ausbau der Bahnstrecke Berlin – Dresden müssen alle bisherigen Bahnübergänge umgebaut werden. Schranken  als ebengleiche Querungen zwischen Bahn und Auto sind nicht mehr zugelassen, wenn die Bahn mit mehr als 160 km/h im Fernverkehr die Strecke nutzt. Diese Querungen müssen durch eine Brücke oder einen Tunnel ersetzt werden. Die Kosten hierfür werden nach den Regelungen des Eisenbahnkreuzungsgesetzes aufgeteilt. Ein Drittel übernimmt die Bahn, ein Drittel der Bund und ein Drittel Straßenbaulastträger, immer für die günstigste Variante. Wünscht eine Kommune eine andere, teurere Variante, trägt sie 100 Prozent der Mehrkosten. Bürgermeisterin Schreiber präsentierte den kompletten Überblick aufgegliedert nach den einzelnen Bahnquerungen, der Beschlusslage der SVV, den Verträgen zwischen der Stadt Zossen und der Bahn sowie nach dem Realisierungsstand.

Bahnquerung Lindenbrück

Bisher existierte ein Bahnübergang mit Halbschranke zwischen den Orten Lindenbrück und Zesch; Kopfstein-pflasterstraße für Pkw und Lkw ohne einen extra Rad- oder Fußweg. Beschluss der SVV vom 10. Juli 2007 (Beschlussvorlage 072/07): Straßenüberführung an selber Stelle ohne Radweg. Die Eisenbahnkreuzungsvereinbarung (EKrV) wurde 2013 abgeschlossen. Sie beinhaltet eine Straßenüberführung ohne Radweg. Realisierungsstand: Baubeginn war 2014. Die Verkehrsfreigabe erfolgte nach Bauenendc im  November 2015. Die Brücke befindet sich nun in der Straßenbaulast der Stadt Zossen, da es sich um eine kommunale Straße handelt. Die Stadt ist für Verkehrssicherung, Winterdienst etc. sowie die Instandhaltung verantwortlich. Baukosten: zirka 3,5 Millionen Euro. Der Anteil der Stadt betrug ein Drittel (zirka 1,1 Millionen Euro), 75  Prozent Fördermittel.
Fazit: Die Bahnquerung gilt als erledigt, befindet sich in normaler, laufender Unterhaltung als kommunale Straße und Brücke

Bahnquerung Neuhof

Bisher befindet sich der Bahnübergang mit Schranke mitten im Ort Neuhof, für Pkw und Lkw als Bundesstraße (B 96) mit einseitigem Fußweg und Haltestelle Neuhof. Beschluss der Stadtverordnetenversammlung am 30. September 2009 (BV 071/09):  Fußgängerüberführung mit Treppen und behindertengerechten Rampen (kein Aufzug); B 96 als Straßenüberführung mit einseitigem Radweg wie von der Bahn vorgeschlagen. Die  Eisenbahnkreuzungsvereinbarung (EKrV) wurde 2016 abgeschlossen: Straßenüberführung mit einseitigem Radweg und Fußgängerüberführung mit Rampen. Realisierungsstand: Baubeginn 2016, voraussichtliches Bauende Dezember 2017. Baukosten:  Anteil für den Radweg ein Drittel, für die Fußgängerüberführung 100 Prozent, geschätzt zirka 500 000 Euro (75 Prozent Fördermittel beantragt).
Fazit: Nach Abschluss der Arbeiten gehen der Radweg und die Fußgängerüberführung in Straßenbaulast der Stadt über. Der Radweg zwischen Wünsdorf und Neuhof fehlt noch. Der Landesbetrieb für Straßenwesen will gleichzeitig fertigstellen, Genehmigung des                 Landkreis Teltow-Fläming und der Unteren Naturschutzbehörde liegt dazu noch nicht vor.
Beeinträchtigung während der Bauphase: Vollsperrung des Bahnverkehrs ab Bahnhof Wünsdorf ab August 2016 bis voraussichtlich Dezember 2017 (Schienenersatzverkehr). Zirka  vier Wochen im Sommer 2017 Sperrung der B 96 in Neuhof wegen „Umschluss“, Anbindung an neue Querung.

Bahnquerung Wünsdorf

Bisher besteht ein Bahnübergang mit Schranke am Bahnhof, mitten im Ort Wünsdorf, als kommunale Straße für Pkw/ Lkw ohne extra Fuß- oder Radweg. 2008 wurde eine BDC-Untersuchungsstudie zu den Eisenbahnkreuzungsmaßnahmen, Abschnitt Süd, erstellt. Beschluss der SVV vom 30. Juni 2010 (BV 056/10/01): An der jetzigen Querung wird nur ein Tunnel für Radfahrer/Fußgänger mit Rampen entstehen.  Verlegung der Straßenüberführung für Pkw/ Lkw nur Anlieger in Höhe Kreisverkehr mit Anbindung an die Friedensstraße und mit einseitigem Radweg.
Realisierungsstand: Planung der Bahn läuft derzeit und berücksichtigt  die Beschlussvorlage der SVV. Wenn die Planung abgeschlossen ist, erfolgt der Abschluss einer Kreuzungsvereinbarung, voraussichtlicher  Baubeginn 2019/2020. Baukosten nach derzeitiger Schätzung: zirka 3,2 Millionen Euro, etwa eine Million Euro (ein Drittel) beträgt der Anteil der Stadt Zossen. Zu erledigen durch die Stadt Zossen - parallel zur Planung der Bahn: Klärung einer Ertüchtigung der Friedensstraße; Gestaltung des dann neuen Bahnhofvorplatzes Wünsdorf (Verwaltung bereitet gerade Bürgerbeteiligung als Ideensammlung vor)

Bahnquerung Zossen/Mellensee (Thomas-Müntzer-Straße)

Bisher Bahnübergang mit Halbschranke als Kreisstraße mit einseitigem Geh- und Radweg. Realisierungsstand: Der Baugrund in Höhe Bahnüberführung und im Gleisbett auf beiden Seiten ist so schlecht, dass noch keine technische Variante durch die Bahn vorgelegt werden konnte. Es soll eine Straßenüberführung gebaut werden, aber wie diese genau aussehen soll, ist noch unklar. Solange das Gleisbett im Sumpf nicht ertüchtigt wird, muss die Bahn auf dieser Höhe eine Geschwindigkeitsreduzierung für die Züge auf 30 km/h vornehmen. Aufgrund dieser schwierigen Stelle beim Ausbau der Dresdner Bahn hat der Ausbau der Strecke im Süden der Stadt Priorität.

Bahnquerung Oertelufer

Bisher Bahnübergang mit Schranke als kommunale Straße für Pkw/Lkw ohne extra Rad- oder Gehweg. Beschluss der SVV vom 29. Januar 2008 (BV 164/07/01): Schließung des Bahnübergangs Oertelufer nach Fertigstellung der neuen Bahnüberführung B 246. Nur noch Geh- und Radweg am Nottekanal. Die Eisenbahnkreuzungsvereinbarung wurde 2015 entsprechend abgeschlossen. Realisierungsstand: Der neue Geh- und Radweg direkt am Nottekanal ist auf beiden Seiten des Nottekanals seit Herbst 2015 fertiggestellt und in Straßenbaulast der Stadt Zossen. Baukosten: Anteil der Stadt zirka 300 000 Euro (75 Prozent Fördermittel). Fazit: Rad-/Gehweg erledigt. Schließung für Pkw erst mit Realisierung der B 246-Querung, dann muss geklärt, ob die Wasserstraße - Oertelufer als Einbahnstraße genutzt wird, was bedeuten würde, die Ausbauqualität würde niedriger ausfallen und es gibt eine Verkehrsberuhigung vor der Kita Oertelufer mit sich bringen würde (Vorschlag der Verwaltung).

Bahnquerung Zossen Bahnhof

Bisher existiert ein Tunnel für Rad- und Fußgänger und Reisende auf der linken Seite vom Bahnhofsvorplatz. Beschluss der SVV vom 29. Januar 2008 (BV 164/07/01):  Ein Tunnel für Fußgänger, Radfahrer und für Bahnreisende soll als neue Unterführung auf der rechten Seite des Bahnhofsgebäudes entstehen.  Beschluss der SSV vom 10. Juli 2006  (BV 076/06) zur Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes Zossen. Realisierungsstand: Bei Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes wurde der neue Tunnel bereits unter der Straße angelegt. Die Lage des Tunnels wurde mit der Bahn abgestimmt. Verhandlungsstand mit der Bahn (März 2016) : Die Eisenbahnkreuzungsvereinbarung ist fertig zur Unterzeichnung, die Planung bei der Bahn abgeschlossen und zur Genehmigung eingereicht. Vorgesehene Bauzeit (wie B 246):  2019/2020 – zeitgleich mit dem Bahnhof Wünsdorf. Verhandlungsstand mit der Bahn (April 2016) : Die Bahn teilt schriftlich mit „Zur Verbesserung des Nahverkehrs plant der VBB eine Angebotserweiterung zwischen Berlin und Zossen. Konkret sollen zusätzliche Nahverkehrszüge zwischen Berlin Hauptbahnhof und Zossen eingesetzt werden. […] Die DB hat nun entschieden, die infrastrukturellen Voraussetzungen für diesen sogenannten „Zossen-Verstärker“ bereits mit dem anliegenden Bahnhofsumbau zu schaffen.“ Da eine zusätzliche Bahnsteigkante am Bahnhof Zossen erforderlich ist, wurden die bereits eingereichten Unterlagen zurückgezogen und müssen nun überarbeitet werden.

Bahnquerung Zossen B 246

Bisher existiert ein Bahnübergang mit Schranke für Pkw/ Lkw als Bundesstraße (B 246) ohne Rad- oder Gehweg. Beschluss der SVV vom 29. Januar 2008 (BV 164/07/01) und Beschluss der SVV vom 8. Mai 2013 (
BV 030/13): Der Bahnübergang am alten Standort wird geschlossen und als Straßenüberführung verlegt an den Standort Kaufland/Erdtrans als Bundesstraße mit einseitigem Radweg. Die neue Kreuzung B 96/B 246 wird als Kreisverkehr ausgebildet. Auf der Nächst Neuendorfer Seite bindet die neue B 246 in Höhe alter Kreisbetrieb für Landtechnik (KfL) wieder auf die ursprüngliche Trasse und bei Erdtrans wird die kommunale Straße „Kleine Feldstraße“ nach Dabendorf auf die B 246 geführt. Der Beschluss der SVV vom 9. April 2014 (BV 029/14)  zur vorzeitigen Realisierung des Kreisverkehrs sollte den Druck auf die Bahn erhöhen, die Bahnquerung schneller zu realisieren. Realisierungsstand März 2016: Baubeginn sollte 2019/2020 zeitgleich mit Straßenüberführung Wünsdorf sein. Die Eisenbahnkreuzungsvereinbarung war ausverhandelt, die Genehmigungspläne eingereicht. Der Landesbetrieb für Straßenwesen wollte dann den Kreisverkehr mit bauen. Realisierungsstand April 2016: Siehe Ausführungen zur Bahnquerung Bahnhof Zossen: Es handelt sich um eine gemeinsame Baumaßnahme. „Der Planungsprozess für den Bahnhofsumbau in Zossen ist also derzeit unterbrochen. […] soll noch in 2016 wieder aufgenommen werden. Das Vorziehen der Bahnübergangsersatzmaßnahme für die B 246 haben wir geprüft. Leider lässt sich diese Maßnahme aus technologischen Gründen nicht sinnvoll aus dem Gesamtprojekt herauslösen.“ Mit dem Landesbetrieb für Straßenwesen muss nun noch einmal verhandelt werden, ob wegen der Verzögerung bei der Bahnquerung nicht doch der Kreisverkehr vorgezogen wird.

Bahnquerung Dabendorf innerorts

Bisher existiert ein Bahnübergang mit Schranke am Bahnhof Dabendorf, Brandenburger Straße, als kommunale Straße für Pkw/Lkw mit einseitigem Geh- und Radweg. Außerdem: Bahnübergang mit Halbschranke, Goethestraße, als kommunale Straße für Pkw/Lkw mit einseitigem Geh- und Radweg. Beschluss der SVV vom 29. Januar 2008 (BV 164/07/01): Verlegung der Straßenüberführung nach Dabendorf/Nord, innerorts drei Rad- und Gehwegquerungen (Höhe Brandenburger Straße, Goethestraße und Trift- oder Trebbiner Straße). Realisierungsstand : nach durchgeführter Bürgerbefragung wurde die Beschlussvorlage 078/11 erstellt, um zu klären, ob es zusätzlich zur Nordumfahrung noch eine Pkw/Lkw-Straßenüberführung  in Dabendorf innerorts gibt. Die BV 078/11 wurde mehrfach in den Fachausschüssen beraten und dann zurückgestellt, um eine Kostenbeteiligung des Landkreises Teltow-Fläming zu klären (Goethestraße = Kreisstraße). Der Landkreis war zu einer Aussage darüber nicht bereit, da er die Umstufung der Kreisstraße zur kommunalen Straße vorhatte. Die Umstufung erfolgte im Jahr 2014.
Fazit: Die Kosten für eine innerörtliche Querung gehen nun zu 100 Prozent zu Lasten der Stadt Zossen, die Entscheidung, wie damit umgegangen wird, steht noch aus.

Bahnquerung Dabendorf/Nord

Bislang ist an diesem Standort kein Bahnübergang vorhanden. Er dient als Ersatz für den derzeitigen Bahnübergang für Pkw/Lkw, Brandenburger Straße/Goethestraße, als kommunale Straße ohne Radweg. Beschluss der SVV vom 29. Januar 2008 (BV 164/07/01): Verlegung der Straßenüberführung nach Dabendorf/Nord, innerorts drei Rad- und Gehwegquerungen (Höhe Brandenburger Straße, Goethestraße und Trift- oder Trebbiner Straße). Beschluss der SVV vom 8. Juli 2009 (BV 062/09/01):  Festlegung der Trasse – Variante 3.
Realisierungsstand: Aufgrund der unklaren Situation hinsichtlich der innerörtlichen Querung, insbesondere wegen des Kostenrisikos, wurden die Planungen „auf Eis gelegt“ bis eine verbindliche Entscheidung dazu erfolgt. Problem : Die Beteiligung an den Kosten zu jeweils einem Drittel durch Bund und Bahn erfolgt nur für eine neue Straßenüberführung, entweder innerorts oder in Dabendorf/Nord. Soll also wie beschlossen Dabendorf/Nord als Anbindung an das Gewerbegebiet kommen, hat die Stadt Zossen 100 Prozent der Kosten für eine innerörtliche Straßenüberführung zu tragen. Fazit: Die SVV muss entscheiden, was innerorts passiert, um die Planfeststellung für Dabendorf/Nord wieder in Gang zu setzen. Für die Bahn ist der Abschnitt im Norden der Stadt erst nach dem Jahr 2022 aktuell. Wegen der Probleme mit dem Baugrund zwischen Dabendorf und Rangsdorf und in Zossen, Thomas-Müntzer-Straße, ist vorher keine Erhöhung der Geschwindigkeit möglich.

Weitere Informationen

-          zum Ausbau der Strecke zwischen Neuhof und Baruth und zum Bau
           der Straßenüberführung Neuhof erhalten Sie unter:
http://bauprojekte.deutschebahn.com/p/berlin-dresden/projekttagebuch

-          zum Schienenersatzverkehr unter: www.bahn.de (SEV-Pläne)

Der alte Bahnübergang in Lindenbrück wurde durch diese Bahnquerung ersetzt.

Der Bahnübergang in Zossen Bahnhof (Richtung Nächst Neuendorf) wird perspektivisch durch die geplante Bahnquerung Zossen B 246 als Überführung ersetzt.
Der Bahnübergang am Oertelufer in Zossen wird perspektivisch verschwinden. Geh- und Radweg unter den Gleisen entlang des Nottekanals sind seit 2015 bereits fertig.